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Gesunde Schafe auf der Weide

Die Weidehaltung ist für Schafe das Nonplusultra: Sie liefert kostengünstige Nahrung und bietet – bei guter Pflege – die besten Voraussetzungen für gesunde und fruchtbare Schafe.

Schafe auf der Weide
aid

Die Weide ist in der Regel die optimalste Form der Haltung.  Doch auch die beste Weide kann die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Tiere gefährden, wenn nicht gewisse Regeln bei der Weidegyhiene beachtet werden.

Bevor es im März/April auf die Weide geht, müssen die Tiere erst auf Innenparasiten untersucht werden. Die wichtigsten Innenparasiten beim Schaf sind Magen-Darm- und Lungenwürmer, Bandwürmer und Nasendasseln. Der Befallsstatus der Tiere kann durch eine parasitologische Kotuntersuchung festgestellt werden. Befallene Tiere werden entsprechend behandelt. Auf diese Weise können Schafhalter verhindern, dass frische Weiden durch Parasitendauerformen wie Wurmeier und Kokzidienoozysten verseucht werden.

Behandlung gegen Bandwürmer

Im Mai/Juni, etwa vier bis sechs Wochen nach dem Weideaustrieb werden die Lämmer gegen Bandwürmer behandelt. Dafür sollten die abgesetzten Lämmer am besten für einige Tage nach der Behandlung aufgestallt werden, um die Bandwurmeier von der Weide fernzuhalten. Auf eine Bandwurmbehandlung der älteren Schafe kann in den meisten Betrieben verzichtet werden, da diese gegen Bandwürmer immun werden. Im Juli/August wird die Art und die Stärke des Befalls mit Magen-Darm-Würmern erneut überprüft. Besonders bei Standweiden kann der Parasitendruck sehr hoch werden, was ohne gezielte Behandlung und flankierende weidehygienische Maßnahmen zu plötzlichen Todesfällen durch Blutarmut (blasse Schleimhäute, weiße Haut) führen kann. Vor dem Aufstallen im Oktober/November ist – nach vorheriger Kotuntersuchung – eventuell nochmal eine Wurmkur ratsam.

Folgende weidehygienische Maßnahmen helfen zusätzlich, den Parasitenbefall zu verringern:

  • Mist möglichst auf Ackerflächen und nicht auf Schafweiden ausbringen
  • Wenn möglich, Weide als Umtriebsweide führen
  • Zwischen Weide- und Schnittnutzung wechseln (das Mähen vermindert die Zahl der Wurmlarven)
  • Problemweiden jährlich mit Kalkstickstoff düngen
  • Staunasse Flächen (Tümpel, Pfützen, Gräben) ausgrenzen und Morastbildung an Tränken und Futterplätzen vermeiden
  • Weidereste nach der Beweidung abmähen, wenn auf der Fläche keine Schnittnutzung vorgesehen ist
  • Den Tieren ständig sauberes frisches Wasser anbieten
  • Einhaltung einer dem Futterbesatz angepassten Besatzdichte verringert die Ansteckungsgefahr

Doch selbst bei Einhaltung aller Maßnahmen gilt: Vollständig verhindern lässt sich ein Innenparasitenbefall nicht.


Fragen und Antworten

Ist die Schur nicht eine Tortur?

Die Schur wird nicht aus ökonomischen Gründen sondern zum Schutz der Tiere vorgenommen. Ungeschorene Schafe können im Sommer ihren Wärmehaushalt nicht kontrollieren. Zudem hätten die Lämmer Schwierigkeiten, an das Euter zu gelangen. Üblicherweise erfolgt die Schur bei Weidehaltung nach den Eisheiligen.

Was sind Umtriebs- und Mähweide?

Bei der Umtriebsweide wird die Weidefläche in mindestens fünf Koppeln unterteilt, die jeweils nur eine kurze Zeit lang (eine Woche) intensiv beweidet werden. Ruhepausen von vier bis sechs Wochen unterbrechen den Entwicklungszyklus mancher Parasiten. Die Mähweide wird periodisch als Weide und zur Futtergewinnung genutzt. Bei der Futterkonservierung sterben viele unerwünschte Parasiten ab.

Was ist ökologische Schafhaltung?

Bei der ökologischen Schafhaltung müssen die Futtermittel von Flächen stammen, die nach Öko-Kriterien bewirtschaftet werden, das heißt kein chemischer Pflanzenschutz und kein mineralischen Stickstoffdünger. Der Weidegang sollte möglichst ganzjährig ermöglicht werden. Die prophylaktische Verabreichung von chemisch-synthetischen Medikamenten ist verboten. Bei der Parasitenbekämpfung dürfen auch in der Öko-Schafhaltung allopathische Medikamente verwendet werden, da es an homöopathischen oder phytotherapeutischen Behandlungsmaßnahmen fehlt. Schaflämmer erhalten bei ökologischer Haltung mindestens 45 Tage lang Milchtränke.

Autoren: Elisabeth Roesicke, aid und Jörg Planer, Bonn |

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Gesunde Schafe

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