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Kennzeichnung von Gentech-Lebensmitteln

Gentechnisch veränderte Lebensmittel sowie Zutaten und Zusatzstoffe werden EU-weit einheitlich gekennzeichnet. Das gilt für verpackte, lose und unverpackte Lebensmittel, auch in Restaurants.

Mais mit Gentechnik-Schild
bildergala / Fotolia.com

Die Vorschriften für die Kennzeichnung von Gentech-Lebensmitteln sind in allen EU-Ländern gleich. Was und wie zu kennzeichnen ist, haben EU-Parlament, die EU-Kommission und der EU-Ministerrat im April 2004 beschlossen und damit die wohl weltweit strengsten Kennzeichnungsregeln für Gentech-Lebensmittel geschaffen.

Grundsätzlich gilt:

Kennzeichnungspflichtig sind alle Lebensmittel, Zutaten und Zusatzstoffe,

  • die aus einem gentechnisch veränderten Organismus (GVO) hergestellt sind
  • oder die selbst ein GVO sind oder GVOs enthalten.

Die Kennzeichnungspflicht besteht auch dann, wenn der verwendete GVO im fertigen Lebensmittel nicht mehr nachweisbar ist.

Wie und wo gekennzeichnet wird, ist genau vorgeschrieben

Alle EU-Staaten haben sich auf einen einheitlichen Kennzeichnungstext geeinigt. Dieser gilt sowohl für verpackte, als auch für lose oder unverpackte Lebensmittel, ebenso für Mahlzeiten in Restaurants oder Kantinen:

  • „gentechnisch verändert“ oder
  • „aus gentechnisch veränderten xy hergestellt“ oder
  • „enthält gentechnisch veränderte xy“.

Ohne Gentechnik!

Manche Lebensmittelhersteller haben sich dazu entschieden, auf die Verwendung gentechnisch veränderter Rohstoffe zu verzichten. Lebensmittel mit der Kennzeichnung "Ohne Gentechnik" dürfen keine gentechnisch veränderten Organismen (GVO) enthalten oder daraus hergestellt werden.

Bei tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Milch oder Eiern sowie bei Lebensmitteln, die tierische Produkte enthalten, gilt zusätzlich: Sie dürfen die Kennzeichnung "Ohne Gentechnik" nur dann tragen, wenn auch die Tiere selbst innerhalb strenger Fristen nicht mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden.

Mehr als 1.200 Produkte tragen inzwischen das "Ohne Gentechnik"-Siegel.

Das "Ohne Gentechnik"-Siegel

Das "Ohne Gentechnik"- Siegel des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wurde 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei so gekennzeichneten Lebensmitteln werden besonders hohe Anforderungen an den Nachweis gestellt, dass keine gentechnisch veränderten Bestandteile vorhanden sind.

Label Ohne Gentechnik

Informationen zum "Ohne Gentechnik"-Siegel beim BMEL

Weitere Informationen zur Kennzeichnung

Gibt es Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht?

Die Kennzeichnungspflicht entfällt, wenn eine Lebensmittelzutat weniger als 0,9 Prozent Gentech-Bestandteile enthält und es sich dabei um zufällige oder technisch unvermeidbare Beimischungen handelt. Kommen gentechnisch veränderte Enzyme bei der Lebensmittelverarbeitung zum Einsatz und sind diese beim fertigen Produkt nicht mehr nachweisbar, entfällt die Kennzeichnungspflicht ebenfalls.

Wo genau muss Ware gekennzeichnet werden?

Bei vorgefertigten Lebensmitteln muss der Hinweis auf Gentechnik in der Zutatenliste erscheinen. Er kann als ergänzende Information direkt bei der betreffenden Zutat oder in einer Fußnote stehen. Bei Lebensmitteln ohne Zutatenliste muss der Kenzeichnungstext deutlich sichtbar auf das Etikett.
Bei loser oder unverpackter Ware muss ein Schild an der Auslage kennzeichnen. In Restaurants und Kantinen ist ein entsprechender Hinweis auf der Speisekarte erforderlich.

 

Gerd Spelsberg, TransGen |

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