Sitemap  |  Kontakt  |  Impressum  |  AGB  |  Hilfe
infodienst 
Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft Header Background
Curve Breadcrumb

Ackerwildkräuter


Dekorativ und doch fast aus-
gerottet: die Wildtulpe

Rettung in höchster Not

Ein Blick in die ranghöchsten Kategorien der Roten Liste, nämlich 0 = ausgestorben/verschollen und 1 = vom Aussterben bedroht, macht den Zustand der Ackerwildkrautflora deutlich: In beiden Kategorien ist permanenter Zuwachs zu verzeichnen, in der 0-Klasse sind inzwischen fast 30 Prozent aller Arten aufgeführt. Obwohl seit Jahren an der Rettung der heute als schützenswert erkannten Kräuter gearbeitet wird, bleibt die Tendenz negativ. Zu stark hat sich die Landbewirtschaftung seit der Zeit gewandelt, als die Kräuter einwanderten, sich in der Feldflur verbreiteten und sich dabei so sehr an Kulturpflanzen anpassten, dass sie außerhalb der entsprechenden Äcker keine Lebensräume mehr finden. Eine alte Baurnregel unterstreicht diesen Umstand: Roggen blüht blau (Kornblume),Weizen blüht rot (Mohn) und Hafer blüht gelb (Ackersenf, Hederich oder Saatwucherblume).

Im Regen chemischer Herbizide bleibt insbesondere für die empfindlicheren Arten kaum ein Schlupfloch. Oft ist es allerdings auch der tiefe Umbruch des Bodens dank hochmotorisiertem Gerät oder die üppige Düngung, die den Nicht-Ertragspflanzen den Garaus machen. Zurück bleibt beileibe nicht der unkrautfreie Acker, denn Ampfer, Ackerkratzdistel oder Quecke kommen mit den neuen Bedingungen gut zurecht. Der durch sie verursachte Schaden steht in keinem Verhältnis zu dem, was Pflanzen wie das Sommeradonisröschen oder der Rittersporn anrichten könnten. Das hat man mittlerweile auch in Politik und Verwaltung erkannt und bemüht sich zunehmend, den letzten ihrer Art zu helfen. Ackerrandstreifen sind eine Strategie, Flächenstilllegung eine andere, die Einrichtung von Schutzäckern eine besondere ...

Eine Erfolgsstory ist die Rettung der Wilden Tulpe: Per Vertrag wurden Winzer im rheinhessischen Projektgebiet verpflichtet, im ersten Halbjahr jede Unkrautbekämpfung zu unterlassen. Die Bestände der Wildtulpe erholten sich sichtlich – gerade noch rechtzeitig, bevor die Pflanze aus den Weinbergen unwiederbringlich vertrieben war.

Autorin: Iris Lehmann, Stuttgart

Stand: 10.12.2009

externe Links

  • www.schutzaecker.de
    Wissenschaftler und Praktiker setzen sich gemeinsam für den Erhalt der Ackerwildkräuter ein; ihr Motto: "Hundert Äcker für die Vielfalt!" Unter anderem findet man hier eine Artenliste mit Gefährdungsgrad.
  • www.bmelv.de
    Das BMELV verfolgt das Ziel, die landwirtschaftliche Produktion stärker als bislang an den wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Prinzipien der Nachhaltigkeit auszurichten. Das heißt, sich insbesondere für die Agro-Biodversität einzusetzen, die durch die Intensivlandwirtschaft extrem gelitten hat.
  • www.bfn.de
    Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) präsentiert hier eine breite Palette von Strategien und Maßnahmen zur Rettung der Agro-Biodiversität.
Curve Top MEDIA Right
MedienTipp

Heimische Wildbienen, Hummeln und WespenHeimische Wildbienen, Hummeln und Wespen
(Heft)

... mehr

Artenschutz und Biologische VielfaltArtenschutz und Biologische Vielfalt
(Heft)

... mehr

Ackerwildkräuter schützenAckerwildkräuter schützen
(Heft)

... mehr

Downloadservice

aid-Hefte und Folien

Shop-Neuheiten

als Newsletter 

SommerSpezial 2010

SommerSpezialNeue Medien auf einen Blick: Jetzt kostenlos anfordern mehr

Medienkatalog 2010

Katalog

online blättern

per Post

Sammelabo

Nur nichts verpassen! Das Sammelabo Neuerscheinungen für aid-Hefte... mehr

Curve Bottom Right
Ausgedruckt am: 03.09.2010