Die Käfighaltung für Legehennen ist ein Auslaufmodell: Sie ist mit dem heutigen Verständnis von Tierschutz nicht in Einklang zu bringen. Während laut EU-Vorgabe die vorhandenen Käfiganlagen noch bis zum Jahr 2012 betrieben werden dürfen, ist das Aus in Deutschland schon für Ende 2006 besiegelt. Auch der ausgestaltete Käfig als Kompromiss zwischen Tierschutz und Ökonomie hat keine Chance mehr. Legehennen sind überall präsent: Auf Großflächenplakaten und im Internet wird für die neue Freiheit unserer Hühner geworben. Doch kein Wort dar-über, dass die alternativen Haltungsformen verbesserungsbedürftig sind: Abgesehen von Mehrkosten zwischen drei und fünf Cent pro Ei ist es in Boden- und Auslaufhaltungen schwieriger, hygienisch einwandfreie Eier zu produzieren. Da die Hühner Kontakt zu Einstreu und Kot haben, steigt die potenzielle Infektionsgefahr mit Würmern und Kokzidien. Bei Freilandhaltungen müssen Strategien entwickelt werden, wie die Belastung des Bodens mit Stickstoff, Kalium und Phosphor gesenkt werden kann. Die alternativen Haltungssysteme schützen auch nicht vor Verhaltensanomalien wie dem Federpicken oder Kannibalismus. Eine ökonomisch tragfähige und ökologisch vertretbare Legehennenhaltung stellt daher höhere Anforderungen an das Management denn je.
Haben Sie sich auch schon gefragt, wie der Mensch auf das Huhn kam? Oder was sind typische Verhaltensweisen von Hühnern? Sind Bio-Hühner glücklicher? Der aid vermittelt über sein Verbraucherportal www.was-wir-essen.de Wissenswertes rund um Eier und die Geflügelhaltung. In der Rubrik Erzeugung unter dem Stichwort "Alles über die Erzeugung von Eiern" findet der Leser Antworten auf aktuelle Fragen.
www.uni-hohenheim.de
Das Institut für Tierhaltung und Tierzüchtung an der Universität Hohenheim beschäftigt sich im Fachgebiet Nutztierethologie und Kleintierzucht mit der Problematik Federpicken und Kannibalismus bei Legehennen.