Der Begriff einer "nachhaltigen Entwicklung" basiert auf der Erkenntnis, dass wir mit unserem Handeln heute sehr weitgehend über die Lebensmöglichkeiten kommender Generationen bestimmen. Er steht für die Verantwortung, die wir als heute Lebende gegenüber den uns folgenden Generationen begreifen und wahrnehmen müssen. Das Grundprinzip einer nachhaltigen Entwicklung erfordert deshalb einen Umgang mit Natur und Umwelt, der es auch kommenden Generationen noch erlaubt, ihr Leben zu gestalten und ihre Bedürfnisse zu erfüllen.
Das Leitbild des Integrierten Pflanzen- bzw. Landbaus gibt Antwort auf die Frage, wie eine Landwirtschaft aussehen kann, die diesen Ansprüchen gerecht wird. Dabei wird der landwirtschaftliche Betrieb mit seinen verschiedenen Produktionszweigen als eine Einheit verstanden, in der viele einzelne "Rädchen" wie bei einem Uhrwerk ineinander greifen. Integrierter Pflanzenbau ist ein Produktionssystem, bei dem der Landwirt viel wissen und viel können muss, und in dem eine umfangreiche "Werkzeugkiste" eine ganz entscheidende Voraussetzung darstellt. Darunter ist die Vielzahl der Strategien, Vorgehensweisen und Verfahren zu verstehen, aus denen der Landwirt jeweils die Bewirtschaftungsschritte zusammenstellen kann, die für seine Produktionsziele, seine Situation, seinen Standort und die dort herrschende Witterung optimal sind.
Die Werkzeugkiste umfasst die "Fächer" Standort, Bodenbearbeitung, Fruchtfolge, Sortenwahl, Züchtung, Düngung, Pflanzenschutz, ebenso aber auch Technik, Weiterbildung und Beratung. Zunehmend kommen die Bereiche Nachvollziehbarkeit, Dokumentation und Kontrolle sowie Systeme zur Qualitätssicherung hinzu.
Integrierter Pflanzenbau - Ein Leitbild für nachhaltige Landwirtschaft. Das neue aid-Heft wirft einen Blick hinter die Kulissen des integrierten Pflanzenbaues. ... mehr