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Schaf- und Ziegenrassen vorgestellt

Bei Schafen und Ziegen gibt es für jede Nutzungsrichtung die passenden Vertreter. Der aid stellt hier die bedeutensten Schaf-  und Ziegenrassen vor.

Dickwollige Schafe
nspooner / Fotolia.com

Schafe sind mit den Ziegen die ältesten Wirtschaftstiere des Menschen und wurden aus dem Mufflon vor etwa 11.000 Jahren erstmals domestiziert. Die Menschen nutzten Fleisch, Milch und Wolle, aber auch Hörner und Häute der Tiere. Schafdung fand als Brennmaterial Verwendung.

Schafe

2013 wurden in Deutschland insgesamt rund 1,6 Mio. Schafe gehalten, darunter etwa 10.700 Milchschafe (Quelle: DESTATIS, 2013). Schwerpunkt ist die Produktion von Qualitätslammfleisch; der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei rund 1,1 kg. Auch die Landschaftspflege mit Schafen trägt zu einem nicht unerheblichen Teil zum Einkommen aus der Schafhaltung bei. Viele alte durch den Menschen geformte und weniger ertragreiche Kulturlandschaften wie Trockenrasen, Heidegebiete und Moorflächen können nur durch die Pflege mit Schafen und Ziegen erhalten werden. Sie werden zur Erhaltung der Deiche eingesetzt und im Hochgebirge.

Die Wolle hat heute in Deutschland keine Bedeutung mehr. Die Weltmarktpreise für Wolle liegen unter den Produktionskosten. Die Schafschur ist jedoch eine unumgängliche Pflegemaßnahme. Deshalb gewinnen Haarschafe wie das Kamerunschaf mehr an Bedeutung, weil diese im Gegensatz zu den Wollschafen nicht geschoren werden müssen.

Schafrassen lassen sich in vier Rassengruppen zusammenfassen: Merinoschafe, Fleischschafe, Milchschafe und Landschafe.

Ziegen

Ziegen werden schon lange Zeit von den Menschen genutzt: Man verwendete Fleisch, Milch, Wolle (z. B. Kaschmir, Mohair), Fell, Horn und nutzte die Arbeitskraft. In der griechischen Mythologie ist der Gott Pan halb Mensch und halb Ziege, der Wagen des germanischen Gottes Thor wurde von zwei Ziegenböcken gezogen. In Mitteleuropa wird vor allem die Milch der Ziegen genutzt, daher sind die dort genutzten Rassen auf hohe Milchleistung gezüchtet worden. Diese 60 bis 70 kg schweren Wiederkäuer geben im Durchschnitt etwa 1.000 kg Milch im Jahr. Daraus lassen sich ca. 90 kg Käse herstellen.

Mit ihren bescheidenen Ansprüchen an Futter und Stallraum hat sie in vielen Ländern mit kargem Futterangebot eine große Bedeutung bei der Versorgung der Menschen mit eiweißreichen Nahrungsmitteln.

Etwa 93 % der Weltziegenbestände werden in Entwicklungsländern gehalten. In Deutschland ist die wirtschaftliche Bedeutung der Ziegenhaltung sehr gering. Der Bestand beläuft sich hierzulande auf knapp 150.000 Tiere (Quelle: DESTATIS, 2010). Heute werden Ziegen hauptsächlich zur Erzeugung von Milch und Milcherzeugnissen sowie zur Landschaftspflege gehalten. In Kombination mit der Landschaftspflege kann am besten die Produktionsrichtung „Fleisch“ kombiniert werden, wobei Ziegenfleisch heute als exotisches Nahrungsmittel gilt. In der Landschaftspflege stehen die Ziegen in Konkurrenz mit Schafen. Ziegen fressen in Gegensatz zu den Schafen auch Baumlaub: Sie stellen sich auf die Hinterbeine und drücken mit den Vorderbeinen die Äste herunter, um an die Blätter zu kommen. Deshalb sind sie besonders gut in der Bekämpfung der Verbuschung.

Früher war die Ziege als Selbstversorgertier sehr verbreitet und wurde daher auch „Kuh des armen Mannes“ oder „Eisenbahnerkuh“ genannt. Heute gibt es immer noch viele Selbstversorger unter den Ziegenhaltern, aber weniger aus Not, sondern aus Liebhaberei.

Mit Ausnahme der Burenziege, die als reine Fleischziege gezüchtet wird, sind die in Deutschland verbreiteten Ziegenrassen meist milchbetonte Zweinutzungsrassen.

Autoren: Dr. Elisabeth Roesicke, aid und Jörg Planer, Meckenheim |

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Kopf von Highlandrind
iStock.com / inwood

Der aid stellt hier die in Deutschland zahlenmäßig bedeutendsten Rassen vor. Zusätzlich sind einige Rassen mit rassetypischen Besonderheiten beschrieben.

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