Schafe sind mit den Ziegen die ältesten Wirtschaftstiere des Menschen (Ende des 9. Jahrtausends vor Christi). Sie waren als Opfertiere von Bedeutung und die Menschen nutzten Fleisch, Milch und Wolle, aber auch Hörner und Häute der Tiere. Schafdung konnte als Brennmaterial genutzt werden. 2006 wurden in Deutschland etwa 2,5 Millionen Schafe gehalten, davon nur rund 100.000 Milchschafe. Schwerpunkt ist die Produktion von Qualitätslammfleisch. Bei einem Pro-Kopf-Verbrauch von 1 kg liegt der Selbstversorgungsgrad bei 53 % (2006). Auch die Landschaftspflege mit Schafen trägt zu einem nicht unerheblichen Teil zum Einkommen aus der Schafhaltung bei. Viele alte durch den Menschen geformte und weniger ertragreiche Kulturlandschaften wie Trockenrasen, Heidegebiete und Moorflächen können nur durch die Pflege mit Schafen und Ziegen erhalten werden. Sie werden zur Erhaltung der Deiche eingesetzt und im Hochgebirge. Die Wolle hat heute in Deutschland keine Bedeutung mehr. Die Weltmarktpreise für Wolle liegen unter den Produktionskosten. Die Schafschur ist jedoch eine unumgängliche Pflegemaßnahme. Deshalb gewinnen Haarschafe wie das Kamerunschaf mehr an Bedeutung, weil diese im Gegensatz zu den Wollschafen nicht geschoren werden müssen.
Schafrassen lassen sich in vier Rassengruppen zusammenfassen: Merinoschafe, Fleischschafe, Milchschafe und Landschafe.
Ziegen
Ziegen werden schon lange Zeit von den Menschen genutzt: Sie verwendeten Fleisch, Milch, Wolle (z. B. Kaschmir, Mohair), Fell, Horn und nutzten die Arbeitskraft. In der griechischen Mythologie ist der Gott Pan halb Mensch und halb Ziege, der Wagen des germanischen Gottes Thor wurde von zwei Ziegenböcken gezogen. In Mitteleuropa wird vor allem die Milch der Ziegen genutzt, daher sind die dort genutzten Rassen auf hohe Milchleistung hin gezüchtet worden. Diese 60 bis 70 Kilogramm schweren Wiederkäuer geben im Durchschnitt etwa 1.000 kg Milch im Jahr. Daraus lassen sich ca. 90 kg Käse herstellen.
Mit ihren bescheidenen Ansprüchen an Futter und Stallraum hat sie in vielen Ländern mit kargem Futterangebot eine große Bedeutung bei der Versorgung der Menschen mit eiweißreichen Nahrungsmitteln.
Etwa 93 Prozent der Weltziegenbestände werden in Entwicklungsländern gehalten. In Deutschland ist die wirtschaftliche Bedeutung der Ziegenhaltung sehr gering. Der gegenwärtige Bestand ist stetig gestiegen und beläuft sich auf schätzungsweise knapp 165.000 Tiere. Heute werden Ziegen hauptsächlich zur Erzeugung von Milch und Milcherzeugnissen sowie zur Landschaftspflege gehalten. In Kombination mit der Landschaftspflege kann am Besten die Produktionsrichtung „Fleisch“ kombiniert werden, wobei Ziegenfleisch heute als exotisches Nahrungsmittel gilt. In der Landschaftspflege stehen die Ziegen in Konkurrenz mit Schafen. Ziegen fressen in Gegensatz zu den Schafen auch Baumlaub: Sie stellen sich auf die Hinterbeine und drücken mit den Vorderbeinen die Äste herunter, um an die Blätter zu kommen. Deshalb sind sie besonders gut in der Bekämpfung der Verbuschung.
Früher war die Ziege als „Kuh des armen Mannes“ oder „Eisenbahnerkuh“ als das Selbstversorgertier sehr verbreitet. Heute gibt es immer noch viele Selbstversorger unter den Ziegenhaltern, aber weniger aus Not, sondern aus Liebhaberei.
Die in Deutschland verbreiteten Ziegenrassen sind meist milchbetonte Zweinutzungsrassen bis auf die Burenziege, die als reine Fleischziege gezüchtet wird.
Autorin: Dr. Elisabeth Roesicke, aid
Stand: 23.10.2009
Merinoschafe
Merinoschafe stammen von den in Spanien auf feine Wolle gezüchteten Merinoschafen ab. Wolle war lange Zeit das Hauptverkaufsprodukt der Schafhaltung. Merinowolle ist weich und qualitativ hochwertig...
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Fleischschafe
Fleischschafe sind auf Frohwüchsigkeit und gute Bemuskelung und Schlachtausbeute gezüchtet worden. Die Wollleistung spielt nur eine untergeordnete Rolle. Sie haben höhere Ansprüche an das Futter und werden in der Regel in Koppelhaltung auf besseren Standorten gehalten...
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Milschschaf
Milchschafe haben in Deutschland eine relativ geringe Bedeutung. Haupteinnahmequelle aus der Milchschafhaltung ist der Verkauf von Schafmilchprodukten, vor allem von Schafkäse. Schafmilch ist beim deutschen Verbraucher nur mäßig beliebt...
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Landschafe
Foto: Dittrich
Landschafe sind anspruchslos und genügsam und werden hauptsächlich in der Landschaftspflege eingesetzt. Unter den Landrassen besteht die größte Rassenvielfalt, früher hatte jede Region eine eigene Schafrasse, die an die klimatischen Bedingungen und die Futtergrundlage angepasst war...
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Übrige Rassen
Foto: Schirmbeck
Manche Schafrassen können nicht in die übrigen Kategorien einteilen, denn sie werden für bestimmte Einsatzfelder gezüchtet. Kamerunschafe beispielsweise müssen nicht geschoren werden und Shropshireschafe werden zur Pflege von Weihnachtsbaumkulturen eingesetzt...
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Ziegen
Foto: Sambraus
Ziegen werden hauptsächlich zur Erzeugung von Milch und Milcherzeugnissen sowie zur Landschaftspflege gehalten. Ziegen fressen im Gegensatz zu den Schafen auch Baumlaub und werden deshalb eingesetzt, damit Flächen nicht verbuschen...
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