Im typischen "Checklisten-Stil" klärt Paolo M. Suter in seiner dritten aktualisierten Auflage die vielfältigen Fragen rund um Ernährung und ihren therapeutischen Einsatz. Er schreibt dieses handliche Lehrbuch für Mediziner, Ernährungswissenschaftler, Diätassistenten und andere interessierte Leser mit medizinischen Vorkenntnissen. Schon auf den ersten Blick fällt die übersichtliche, farbig unterlegte Gliederung auf. Im ersten "grauen" Buchteil findet der Leser wichtige und gut verständlich geschriebene Informationen zu den physiologischen Grundlagen und zur Erfassung von Ernährungsstatus und -versorgung. Der große "grüne" Teil beleuchtet die Nährstoffe sowie Nahrungsbestandteile sehr ausführlich. Dazu gehören auch ihr Metabolismus, mögliche Ursachen für einen Mangel und die daraus resultierende Therapie. Im ebenfalls sehr detaillierten "blauen" Kapitel widmet sich der Autor den ernährungsabhängigen Krankheiten. Er erläutert sehr anschaulich und systematisch ihre Grundlagen mit Ätiologie, Risikofaktoren und Klinik, bevor er die nötige Diagnostik, prophylaktische Maßnahmen und Therapiestrategien vorstellt. Der "rot" gekennzeichnete Teil führt durch die Ernährungstherapie und präsentiert dazu alle wichtigen Diäten und Ernährungsformen. Zahlreiche Tabellen fassen wichtige Fakten zusammen und ermöglichen dem Leser neben einem guten Überblick auch ein schnelles Nachschlagen. Der Anhang schließlich, mit Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr, Laborparametern und nützlichen Adressen unterstützt die schnelle Orientierung. Dieses Buch motiviert, die Erkenntnisse der Ernährungsmedizin in die Praxis umzusetzen. Es bietet bei seinem handlichen Format eine Fundgrube an Wissen, ist aktuell, interessant und deshalb sehr empfehlenswert.
CHECKLISTE ERNÄHRUNG, PAOLO M. SUTER, GEORG THIEME VERLAG, STUTTGART, 2008, 3., AKTUALISIERTE AUFLAGE, 435 SEITEN, 95 EINZELDARSTELLUNGEN, 203 TABELLEN, CELLOPHANIERT, ISBN 978-3-13-118263-0, 34,95 EUR
Seit 2005 veranstalten alljährlich Experten aus dem deutschsprachigen Raum unter Federführung des Universitätsklinikums Frankfurt am Main die Tagung "Mukoviszidose beim Erwachsenen". Denn durch die steigende Lebenserwartung sind Patienten mit Mukoviszidose nicht mehr in erster Linie Kinder, sondern auch Jugendliche und Erwachsene. Auf der Tagung tauschen Mediziner, Wissenschaftler und Ernährungsfachkräfte aktuelle Erkenntnisse zu Mukoviszidose aus, beraten über das Umsetzen in den Alltag und machen deutlich, wo noch Wissenslücken bestehen. Die Ergebnisse des Jahres 2008 präsentiert ein dünnes Buch, das sich als erster Band aus der Reihe "Update Mukoviszidose" dem Thema Ernährung widmet. Denn Mangelernährung ist weiterhin bei Mukoviszidose-Patienten ein ernst zu nehmendes Problem. Mit der Pathophysiologie, Methoden der Diagnostik, Medikation und Problemen im Essalltag sowie hochkalorischer Kost, Sondennahrung und Essstörungen behandelt das Buch sämtliche Facetten von Ernährung als Prävention und Therapie. Da evidenzbasierte Leitlinien bisher fehlen, können Fachkräfte, die Patienten mit Mukoviszidose beraten, mit Hilfe des Buches auf dem neusten Stand bleiben. So zeigt beispielsweise ein Beitrag zur Diagnose von Mangelernährung bei Kindern, dass das Längen-Sollgewicht als gängiges Maß mittlerweile überholt ist. Kapitel zur Rolle von Antioxidanzien, Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen werfen Fragen zu deren sinnvoller oder gar nötigen Supplementation auf. Außerdem zeigt das Buch, welche Bedeutung ein Glukosetoleranz-Test für viele Betroffenen hat und weist auf Komplikationen beispielsweise ernährungsbedingte Knochenerkrankungen hin. In seiner Aufmachung und einer Sprache mit vielen Fachbegriffen, die zudem Hintergrundwissen voraussetzen, richtet sich das Buch weniger an Betroffene als vielmehr an Experten. Mit einem Preis von unter fünf Euro lässt es sich allerdings auch Patienten empfehlen, die vor medizinisch-wissenschaftlichen Texten nicht zurückschrecken.
UPDATE MUKOVISZIDOSE, BAND 1: ERNÄHRUNG, TIM O. HIRCHE, THOMAS O. F. WAGNER, GEORG THIEME VERLAG, STUTTGART 2008, 80 SEITEN, ISBN 978-3-13-147441-4, 4,95 EUR
Eltern haben gesündere Blutdruckwerte als kinderlose Vergleichspersonen
Trotz aller den Kreislauf anregenden Zusatzbelastungen treibt Kindererziehung den Blutdruck nicht in die Höhe. Im Gegenteil: Eltern haben einen niedrigeren Blutdruck als kinderlose Paare. Das ergab eine amerikanische Studie, die den Einfluss sozialer Faktoren auf die körperliche Gesundheit untersuchte. Danach ist ein positiver Effekt auf Herz und Kreislauf bei den Müttern besonders stark ausgeprägt. Die Blutdruck senkende Wirkung nimmt allerdings nicht mit der Zahl der Kinder zu, schreiben die Forscher im Fachblatt "Annals of Behavioral Medicine".
Die Erziehung der eigenen Kinder sei zwar mit einem erhöhten Maß an Stress verbunden. Es ist aber auch bekannt, dass sich als sinnvoll und notwendig empfundener Stress positiv auf die Gesundheit auswirkt, erklärt Julianne Holt-Lunstad von der Brigham Young University in Provo. An ihrer Studie nahmen 198 verheiratete Männer und Frauen im Alter zwischen 20 und 68 Jahren teil. 70 Prozent davon waren Eltern, die im Schnitt zwei Kinder hatten. Die Probanden wurden mit tragbaren Messgeräten ausgestattet, die in unregelmäßigen Abständen über 24 Stunden den Blutdruck registrierten. Für Eltern lagen die durchschnittlichen Messwerte bei 116/71. Unter Berücksichtigung anderer Einflussfaktoren wie Alter, Körpergewicht, Geschlecht, körperliche Aktivität und Rauchverhalten war der systolische Blutdruck (der höhere der beiden Werte) bei den Eltern 4,5 Punkte niedriger als bei den Kinderlosen. Für die Frauen machte der Unterschied sogar zwölf Punkte aus. Die Kinderzahl hatte keinen Einfluss auf das Ergebnis.
QUELLE: "RAISING CHILDREN LOWERS BLOOD PRESSURE: THE INFLUENCE OF PARENTAL STATUS AND GENDER ON AMBULATORY BLOOD PRESSURE IN MARRIED COUPLES", JULIANNE HOLT-LUNSTAD ET AL.; ANNALS OF BEHAVIORAL MEDICINE, IM DRUCK
LINKS: BRIGHAM YOUNG UNIVERSITY: HTTP://WWW.BYU.EDU BYU DEPARTMENT OF PSYCHOLOGY: HTTP://PSYCHOLOGY.BYU.EDU ANNALS OF BEHAVIORAL MEDICINE: HTTP://WWW.SPRINGER.COM/MEDICINE/JOURNAL/12160
Wer Milch kaufen möchte, hat die Qual der Wahl: Es gibt heute eine ganze Palette an Produkten, die sich in Fettgehalt, Haltbarkeit und Milchzuckeranteil unterscheiden.
"Der Kalziumgehalt beispielsweise ist aber bei allen Produkten gleich", erklärt Christiana Gerbracht, Leiterin des Ernährungsberatungszentrums im Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE). "Und generell enthalten auch alle Milchsorten viele Nährstoffe und Energie. Deshalb sollte Milch nicht als Durstlöscher gelten, sondern als Lebensmittel." Beim Vitamingehalt gibt es zwar Unterschiede, diese sind jedoch gemessen am täglichen Verbrauch so gering, dass sie zu vernachlässigen sind. "Bei den hitzeempfindlichen B-Vitaminen ist der Gehalt in H-Milch allerdings bis zu zwanzig Prozent geringer." Davon abgesehen hat Milch, die ultrahoch erhitzt und dadurch haltbarer gemacht wurde, sogar einen Vorteil: Sie ist leichter verdaulich. Diesen Effekt hat auch das Homogenisieren, bei dem die Fetttröpfchen zerschlagen und gleichmäßig in der Milch verteilt werden. Auch geschmacklich unterscheidet sich ultrahocherhitzte Milch von Frischmilch: "H-Milch haftet beim Aufkochen ein leichter Kochgeschmack an, der bei Vollmilch stärker ausgeprägt ist als bei fettreduzierter Milch", weiß Gerbracht. Er kann auch bei sogenannter ESL-Milch - das Kürzel steht für extended shelf life, längere Haltbarkeit im Regal - auftreten, je nachdem, wie sie behandelt wurde. "Leider ist das Verfahren auf der Verpackung nicht vermerkt". Wer viel Milch trinkt oder übergewichtig ist, dem rät die Ernährungsexpertin zu fettreduzierten Sorten: "Zwischen 3,5 und 1,5 Prozent Fett ist geschmacklich kaum ein Unterschied festzustellen." Einen deutlichen Unterschied nehmen die Geschmacksnerven hingegen bei laktosefreier Milch wahr: "Eigentlich ist der Name irreführend, denn diese Milch enthielt ursprünglich auch Laktose, ihr wurde jedoch das Enzym Lactase beigesetzt. Das hat den Milchzucker bereits in Einfachzucker zerlegt. Dadurch schmeckt die Milch süßer."
In Sachen Ernährung und Gewicht spielt der soziale Hintergrund für Teenager eine zentrale Rolle. In Mittelschichtfamilien werden den Kindern offenbar häufig andere Werte vermittelt als in sozial weniger gut gestellten Familien.
Diese Vermutung bestätigt eine Studie britischer Forscher, berichtet das Economic & Social Research Council. Die Untersuchung zeigt: Mittelklassefamilien haben auch die Zukunft ihrer Kinder im Auge. Daher leiten die Eltern ihre Kinder bereits im frühen Teenageralter dazu an, dass sie ihren Geschmack entfalten und eine gute Figur haben, um aktiv am Leben teilnehmen zu können. In Familien mit geringerem Einkommen sind es häufig ganz konkrete existenzielle Ängste, die den Alltag dominieren. "In Anbetracht der Risiken und Unsicherheiten von Familien der Arbeiterklasse hat die ideale Figur nur einen geringen Wert", erläutert Wendy Wills von der University of Hertfordshire. In ihrer Studie befragten Wills und ihre Kollegen 13- bis 15-jährige Teenager aus dem Mittelstand und deren Eltern nach Ernährung, Gewicht und Gesundheit. Diese Daten verglichen sie mit den Angaben aus einer früheren Studie, die sie mit Angehörigen der Arbeiterklasse durchgeführt hatten. Mittelständische Eltern äußern Bedenken, dass ihre Kinder später im Leben Gesundheitsprobleme bekommen können, wenn sie übergewichtig sind. Auch haben sie Sorge, dass ein zu hohes Gewicht das Selbstwertgefühl beeinträchtigen könnte sowie die Möglichkeiten, am täglichen Leben teilnehmen zu können. Sie fühlen sich dazu verpflichtet, darauf zu achten, dass ihre Kinder eine akzeptable Figur haben. Dazu geben sie eher Anleitung bei der Wahl des Essens und behalten täglich im Auge, was die Teenager zu sich nehmen. Mittelklasse-Teenager selbst sehen Übergewicht als das Ergebnis davon, faul, ungesund oder nicht in der Lage zu sein, das Verlangen nach ungesundem Essen zu kontrollieren. In weniger gut situierten Familien besteht zwar durchaus der Wunsch, Ernährung und Lebensstil der Kinder zu verbessern, aber es mangelt zuweilen an sozialen und kulturellen Möglichkeiten sowie an den finanziellen Mitteln, dies auch umzusetzen.
Quelle: "Parents' & teenagers' conceptions of diet, weight & health: does class matter", W J Wills et al.
Extrakte aus den Blättern des Ginkgo-Baumes sollen angeblich helfen, das Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter zu verlangsamen. Jetzt bestätigt die größte bisher dazu durchgeführte Studie frühere Ergebnisse, wonach eine derartige Wirkung ausbleibt.
Nach sechs Jahren unterschieden sich sämtliche getesteten kognitiven Fähigkeiten der Probanden, die Ginkgo-Präparate eingenommen hatten, nicht von denen der Placebogruppe. Der Pflanzenextrakt wirkte bei alten Menschen mit normalen Hirnleistungen genauso wenig wie bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung, schreiben die amerikanischen Forscher im "Journal of the American Medical Association (JAMA)". Die 3000 Teilnehmer der Doppelblindstudie waren zwischen 72 und 96 Jahre alt und nahmen zweimal täglich entweder jeweils 120 Milligramm eines Ginkgo biloba-Extraktes oder ein Placebo ein. Zu Beginn der Studie und nach sechs Jahren führten die Forscher verschiedene standardisierte Tests durch, mit denen das Gedächtnis, räumliches Vorstellungsvermögen, Konzentrationsfähigkeit und andere kognitive Fähigkeiten gemessen wurden. Die Ergebnisse ergaben keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Auch Geschlecht, Abstammung oder Bildungsstand der Probanden spielten keine Rolle. Eine frühere Studie der von Steven DeKosky von der University of Virginia koordinierten Forschergruppe hatte bereits ergeben, dass die Einnahme von Ginkgo-Präparaten auch die Wahrscheinlichkeit einer Alzheimer-Demenz nicht verringert.
QUELLE: "GINKGO BILOBA FOR PREVENTING COGNITIVE DECLINE IN OLDER ADULTS: A RANDOMIZED TRIAL", BETH E. SNITZ ET AL.; JOURNAL OF THE AMERICAN MEDICAL ASSOCIATION (JAMA), VOL. 302(24), P. 2663
LINKS: UNIVERSITY OF VIRGINIA SCHOOL OF MEDICINE: WWW.HEALTHSYSTEM.VIRGINIA.EDU/INTERNET/SOM/JOURNAL OF THE AMERICAN MEDICAL ASSOCIATION (JAMA): WWW.JAMA.COM
Es klingt verführerisch: Dreimal täglich eine Pille schlucken und schon purzeln die Pfunde - ganz ohne Sport. "Sogenannte Fettblocker sorgen dafür, dass rund ein Drittel weniger Fett aus der Nahrung aufgenommen wird. Aber sie haben eine ganze Reihe Nebenwirkungen", warnt Hans-Rudolf Diefenbach, stellvertretender Vorsitzender des Hessischen Apothekerverbandes.
Fettblocker wurden früher nur bei krankhaftem Übergewicht verschrieben, doch mittlerweile ist auch eine Reihe freiverkäuflicher Produkte auf dem Markt. Eine gefährliche Entwicklung, findet Diefenbach, denn die Mittel sind keineswegs so harmlos wie die Werbung die Menschen glauben machen will. "Die Fettblocker verringern nicht nur die Aufnahme von Nahrungsfetten, sondern auch die von fettlöslichen Vitaminen, beispielsweise den Vitaminen A, D und E." Zusätzlich zu den Fettblockern müssen die Konsumenten dann Vitamintabletten einnehmen. "Gefährlich werden können Fettblocker jedoch vor allem dann, wenn die Patienten gleichzeitig fettlösliche Arzneimittel einnehmen", erläutert der Apotheker. Einige Herzmedikamente, die Anti-Baby-Pille und eine Reihe weiterer Mittel stehen dem Körper dann nicht mehr in der notwendigen Dosis zur Verfügung. "In diesem Fall kann man natürlich nicht einfach die doppelte Menge nehmen, um die Verluste auszugleichen!" Wer glaubt, mit Fettblocker viel Schokolade essen zu können ohne zuzunehmen, muss mit Überraschungen rechnen: "Während der Einnahme von Fettblockern muss die Ernährung umgestellt werden, sonst kommt es zum sogenannten Fettstuhl, plötzlichem heftigen Durchfall", erläutert Diefenbach. Auch Blähungen und andere Magen-Darm-Probleme gehören zu den häufig auftretenden Begleiterscheinungen.
Wer all das in Kauf nimmt, kann in den drei bis vier Monaten, die die Fettblocker maximal eingenommen werden dürfen, drei bis fünf Kilo verlieren. Studien haben allerdings gezeigt, dass diese nach dem Absetzen der Präparate meist schnell wieder auf den Hüften der Probanden sitzen. "Seriöse Apotheker verkaufen diese Mittel daher nur nach ausführlicher Beratung", erklärt Diefenbach. Und aufgeklärte Kunden versuchen es seiner Erfahrung nach dann doch lieber mit einer ausgewogenen Ernährung und Sport.
Erreger von Zahnbettinfektionen können mit dem Blutstrom in andere Teile des Körpers gelangen. Besonders Schwangere sollten daher auf die Zahngesundheit achten, um ihr Baby nicht zu gefährden.
Amerikanische Mediziner berichteten von einem Fall, bei dem Mundbakterien für die Totgeburt einer Frau verantwortlich waren, die unter Zahnfleischbluten litt. In den Zahnfleischtaschen der Frau und in den Lungen des Babys wurden Fusobakterien nachgewiesen, Mikroben, die zur normalen Mikroflora der Mundhöhle zählen. Damit solche Bakterien nicht zu Infektionserregern werden, sollten nicht nur Schwangere bei Anzeichen einer Zahnfleischentzündung einen Zahnarzt aufsuchen, raten die Forscher im Fachblatt "Obstetrics & Gynecology". "Alte Frauen erzählen, dass man mit jedem Baby einen Zahn verliert. Das hängt mit bestimmten hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft zusammen", sagt Yiping Han von der Case Western Reserve University in Cleveland. So führt die veränderte Hormonsituation bei 75 Prozent der Schwangeren zu Zahnfleischbluten. Das erhöht die Gefahr, dass ansonsten harmlose Mundbakterien in Blutgefäße eindringen und sich, begünstigt durch eine geschwächte Immunabwehr, im Körper ausbreiten können. Einen solchen Fall rekonstruierten die Mediziner bei einer 35-jährigen Frau, die kurz vor dem Entbindungstermin unter Zahnfleischbluten litt und an einer Atemwegsinfektion erkrankte. Dadurch gelangte der Mundkeim Fusobacterium nucleatum über den Blutkreislauf in das ungeborene Kind, das dann an einer Sepsis starb und tot zur Welt kam. Aufgrund von DNA-Tests erwiesen sich die in den Zahnfleischtaschen der Frau, in der Plazenta und in den Lungen des Babys gefundenen Fusobakterien als genetisch identisch. In Vagina und Mastdarm dagegen war dieser Bakterienstamm nicht nachweisbar. Gute Mundhygiene und zahnärztliche Kontrollen sind folglich wichtige Vorsorgemaßnahmen - ganz besonders in der Schwangerschaft.
QUELLE: "TERM STILLBIRTH CAUSED BY ORAL FUSOBACTERIUM NUCLEATUM", YIPING W. HAN ET AL.; OBSTETRICS & GYNECOLOGY, VOL. 115(2, PART 2), P. 442-445, DOI: 10.1097/AOG.0B013E3181CB9955 LINKS: CASE WESTERN RESERVE UNIVERSITY: HTTP://WWW.CASE.EDU CASE WESTERN RESERVE UNIVERSITY SCHOOL OF DENTAL MEDICINE: HTTP://DENTAL.CASE.EDU OBSTETRICS & GYNECOLOGY: HTTP://JOURNALS.LWW.COM/GREENJOURNAL/