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Schneckendämmerung

Schnecken sind im Gemüsebau eine echte Plage. Zur Bekämpfung tragen neben Molluskiziden vor allem eine geeignete Fruchtfolge und eine durchdachte Bodenbearbeitung bei.

Schnecke frisst Salat
iStock.com / erwo1

Wenn die Nacht hereinbricht oder Nebel aufzieht, geht vielerorts die Angst um: Nun werden sie wieder kommen mit ihren Abertausend Zähnen und dem tiefschwarz bis leuchtend rot glänzenden Mantelschild, um sich mit kalten, starr blickenden Augen nach neuen Opfern umzusehen. Wenn sich anderntags die Nebelschwaden lichten, bietet sich ein Bild des Grauens: Unzählige Jungpflanzen, nicht mal annähernd in der Blüte ihres Lebens, wurden von den nächtlichen Besuchern dahingemetzelt, von manchem Salatkopf ist nur noch der Wurzelstock übrig und selbst die imposanten Kohlköpfe wurden nicht verschont: Durch Fraßspuren entstellt, werden sie wohl niemals den Teller der Verbraucher erblicken, sondern nur noch die Tiefen des Komposthaufens. Von den unbarmherzigen Bestien, die für das Massaker im Gemüseacker verantwortlich sind, ist nichts mehr zu sehen, lediglich im Sonnenlicht glitzernde Schleimspuren verraten, wer hier am Werke war: Schnecken. Die mit den Tintenfischen und Muscheln zu den Weichtieren zählenden Geschöpfe sehen so harmlos und verletzlich aus, doch ihre Gier nach frischem Grün macht einige Arten zum Schrecken von Hobbygärtnern und Gemüseanbauern.

Den Feind kennen, um ihn zu bekämpfen

Insbesondere im Gemüsebau, für den das arbeitsintensive Absammeln oder Zerschneiden nicht infrage kommt, ist der Bedarf an alternativen Bekämpfungsmethoden groß. Neben Molluskiziden, wie der Fachbegriff für Schneckenmittel lautet, die vor allem im Ökologischen Gemüsebau trotz einiger zugelassener Produkte mit Skepsis betrachtet werden, gibt es zum Glück eine Reihe vorbeugender Maßnahmen, die den Gemüsemeuchlern das Leben schwer machen. Beispielsweise benötigen sie, um auf ihrer selbst produzierten Schleimschicht von Wiesen und Hecken zu den Gemüsekulturen kriechen zu können, einen möglichst glatten Untergrund sowie genügend Feuchtigkeit. Je weiter der Abstand zwischen Versteckmöglichkeiten und Gemüseacker ist und je gröber und trockener der Bereich dazwischen, desto geringer ist die Gefahr, dass selbst Schnellschleimer wie die gefürchtete Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus) weit in die Kultur vordringen können. Für kleinere Kulturen können sich zudem Schneckenzäune oder Beeteinfassungen aus Abwehrpflanzen wie stark duftenden Kräutern lohnen.

Fruchtfolge und Bodenbearbeitung reduzieren Schäden

Ein wichtiger Punkt ist auch die Planung und Bodenbearbeitung vor der Aussaat beziehungsweise Pflanzung: Wo im Vorjahr Salat, Mais oder andere Kulturen den Boden großflächig bedeckten, haben sich im Boden lebende Schneckenarten wie die Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum) oft stark vermehrt. Im Folgejahr sollte auf solchen Flächen auf empfindliche Gemüsearten verzichtet werden. Gegen unterirdisch lebende Schnecken empfiehlt es sich zudem, unmittelbar den Boden vor der Aussaat oder Pflanzung noch einmal gründlich durchzupflügen. Achtung: Anschließend die Erdschollen unbedingt mit der Egge wieder einebnen und den Boden nach erfolgter Aussaat im Idealfall noch einmal anwalzen. Das verhindert zum einen, dass sich die aufgeschreckten Schnecken in den entstandenen Hohlräumen verkriechen, wo sie vor dem Walzen sicher sind. Darüber hinaus keimt das Saatgut durch die Verbesserung des Bodenkontakts und der damit verbundenen Wasserversorgung schneller und das Gemüse wächst rascher aus dem besonders gefährdeten, weil zartblättrigen, Keimlings- und Jungpflanzenstadium heraus. Das hilft ihm zumindest zeitweilig, denn eines ist sicher: Letztlich steht es doch wieder auf der Speisekarte – auf dem Teller ist die Kombination aus Schnecken und Gemüse mitunter selbst bei Gärtnern beliebt.

Mascha Schacht, Frankfurt am Main |

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