Biologische Vielfalt und moderne Landwirtschaft kein Gegensatz
Die Entwicklung neuer Pflanzenschutzmittel und speziell auch die Gerätetechnik haben in der Vergangenheit rasante Fortschritte erzielt. In der Natur vorkommende Substanzen, mit denen sich zum Beispiel Pflanzen gegen Schädlingsbefall schützen, konnten z. T. bereits identifiziert und künstlich hergestellt werden. Die notwendigen Aufwandmengen pro Hektar wurden teilweise drastisch vermindert, und Techniken wie die Einhüllung ("Pillierung") oder Beizung von Saatgut helfen weiter dabei, Pflanzenschutzmittel gezielt und sparsam zu verwenden. Für die Gerätetechnik selbst gilt ähnliches; moderne Düsen und Ausbringungstechniken vermindern die Abdrift ausgebrachter Pflanzenschutzmittel über den Wind und damit auch die Gefahr eines Eintrags in benachbarte Gewässer oder Biotope um teilweise bis zu 75 Prozent.
Enorme Fortschritte sind in den vergangenen Jahrzehnten bei der Landtechnik allgemein, in der Züchtung, bei der Düngebedarfsermittlung, bei der Bodenbearbeitung und in allen anderen Bereichen erzielt worden.
Das Wissen, über das die Landwirte verfügen müssen, um erfolgreich und umweltschonend zugleich wirtschaften zu können, ist deshalb enorm, und der Spruch "Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln" war nie so falsch wie heute. Fachzeitschriften, Beratung, Computergestützte Prognosemodelle, aktuelle Wetterdaten, ausführliche Schlagkarteien (Aufzeichnungen, in denen die Landwirte alle Maßnahmen, die sie auf einem Feld durchgeführt haben, festhalten und auswerten) oder die Computersteuerung etwa von Düngerstreuern sind nur einige Beispiele dafür, dass Landwirte heute sehr hoch qualifizierte Spezialisten sein müssen.