Die meisten Imker sind Hobby-Imker und finden den Einstieg übers Zuschauen und Mitmachen bei Bekannten, die selbst Bienenvölker haben oder bei den Ortsverbänden.
Gibt es eine Berufsausbildung für Imker?
Wer das Hobby zum Beruf machen möchte, absolviert die dreijährige Ausbildung zum Tierwirt mit Schwerpunkt Bienenhaltung. Darauf kann eine Meisterfortbildung aufgebaut werden.
Wo findet die Ausbildung statt?
Fortbildungen sowie die Berufsausbildung erfolgen über die Landesinstitute oder Landesanstalten für Bienenkunde beziehungsweise Bienenzucht.
Welche Voraussetzungen sollte ein angehender Imker erfüllen?
Gelassenheit im Umgang mit den Bienenvölkern und keine Probleme mit einer Bienengift-Allergie.
Wie viele Völker empfehlen sich für Hobby-Imker?
Für den Einstieg sind zwei bis drei Völker sinnvoll. 80 Prozent aller Imker arbeiten mit ein bis 20 Völkern, 18 Prozent mit bis zu 50 Völkern.
Warum rauchen viele Imker Pfeife?
Normalerweise stechen Bienen nur in Notwehr oder zur Verteidigung des Volkes. Allerdings gibt es auch stechlustigere Völker. Grundsätzlich ist der Rauch zur Besänftigung und Ablenkung gedacht. Er signalisiert den Bienen Gefahr, nämlich Feuer im Stock. Bienen reagieren darauf mit dem Füllen der Honigblase als Vorbereitung zum Verlassen des Stockes.
Was bedeutet "wesengemäße" oder "artgerechte" Bienenhaltung?
Der Begriff der "artgerechten" Bienenhaltung ist kein gesetzlich geschütztes Qualitätsmerkmal. Wegen der freien Interpretierbarkeit zählen letztendlich die Kriterien, die der Betreiber dieser Haltungsform angibt. Folgende Kriterien werden als "artgerecht" herausgestellt:
Die Überwinterung erfolgt mit Honig; nur der Überschuss wird geerntet. Die Größe des Volkes wird nicht über die Fütterung von Zucker manipuliert.
Die Volksentwicklung wird nicht durch die Kastengröße begrenzt
Der Bewegungsfreiraum der Königin wird nicht durch Absperrgitter auf einen kleinen Brutraum beschränkt. Die Königin wird nicht gekennzeichnet und die Flügel werden ihr nicht gestutzt. Die künstliche Königinnenzucht entfällt.
Welche Auflagen gelten für die Öko-Imkerei?
Bei der ökologischen Bienenhaltung gelten besondere Anforderungen an die Behandlung der Völker, die Umwelt und die Verarbeitungs- und Lagerungsbedingungen. Der Umstellungszeitraum von konventioneller auf ökologische Erzeugung beträgt mindestens 12 Monate. Das Wachs muss aus ökologischen Einheiten stammen. Die künstliche Fütterung kann von der Kontrollbehörde zugelassen werden. Bei der Krankheitsvorsorge wird auf vorbeugende Maßnahmen gesetzt. Der präventive Einsatz von chemisch-synthetischen Arzneimitteln ist verboten. Beim Einsatz dieser Medikamente muss das betroffene Volk erneut umgestellt werden. Die Bienenweiden dürfen nicht mit Spritzmitteln belastet sein. Um die ökologische Qualität der Imkereierzeugnisse zu sichern, wird durch die EU-Öko-Verordnung den Öko-Imkern eine besondere Sorgfaltspflicht bezüglich der Aufstellung der Bienenvölker auferlegt. Die Aufstellung der Beuten muss in ausreichender Entfernung von "nichtlandwirtschaftlichen Verschmutzungsquellen" erfolgen. Vonseiten der Behörden können Sperrgebiete eingerichtet werden, in denen ökologische Bienenhaltung nicht erlaubt ist (massive Industrieanlagen, Mülldeponien, Verkehrsballungszentren etc.). Während der Trachtzeit dürfen die Bienenstöcke nur auf Bienenweiden aufgestellt werden, in deren Umkreis von drei Kilometern sich keine Kulturen befinden, die die ökologische Qualität der Imkerei-Erzeugnisse negativ beeinflussen können.
Wie wird Krankheiten in der ökologischen Bienenhaltung vorgebeugt, insbesondere der Varroatose?
Die Wahl geeigneter widerstandsfähiger Rassen und vorbeugende Maßnahmen sind Grundvoraussetzungen für ein gesundes Bienenvolk. Bei der Rassenwahl sind europäische Bienenrassen (Apis mellifera) und deren lokale Untertypen zu bevorzugen, da sie am besten an die gegebenen Umweltbedingungen angepasst sind. Der Zukauf von Schwärmen und Völkern darf nur aus Öko-Betrieben erfolgen, außer bei einem Bestandsaufbau aus bereits vorhandener konventioneller Imkerei. Hier beträgt die Umstellungszeit mindestens ein Jahr. Seit 1980 haben die Imker in Deutschland erhebliche Probleme mit der Varroa-Milbe (Varroa jacobsoni). Da eine Therapie aber immer nur die aktuelle Milbenzahl in den Völkern reduzieren, nie aber alle Milben beseitigen kann, muss der Imker eine regelmäßige Behandlung seiner Völker durchführen, um die Entwicklung der Milbenzahl unter der Schadensschwelle zu halten. Die Wahl der Behandlungsmittel bei Varroatose wird eingeschränkt auf Maßnahmen und Mittel, von denen keine Belastung und Rückstandsbildung ausgeht. Erlaubt sind Ameisen-, Milch- und Oxalsäure sowie Menthol, Thymol, Eukalyptol und Kampfer. Homöopathische Mittel und biotechnische Verfahren (Bannwabe, Kunstschwarm, Drohnenbrutentnahme etc.) dürfen ebenfalls angewandt werden.
Wie weit entfernen sich die Bienen vom Stock?
In der Regel bewegen sie sich auf ihren Sammelflügen nicht weiter als im Umkreis von zirka zwei Kilometern. Allerdings kann sich der Bereich auf fünf bis sechs Kilometer ausweiten, wenn das Nektar- und Pollenangebot schlecht ist. Dann ist jedoch der Energieverbrauch größer und die Honigernte geht gegen null.
Warum findet man auf früh blühenden Pflanzen hauptsächlich Bienen als Bestäuber?
Auf früh blühenden Pflanzen wie Anemone, Küchenschelle, Krokus, Märzenbecher, Schneeheide, Seidelbast, aber auch Bäumen wie Weide, Kornelkirsche, und Ahorn findet man im März und April fast ausschließlich Honigbienen vor, weil ihnen aufgrund einer relativ hohen Überwinterungsrate schon früh im Jahr eine hohe Individuenzahl (5000 bis 10000 Flugbienen/Volk) zur Verfügung steht und außerdem andere blütenbesuchende Insekten sich zu dieser Jahreszeit noch nicht vollständig entwickelt haben bzw. nur in verhältnismäßig kleinen Populationen auftreten. In kalten und nassen Frühjahren sind Hummeln aufgrund ihrer Fähigkeit, auch bei Temperaturen unter 10 °C zu fliegen, oft die einzigen Bestäuber früh blühender Apfelsorten. Sie ersetzen hier die Honigbienen, welche erst bei Temperaturen über 12 °C zu Sammelflügen starten.
Stimmt es, dass die Bienenhaltung unter der Intensivierung der Landwirtschaft leidet?
Die Intensivierung der Landwirtschaft hat dazu geführt, dass die Vielfalt der Blühpflanzen zurückgegangen ist. Auch die Beseitigung alter Allee- und Obstbäume hat den Bienen eine wichtige Nahrungsgrundlage entzogen. Heute werden blühende Randstreifen und Biotope regional unterstützt, um die Vielfalt von Flora und Fauna zu fördern. Davon profitieren auch die Bienen. Bei Neupflanzungen wie z.B. in Städten, an Straßen und Autobahnen oder auf rekultivierten Industrieflächen werden heute so genannte "Bienenweidepflanzen" bevorzugt. Dazu zählen u.a. Lindenarten (außer Silberlinde), Ahorn, Robinie, Vogelkirschen, diverse Weidearten und die Kastanie.
Wie wird Honig auf Rückstände kontrolliert?
Für die Untersuchung von Honig sind grundsätzlich die Lebensmittelkontrollämter zuständig. Bei der Erzeugung des Markenhonigs "Echter Deutscher Honig" gelten zusätzlich die Qualitätsbestimmungen des Deutschen Imkerbundes (D.I.B.). Im Auftrag des D.I.B. werden Honiganalysen in sechs Untersuchungsinstituten nach dem Stichprobensystem durchgeführt. Untersucht werden Qualitätsmerkmale wie z.B. der Wassergehalt und die Gehalte an Prolin, HMF, Mineralstoffen und toxischen Metallen? An dem Honiguntersuchungsinstitut Stuttgart-Hohenheim werden die Proben auch auf Rückstände von Medikamenten und Pflanzenschutzmitteln getestet.