Ernährung im Fokus - 10. Jahrgang, Ausgabe März 2010
Krisen sind Phasen der Unsicherheit, des Zweifels, der Gefahr. Wie der Staat auf große Krisen reagiert, die beispielsweise die Gesundheit der Bevölkerung berühren, beschreibt Dr. Annette Rexroth aus dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in ihrem Titelbeitrag zum staatlichen Krisenmanagement. Auch das Verhindern kleinerer Katastrophen liegt in staatlicher Hand: Dr. Heidi Wichmann-Schauer vom Bundesinstitut für Risikobewertung stellt die häufigsten Auslöser von Lebensmittelinfektionen vor. Sie schildert die Zusammenarbeit von Landes- und Bundesbehörden, die lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen schon im Vorfeld begegnen und sie so gut wie möglich zu verhindern suchen. Und dass das Leben für Kinder aus sozialen Brennpunkten nicht zur Dauerkrise gerät, dafür setzt sich das Marburger Gesundheitsnetzwerk "mittendrin" ein. Seine Aktivitäten stellen wir Ihnen in der Rubrik "Ernährungskommunikation" vor.
In dieser Ausgabe
Lebensmittelinfektionen - Prävention und Aufklärung
Das Robert Koch-Institut erfasst in Deutschland jährlich mehr als 200.000 Infektionen beim Menschen, deren Erreger durch Lebensmittel übertragbar sind. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Die Aufklärung lebensmittelbedingter Krankheitsausbrüche und deren Datenerfassung liefert relevante Hinweise, welche Präventionsstrategien notwendig sind, um die Inzidenz lebensmittelbedingter Infektionen senken zu können.
Lebensmittelkrisen und Bewältigung
Das staatliche Krisenmanagement Die Lebensmittelskandale der vergangenen Jahre erlangten große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Schlagworte wie Glykolwein, BSE, Dioxin, Gammelfleisch und Melamin sind jedem geläufig. Belange, die die Gesundheit der Bevölkerung betreffen, erfordern stringentes Handeln und wirkungsvolle Maßnahmen, um Krisen vorzubeugen. Dem Krisenmanagement kommt deshalb im Bereich der Lebensmittelsicherheit eine besondere Bedeutung zu.
Lebensmittelrecht
Wissenschaft & Praxis
Esskultur: Kaffee, Kuchen und Kartoffeln
Neues aus der Forschung
Ernährungskommunikation Das Marburger Gesundheitsneztwerk für Kinder
Im typischen "Checklisten-Stil" klärt Paolo M. Suter in seiner dritten aktualisierten Auflage die vielfältigen Fragen rund um Ernährung und ihren therapeutischen Einsatz. Er schreibt dieses handliche Lehrbuch für Mediziner, Ernährungswissenschaftler, Diätassistenten und andere interessierte Leser mit medizinischen Vorkenntnissen. Schon auf den ersten Blick fällt die übersichtliche, farbig unterlegte Gliederung auf. Im ersten "grauen" Buchteil findet der Leser wichtige und gut verständlich geschriebene Informationen zu den physiologischen Grundlagen und zur Erfassung von Ernährungsstatus und -versorgung. Der große "grüne" Teil beleuchtet die Nährstoffe sowie Nahrungsbestandteile sehr ausführlich...
mehr
Update Mukoviszidose
Band 1: Ernährung Seit 2005 veranstalten alljährlich Experten aus dem deutschsprachigen Raum unter Federführung des Universitätsklinikums Frankfurt am Main die Tagung "Mukoviszidose beim Erwachsenen". Denn durch die steigende Lebenserwartung sind Patienten mit Mukoviszidose nicht mehr in erster Linie Kinder, sondern auch Jugendliche und Erwachsene. Auf der Tagung tauschen Mediziner, Wissenschaftler und Ernährungsfachkräfte aktuelle Erkenntnisse zu Mukoviszidose aus, beraten über das Umsetzen in den Alltag und machen deutlich, wo noch Wissenslücken bestehen. Die Ergebnisse des Jahres 2008 präsentiert ein dünnes Buch, das sich als erster Band aus der Reihe "Update Mukoviszidose" dem Thema Ernährung widmet...
mehr
Kinder senken den Blutdruck
Eltern haben gesündere Blutdruckwerte als kinderlose Vergleichspersonen
Trotz aller den Kreislauf anregenden Zusatzbelastungen treibt Kindererziehung den Blutdruck nicht in die Höhe. Im Gegenteil: Eltern haben einen niedrigeren Blutdruck als kinderlose Paare. Das ergab eine amerikanische Studie, die den Einfluss sozialer Faktoren auf die körperliche Gesundheit untersuchte. Danach ist ein positiver Effekt auf Herz und Kreislauf bei den Müttern besonders stark ausgeprägt. Die Blutdruck senkende Wirkung nimmt allerdings nicht mit der Zahl der Kinder zu, schreiben die Forscher im Fachblatt "Annals of Behavioral Medicine"...
mehr
Frisch- oder H-Milch: Im Nährstoffgehalt fast ohne Unterschied
Wer Milch kaufen möchte, hat die Qual der Wahl: Es gibt heute eine ganze Palette an Produkten, die sich in Fettgehalt, Haltbarkeit und Milchzuckeranteil unterscheiden.
"Der Kalziumgehalt beispielsweise ist aber bei allen Produkten gleich", erklärt Christiana Gerbracht, Leiterin des Ernährungsberatungszentrums im Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE). "Und generell enthalten auch alle Milchsorten viele Nährstoffe und Energie. Deshalb sollte Milch nicht als Durstlöscher gelten, sondern als Lebensmittel." Beim Vitamingehalt gibt es zwar Unterschiede, diese sind jedoch gemessen am täglichen Verbrauch so gering, dass sie zu vernachlässigen sind. "Bei den hitzeempfindlichen B-Vitaminen ist der Gehalt in H-Milch allerdings bis zu zwanzig Prozent geringer." Davon abgesehen hat Milch, die ultrahoch erhitzt und dadurch haltbarer gemacht wurde, sogar einen Vorteil: Sie ist leichter verdaulich. Diesen Effekt hat auch das Homogenisieren, bei dem die Fetttröpfchen zerschlagen und gleichmäßig in der Milch verteilt werden...
mehr
Bestätigt: Sozialer Hintergrund beeinflusst Ernährung schon im Teenageralter
In Sachen Ernährung und Gewicht spielt der soziale Hintergrund für Teenager eine zentrale Rolle. In Mittelschichtfamilien werden den Kindern offenbar häufig andere Werte vermittelt als in sozial weniger gut gestellten Familien...
mehr
Großstudie bestätigt Unwirksamkeit von Ginkgo-Extrakt
Extrakte aus den Blättern des Ginkgo-Baumes sollen angeblich helfen, das Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter zu verlangsamen. Jetzt bestätigt die größte bisher dazu durchgeführte Studie frühere Ergebnisse, wonach eine derartige Wirkung ausbleibt...
mehr
Fettblocker mit Nebenwirkungen
Es klingt verführerisch: Dreimal täglich eine Pille schlucken und schon purzeln die Pfunde - ganz ohne Sport. "Sogenannte Fettblocker sorgen dafür, dass rund ein Drittel weniger Fett aus der Nahrung aufgenommen wird. Aber sie haben eine ganze Reihe Nebenwirkungen", warnt Hans-Rudolf Diefenbach, stellvertretender Vorsitzender des Hessischen Apothekerverbandes...
mehr
Mundhygiene in der Schwangerschaft
Erreger von Zahnbettinfektionen können mit dem Blutstrom in andere Teile des Körpers gelangen. Besonders Schwangere sollten daher auf die Zahngesundheit achten, um ihr Baby nicht zu gefährden...
mehr