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Nährwertkennzeichnung

Die Nährwertkennzeichnung für Lebensmittel ist bislang noch freiwillig, erst ab 13. Dezember 2016 wird sie verpflichtend. Auf vielen Lebensmitteln ist sie jedoch bereits angegeben.

Nährwerttabelle auf einer Dose
Dr. Christina Rempe, Berlin

Wer auf Lebensmittelverpackungen Hinweise über den Nährwert sucht, kann verschiedene Informationen finden:

Nährwertkennzeichnung in Tabellenform

Die Nährwerttabelle ist spätestens ab 13. Dezember 2016 für alle vorverpackten Lebensmittel verpflichtend. Vorgeschrieben sind sieben Nährwertinformationen bezogen auf 100 Gramm oder 100 Milliliter:

  • der Energiegehalt und die Gehalte an
  • Fett,
  • gesättigten Fettsäuren,
  • Kohlenhydraten,
  • Zucker,
  • Eiweiß und
  • Salz.

Nur bei Platzmangel dürfen die Angaben hintereinander aufgeführt werden, etwa bei kleinen Verpackungen. Die Nährwertkennzeichnung muss ebenfalls die gesetzlich vorgeschriebene Mindestschriftgröße erfüllen, das heißt mindestens 1,2 Millimeter groß sein, bezogen auf den kleinen Buchstaben „x“.

Einige Lebensmittelgruppen sind von der Pflicht zur Nährwertkennzeichnung befreit, beispielsweise unverarbeitete Monoprodukte, die nur aus einer Zutat oder Zutatenklasse bestehen wie Obst und Gemüse, Mehl oder Reis, Kräuter, Gewürze sowie Mischungen daraus, Kaugummi, Tee sowie Kräuter- und Früchtetees und Getränke mit mehr als 1,2 Volumenprozent Alkohol. Auch verpackte Lebensmittel, die unmittelbar vom Hersteller an Verbraucher abgegeben werden, zum Beispiel Pralinen oder Teegebäck von einer Konditorei, brauchen keine Nährwertkennzeichnung.

Nährwertbezogene Angaben

Es gibt aber auch freiwillige Hinweise über positive Nährwerteigenschaften eines Lebensmittels, zum Beispiel „fettarm“ oder „reich an Ballaststoffen“. Dies sind die so genannten „nährwertbezogenen Angaben“. Sie dürfen nur verwendet werden, wenn sie im Anhang der europäischen Health-Claims-Verordnung definiert sind. Die Aussage „fettarm“ setzt beispielsweise voraus, dass feste Lebensmittel nicht mehr als 3 Gramm Fett pro 100 Gramm enthalten.

Nährtwertsymbole - drei Modelle, viele Meinungen

Im Zuge der langen und lebendigen Diskussion um die Kennzeichnung von Nährwertangaben auf Lebensmitteln haben sich vor allem drei Modelle in Europa etabliert: die Ampelkennzeichnung der britischen Lebensmittelbehörde, die GDA-Kennzeichnung, die auch bei uns weit verbreitet ist, und das nordische Keyhole-Modell, das in Schweden Anwendung findet. Wie die einzelnen Modelle funktionieren und wo ihre Stärken und Schwächen liegen, können Sie hier nachlesen:
 

Ampelkennzeichnung - Pro und Contra

Abbildung des Dokuments

Inhalte: Was steckt hinter der Ampelkennzeichnung? Kriterien für die Ampelkennzeichnung, Nährstoffgrenzen, wissenschaftliche Sicht und politische Diskussion.

Ampelkennzeichnung - Pro und Contra (4 Seiten, DIN A4, PDF, 239 KB)

 

Die „Guideline Daily Amounts" (GDA)

Abbildung des Dokuments

Inhalte: GDA in der Praxis: Was ist eine Portion? Die CIAA-Basisdaten und ihre Herleitung, GDA - Der Referenzwert für den Energiebedarf, Kritikpunkte

Die „Guideline Daily Amounts" (GDA) (2 Seiten, DIN A4, PDF, 184 KB)

 

Positivkennzeichnung in Schweden - das Keyhole-Modell

Abbildung des Dokuments

Inhalte: Produktgruppen und Vergabekriterien, Nährstoffanforderungen für einige Produktgruppen, Wer kann mitmachen? Nichts für Senioren und Schwerstarbeiter

Positivkennzeichnung in Schweden - das Keyhole-Modell (2 Seiten, DIN A4, PDF, 170 KB)

Weitere Informationen zur Nährwertkennzeichung

Welche Nährwertangaben gibt es bis 2016?

Bis Dezember 2016 können Nährwertangaben noch nach altem Kennzeichnungsrecht gemacht werden. Bis zu diesem Zeitpunkt kann man also noch verschiedene Kennzeichnungsvarianten auf den Verpackungen finden. Nach der alten Nährwert-Kennzeichnungs-Verordnung, mussten Nährwerttabellen nur auf der Verpackung stehen, wenn die Lebensmittel mit besonderen nährwert- oder gesundheitsbezogener Aussagen werben. Dabei kommen verschiedene Kennzeichnungsvarianten in Frage:

  • Big-Four-Regel“: Wenn ein Lebensmittel mit einem besonderen Nährwert wirbt, zum Beispiels mit der Angabe „fettarm“, dann müssen die „Big-Four“ auf der Verpackung stehen, das sind der Brennwert (Energiegehalt) in Kilojoule (kJ) und Kilokalorien (kcal) sowie der Gehalt an Eiweiß, Kohlenhydraten und Fett jeweils in Gramm. 
  • „Big-Eight-Regel“: Bezieht sich eine nährwertbezogene Angabe auf Zucker, gesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe, Natrium oder Kochsalz, dann muss zusätzlich zu den „Big-Four“ auch der Gehalt an Zucker, gesättigten Fettsäuren, Ballastoffen und Natrium angegeben werden.
  • Keine Nährwerttabelle: Wenn ein Lebensmittel keine Hinweise auf einen besonderen Nährwert trägt, braucht es bis 2016 auch keine Nährwertkennzeichnung.

Ab 2016 gibt es dann nur noch eine Variante der Nährwertkennzeichnung. Sie ist generell Pflicht, also unabhängig von eventuell verwendeten Nährwert- oder Gesundheitsaussagen:

  • Es sind generell sieben Pflichtangaben („big 7“) vorgeschrieben – das heißt, die bisherige Unterscheidung zwischen vier („big 4“) und acht („big 8“) Pflichtangaben entfällt.Angegeben werden müssen der Brennwert und die Gehalte an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz pro 100 Gramm beziehungsweise Milliliter. 
  • Die sieben Pflichtangaben dürfen durch bestimmte freiwillige Angaben, etwa über den Gehalt an Ballaststoffen oder ungesättigten Fettsäuren ergänzt werden. Auch Angaben zum Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen sind – wie bisher auch – unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt.

 

Welche zusätzlichen Nährwerte dürfen angegeben werden?

Zusätzlich sind Angaben zum Gehalt an Ballaststoffen, Stärke, mehrwertigen Alkoholen, einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen möglich.

Vitamine und Mineralstoffe dürfen nur aufgelistet werden, wenn mindestens 15 Prozent der empfohlenen Tagesdosis in 100 Gramm oder Milliliter des Lebensmittels enthalten sind. Außerdem muss angegeben werden, wie viel Prozent des empfohlenen Tagesbedarfs mit dem Verzehr von 100 Gramm, 100 Milliliter oder einer Portion des Produkts abgedeckt werden.

Was ist verpflichtend und was ist freiwillig?

Zusätzlich sind Angaben zum Gehalt an Stärke, mehrwertigen Alkoholen, einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Cholesterin, Vitaminen und Mineralstoffen möglich. Vitamine und Mineralstoffe dürfen nur erwähnt werden, wenn mindestens 15 Prozent der empfohlenen Tagesdosis in 100 Gramm oder Milliliter des Lebensmittels enthalten sind. Außerdem muss angegeben werden, wie viel Prozent des empfohlenen Tagesbedarfs mit dem Verzehr von 100 Gramm, 100 Milliliter oder einer Portion des Produkts abgedeckt werden. Erfolgt die Nährwertkennzeichnung bereits nach den Vorgaben der LMIV, sind jedoch nicht alle dieser freiwilligen Ergänzungen erlaubt. So darf beispielsweise der Gehalt an Cholesterin nach der LMIV nicht mehr freiwillig ergänzt werden.

Welche Vorschriften gibt es für Nährwertsymbole?

Zusätzliche Portionsangaben, GDAs und „Tönnchen“

Hinweise auf den Nährwertgehalt einer Portion sind freiwillig und auch nur dann zulässig, wenn über die Portionsgröße und die Gesamtzahl der Portionen pro Packung informiert wird. Solche Hinweise dürfen auch Bezug nehmen auf Referenzmengen. Sie informieren darüber wie viel Prozent eines Referenzwertes (Orientierungsmengen für einen Erwachsenen) in einer Portion enthalten ist. Die Referenzwerte sind im Anhang der Lebensmittelinformationsverordnung verbindlich festgeschrieben. Auch eine grafische Darstellung der Nährwertinformationen, etwa in Form kleiner „Tönnchen“, ist erlaubt.

Symbole, die den Gesundheitswert anzeigen

Das britische Gesundheitsministerium hat sich im Juni 2013 für eine vereinfachte Kennzeichnungsvariante auf der Verpackungsvorderseite ausgesprochen. Die sieben Nährwertangaben werden mit Ampelfarben unterlegt: Grün steht für einen niedrigen Gehalt, rot für einen hohen Gehalt eines Nährstoffes, eine gelbe Farbe entsprechend für einen mittleren. So können Verbraucherinnen und Verbraucher die Nährwertangaben leichter bewerten. In Finnland gibt es von staatlicher Seite seit vielen Jahren das Herz-Symbol, das Hersteller verwenden können, um Produkte zu kennzeichnen, die einen hohen Gesundheitswert haben. In Schweden, Dänemark und Norwegen steht dafür das Schlüssellochsymbol – das Keyhole. Nur Produkte, die bestimmte Nährwertkriterien erfüllen, dürfen diese Symbole tragen. Sie dürfen beispielsweise bestimmte Grenzen an Zucker nicht überschreiten oder müssen Mindestgehalte an Ballaststoffen aufweisen. Die Kriterien sind von Lebensmittelgruppe zu Lebensmittelgruppe unterschiedlich. Solche freiwilligen Ergänzungen der verpflichtenden Nährwerttabelle sind zulässig, sie dürfen aber den freien Warenverkehr nicht behindern und müssen bei der EU-Kommission angemeldet werden.

Autorinnen: Dr. Christina Rempe, Berlin und Gesa Maschkowski, aid

Dr. Christina Rempe, Berlin und Gesa Maschkowski, aid |

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