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Hummeln - Fragen und Antworten

Bei Hummeln handelt es sich um sozial lebende Wildbienen der kühlen und gemäßigten Zonen. Mehr als die Hälfte der in Deutschland lebenden Arten sind gefährdet.

Hummel auf Blüte
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Hummeln gehören zur Familie der Echten Bienen. Sie betreiben Brutpflege, teilen Arbeiten untereinander auf und bilden einjährige Insektenstaaten. In Deutschland gibt es etwa 30 Hummelarten, sechs davon finden wir häufig in Siedlungsgebieten. Alle Hummelarten stehen unter Naturschutz, 16 Hummelarten sind schon auf der roten Liste gefährdeter Arten vermerkt.

Was Sie über die wichtigen kleinen Helfer wissen sollten

Welche Hummelarten kommen am häufigsten in Deutschland vor?

Die in Deutschland häufigsten Hummelarten sind die Ackerhummel (Flugzeit April bis Oktober), Wiesenhummel (Flugzeit März bis Juli), Erdhummel (Flugzeit März bis Oktober), Baumhummel (Flugzeit April bis August), Gartenhummel (Flugzeit April bis Juli) und Steinhummel (Flugzeit April bis Oktober). Die Wiesen-, Baum-, Garten-, Stein- und Ackerhummeln nehmen gerne Hummelnistkästen an, Erdhummeln bevorzugen unterirdische Nistplätze.

Welche Blüten werden von Hummeln angeflogen?

Aufrgund ihrer Körpergröße sind Hummeln an die Bestäubung großer Blüten angepasst. Im Internet gibt es Trachtpflanzenlisten für Hummeln, in denen geeignete Blütenpflanzen zu finden sind. Je nach Hummelart, kurzrüsselig oder langrüsselig, werden verschiedene Blüten bevorzugt. Langrüsselige Arten wie die Garten- und Ackerhummel haben sich an Blüten mit langen Blütenkronröhren oder Sporne angepasst, zum Beispiel Schmetterlingsblütler (Rotklee, Lupine, Luzerne), Lippenblütler (Lavendel, Taubnessel), Rauhblattgewächse, Rittersporn und Eisenhut. Die Stockrose wird von der kurzrüsseligen Dunklen Erdhummel angeflogen. Da Hummeln auch die Blüten von Obst- und Gemüsepflanzen bestäuben (Apfel, Aprikose, Pfirsich, Birne, Erdbeere, Himbeere, Tomaten, Paprika, Zucchini), setzen Gärtner Hummelvölker zur Bestäubung ein, vor allem im Gewächshaus.

Warum sterben Hummeln oft unter Silberlinden?

Besonders bei isoliert stehenden Silberlinden kommt es immer wieder vor, dass zur Blütezeit dieser Linden, Ende Juli, Anfang August, sterbende Hummeln unter den Bäumen liegen. Silberlinden blühen zu einem Zeitpunkt, zu dem nur wenige andere Pflanzen blühen. Die Hummeln kommen geschwächt von weither zu den Silberlinden. Zusätzlich haben sie am Baum Nahrungskonkurrenz durch andere Insekten, sodass nur wenig Nektar für die Hummeln übrig bleibt. Der Grund für das Massensterben ist also der Nektarmangel im Sommer. Die Silberlinde stellt in Siedlungsgebieten meist die einzige Nahrungsquelle für Hummeln und andere Insekten dar.

Warum stehen Hummeln unter Naturschutz?

Nahrungsquellen und natürliche Lebensräume der Hummeln verschwinden zunehmend. Hummeln brauchen zusammenhängende, blühende Flächen über das ganze Jahr verteilt. Für die Überwinterung und Volksgründung im Folgejahr, benötigen die Jungköniginnen ruhige, geschützte Überwinterungs- und Nistplätze. In der Stadt haben Hummeln es besonders schwer, da sie nur wenige geeignete Blühpflanzen mit Nektar finden. Aber auch auf dem Land wird es immer schwerer. Grund sind Monokulturen, Gefährdung durch Pflanzenschutzmitteleinsatz, frühzeitiges Mähen von Blühstreifen und Trachtlücken durch fehlende Blühpflanzen im Sommer.

Was können wir für die Hummeln tun?

Hummeln benötigen vom Frühjahr bis zum Herbst ein flächendeckendes Angebot an geeigneten pollen- und nektarhaltigen Blühpflanzen. Bieten Sie den Hummeln eine Nahrungsgrundlage, indem Sie Ihren Garten wildbienenfreundlich anlegen. Säen Sie ganzjährig blühende Trachtpflanzen, bieten Sie Nistplätze für Hummeln an, mähen Sie Blühstreifen erst nach der Blüte, pflanzen Sie Hecken und pflegen Sie diese. Für größere Gärten, stillgelegte Flächen, Ackerrandstreifen und Wegränder eignet sich eine Saatgutmischung für Bienen und Hummeln. Geeignete Überwinterungsorte für Hummelköniginnen sind Totholzstapel, Trockenmauern und Komposthaufen. Nach der Überwinterung haben die Hummelköniginnen Ihre Nahrungsreserven im Körper aufgebraucht und benötigen neuen Treibstoff in Form von zuckerhaltigem Nektar. Sie können entkräfteten Hummeln im Frühjahr eine Starthilfe in Form von Zuckerwasser anbieten.

Welche natürlichen Feinde haben Hummeln?

Die natürlichen Feinde der Hummeln können einzelne Hummeln eliminieren oder ein ganzes Hummelvolk gefährden. Hier einige Beispiele:

  • Die Wachsmotte legt ihre Eier in Hummelnester. Die schlüpfenden Larven ernähren sich von den Waben und Eiern der Hummeln und zerstören so das Hummelvolk.
  • Milben schwächen die Hummeln, indem sie ihr Blut saugen.
  • Bienenameisen legen ihre Eier in die Hummelnester. Die schlüpfenden Larven ernähren sich von den Eiern der Hummeln.
  • Die Dickkopffliege legt ihre Eier im Flug auf Hummeln ab. Wenn die Larven schlüpfen, dringen sie in den Hummelkörper ein und ernähren sich von den Hummelinnereien. Die Hummel stirbt.
  • Auch einige Vögel, Wespen, Hornissen, Maulwürfe, Mäuse, Igel etc. ernähren sich von Hummeln.

Autorin: Carmen Menn, Bonn

Effektive Nektar- und Pollensammler

Im Obst- und Gemüsebau sind Hummeln wichtige Helfer, da die effektiven Nektar- und Pollensammler viele Nutzpflanzenarten bestäuben. Anders als die Honigbienen können Hummeln auch bei ungünstigen Witterungsbedingungen fliegen und sind im kühlen Frühjahr oft die einzigen Bestäuber von Obstgehölzen. In Gewächshäusern setzen Gärtner Hummelvölker zur Bestäubung von Tomate, Paprika, Erdbeere oder Zucchini ein. Je nach Rüssellänge sind einige Hummeln an bestimmte Blütenformen angepasst. Besonders diese Spezialisten haben es bei einem mangelnden Angebot ihrer Blühpflanze schwer, sich über das ganze Jahr hindurch zu ernähren.

Vor allem die überwinternden Jungköniginnen benötigen im Frühjahr viel Nektar und Pollen, um ein neues Volk zu gründen. Sie bauen ihre Nester in verlassenen Mäusenestern, Baumhöhlen oder Trockenmauern. Leider finden Hummeln nur noch selten geeignete Lebensräume zum Nisten und Nahrung sammeln, weshalb viele spezialisierte Hummelarten bereits ausgestorben sind.

Carmen Menn, Bonn |

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Hummeln schützen

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Sozial lebende Wildbienen (Hummeln)
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