"Fastfood" oder "5-Gänge Menü" für unsere Kulturpflanzen
Wie Mensch und Tier haben auch die Pflanzen "Hunger": Sie leben von Licht (Energie), Wasser und Nährstoffen, die sie über die Wurzeln aufnehmen. Würden sich die Landwirte ausschließlich auf die Nährstoffe verlassen, die im Boden gespeichert sind und dort von den Pflanzen genutzt werden können, dann wäre bald Schluss mit guten Ernten und hochwertigen Produkten. Mit jeder Ernte werden nämlich Nährstoffe vom Acker weg transportiert, und die Böden würden im Lauf der Zeit verarmen und ihre Fruchtbarkeit verlieren.
Die Landwirte müssen also gezielt Nährstoffe ersetzen, d.h. düngen. Dabei sind das "wie" und das "wie viel" entscheidend: Wirtschaftsdünger (Stallmist, Gülle, Jauche), Mineraldünger und die natürliche Stickstoffbindung über Leguminosen (Schmetterlingsblütler wie z.B. Klee, Ackerbohnen oder Erbsen) stehen zur Verfügung. Optimal ist eine teils organische und teils mineralische Nährstoffzufuhr, mit der sich Verfügbarkeit und Wirkung der Nährstoffe gut steuern lassen. Die Nährstoffmengen, die für die Pflanzen notwendig sind, werden mit einer Düngebilanz ermittelt. Aus der Differenz zwischen dem voraussichtlichen Nährstoffbedarf und dem verfügbaren Vorrat im Boden ergeben sich automatisch die notwendigen Nährstoffgaben, die dann gezielt gedüngt werden.
Aber selbst bei bester Anbau- und Düngeplanung kann die Nährstoffbilanz "durcheinander geraten". Es reicht beispielsweise schlechte Witterung oder ein starker Befall mit Krankheiten und Schädlingen - mit der Folge, dass sich die Pflanzen nicht wie vorgesehen entwickeln können -, und schon bleiben Nährstoffüberschüsse im Boden. Das Wirtschaften in und mit der Natur ist deshalb komplexer und schwieriger, als man auf den ersten Blick denken könnte.