Wissen und praktische Erfahrung müssen zusammenkommen, soll mit optimaler Düngung ein größtmöglicher Ertrag erzielt werden. Insbesondere Stickstoffdünger wirkt sich von Pflanzenart zu Pflanzenart, von Wachstumsphase zu Wachstumsphase sehr unterschiedlich aus. Dabei stehen Licht und Schatten oft dicht beieinander: So fördert eine gute N-Versorgung beim Raps die Bestandsentwicklung, lässt die Pflanzen schneller dem ersten Unkraut entwachsen und andere unliebsame Konkurrenten durch dichten Schluss der Blätter gar nicht mehr aufkommen. Doch der Nährstoff unterstützt zugleich den Aufbau von Eiweiß - auf Kosten des eigentlichen Produktionsziels, einem hohen Fettgehalt. Für den Landwirt gilt es abzuwägen, ob der dichte Bestand den Fett-Verlust zumindest wettmacht oder nicht. Bis zu welchem Punkt zahlt sich der Mehraufwand an Geld und Arbeit tatsächlich aus? Auch bei den Kartoffeln konkurriert der Vorteil einer schnellen und kräftigen Pflanzenentwicklung mit den negativen Folgen hoher N-Gaben: Mehr Eiweiß in den Knollen lassen Trockenmasse und Stärkegehalt sinken, der Geschmack leidet ebenso wie die Kochfestigkeit - gleichgültig, was in der Sortenbeschreibung diesbezüglich steht. Das alles wäre noch vergleichsweise einfach, müsste die Entscheidung über mehr oder weniger Dünger am grünen Tisch und nicht im grünen Feld gefällt werden. Denn was der Bauer will und durch gezielte Düngung anstrebt, können Witterungsverlauf und andere Umweltfaktoren sehr schnell zunichte machen.
www.bba.de
Die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft informiert über viele Themen rund um den Pflanzenbau, von der Gentechnik bis zum Pflanzenschutz. Hier findet man auch zahlreiche Datenbanken zum Thema.
www.abs.at
Die Stickstoffdüngung im Ackerbau - (k)ein Problem. Tipps vom österreichischen Agrar-Beratungs-Service.
www.landw.uni-halle.de
Auf den Seiten der Pflanzenbau-Institute der Landwirtschaftlichen Universitäten wird über neue Forschungsprojekte sowie die Publikationen informiert.