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Wespen

Hornissennest
Hornissen bei der Nestpflege

Weitgehend unbekannt und zu Unrecht in Verruf geraten

Wespen – kaum eine andere Tiergruppe der heimischen Fauna ist durch Vorurteile und biologisches Halbwissen stärker belastet. Verbreiten die fragilen Kerbtiere doch pünktlich zum Hochsommer immer wieder Angst und Schrecken. Ihre angeblich große Aggressivität und die Fähigkeit einiger Arten, schmerzhaft stechen zu können haben diese Insektengruppe zu Unrecht in Verruf geraten lassen. Das negative Image von Wespen als „angriffslustige Plagegeister“ beruht auf seit Jahrhunderten weitergegebenen Vorurteilen. Einzig die Hornisse hat in den letzten Jahren einen gewissen positiven Symbolwert erlangt. Die Bildung von Sozialstaaten und das Verhalten der Wespen faszinierten die Menschen indes schon seit alters her. So hat Aristoteles schon um 300 v. Chr. den sozialen Wespenarten viel biologisches Verständnis entgegengebracht – wahrscheinlich mehr als so mancher aufgeklärte Mitteleuropäer im dritten Jahrtausend.

Mit der volkstümlichen Bezeichnung "Wespen", einem in der biologischen Systematik nicht definierten Begriff, assoziieren die meisten Menschen die gelb-schwarzen Vertreter der sozialen Faltenwespen. In Deutschland kommt die Familie der Faltenwespen (Vespidae) mit 100 Arten vor. Eine soziale Lebensweise ist von nur 12 Arten, zu denen auch die Hornisse (Vespa crabro) gehört, bekannt. Weitere 4 Arten leben sozialparasitisch, d. h. sie okkupieren einen vorhandenen Wespenstaat und nutzen die Arbeiterinnen als Sklavinnen.
Weithin unbekannt ist, dass noch eine Vielzahl weiterer Wespenfamilien existiert. Hierzu zählen z.B. die solitär lebenden Weg- und Grabwespen oder die parasitischen Goldwespen.

Grabwespe mit Beute

      Goldwespe 

Der schlechte Ruf der Wespen begründet sich fast ausschließlich auf das Verhalten der Arten Deutsche Wespe (Vespula germanica) und Gemeine Wespe (Vespula vulgaris). Im Gegensatz zu allen anderen Faltenwespen werden sie von zuckerhaltigen Lebensmitteln angelockt. Im unmittelbaren Bereich ihrer Nester, die sich im Boden oder in dunklen Hohlräumen befinden, haben sie ein starkes Verteidigungsverhalten ausgebildet. Sie sind bis in den Herbst hinein aktiv und erreichen mit bis weit über 10.000 Tieren die größten Volksstärken. Zum Vergleich: Ein bis zum erstem Frost bestehender Hornissenstaat produziert maximal 2000 Tiere pro Jahr.
Die Nester dieser beiden Arten sind meist sehr versteckt angelegt, so dass gerade die freihängenden, oft gut sichtbaren Nester der selbst in Nestnähe friedfertigen anderen Arten häufig in die Schusslinie einer ungerechtfertigten Zerstörungswut geraten. Alle weiteren Faltenwespenarten beenden ihre Entwicklung schon im Hochsommer und bilden kleinere Völker aus. Gänzlich harmlos sind die primitiv-sozialen Feldwespen (Polistinae) mit ihren hüllenlosen, einwabigen Nestern.

Autor: aid, infodienst
Bilder: Rolf Witt

Stand: 19.06.2006

PDF-Dateien zum Download

Der Jahreszyklus eines Hornissenvolkes

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Nisthilfen für Hornissen

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Liste der sozialen Faltenwespenarten

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Bestimmungshilfe von Faltenwespen

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externe Links

  • www.bembix-newsletter.de
    Wissenschaftlich fundierte Seite über Stechimmen (Bienen, Wespen inkl. aller Kleinfamilien) in Deutschland
  • www.hornissenschutz.de
    Sehr gut gemachte Seite über Soziale Faltenwespen und Hornissen
  • www.hymenoptera.de
    Allgemeinverständliche Seite mit umfangreichen Informationen über Hymenopterenschutz (Bienen, Wespen)
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