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Bewegung macht schlau

Junge greift in die Luft

Aktiv lernt es sich leichter

Für viele ist Lernen mit konzentriertem Stillsitzen verbunden. Bis zum Ende der 9. Klasse verbringen Kinder und Jugendliche allein in der Schule mindestens etwa 7.500 Stunden im Sitzen. Dass Bewegung Lernprozesse jedoch sogar fördert, zeigen Ergebnisse aus den Neurowissenschaften und der Entwicklungspsychologie.

 

So entwickelt sich das Gehirn

Im frühen Kindesalter funktioniert Lernen vor allem über Bewegung und die sinnliche Auseinandersetzung mit der eigenen Umwelt: Kinder betasten und erfassen ihr Umfeld, sie erproben das Prinzip von Ursache und Wirkung, experimentieren systematisch mit der Schwerkraft und testen kontinuierlich ihre Grenzen. Je vielfältiger die Eindrücke und je mehr Kanäle ein Kind nutzen kann, desto komplexer werden die Verbindungen, die sich im Gehirn zwischen den Nervenzellen bilden. Bei ihrer Geburt verfügen Kinder zwar über mehr als einhundert Milliarden Nervenzellen. Doch von Nutzen sind diese erst, wenn sie miteinander verknüpft sind. Die Formel ist einfach – Zellen, die nicht genutzt werden, gehen verloren. Körperliche Aktivität sorgt hier für vielfältige Reize und schafft beste Voraussetzungen für die weitere Entwicklung.

 

Bewegung und Sprache fördern einander

Auch für das Erlernen von Sprache ist es unentbehrlich, dass sich Kinder handelnd mit ihrer Welt auseinandersetzen. „Bewegungs- und Sprachentwicklung sind eng miteinander verbunden. Daraus folgt, dass Sprache nicht isoliert gefördert werden darf, auch nicht unter dem PISA-Druck“, fordert daher die Sportpädagogin und ehemalige Lehrerin Prof. Renate Zimmer. Auf dem Fach-Kongress „Kinder bewegen – Energien nutzen“ wies sie Anfang März 2007 einmal mehr auf die Gefahr hin, Bildung zu sehr zu vergeistigen. In eigenen Studien konnte sie nachweisen, dass Kindergartenkinder durch tägliche Bewegung bei einem Intelligenztest signifikant besser abschnitten. Auch ein positiver Zusammenhang zwischen der Sprachentwicklung und motorischen Fähigkeiten sei belegt. „Natürlich ist ein Intelligenztest kein wirkliches Maß für Intelligenz im Sinne von Problemlösungskompetenz. Aber schon hier kommt es zu positiven Korrelationen“, erklärte Zimmer. Eltern können ebenfalls entscheidend dazu beitragen, ihren Kindern ausreichend Bewegungsräume und -anreize zu schaffen – selbst wenn dabei die eine oder andere Schramme herauskommen sollte.

 

Aktiv lernt sich's in jedem Alter leichter

Auch im Erwachsenenalter spielt Bewegung eine wesentliche Rolle beim Lernen, Erinnern und Verarbeiten von Informationen. Wer kennt die Situation nicht: Bei einem Spaziergang kommt uns plötzlich die rettende Idee für ein Problem, über das wir zuvor stundenlang am Schreibtisch gegrübelt haben. Wer eine kleine Bewegungspause macht, tut seinem Gehirn etwas Gutes. Es wird besser durchblutet und die geistige Wachheit steigt.

Autorin: Andrea Fenner, Kaiserslautern

Stand: 12.03.2007

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