Innerhalb der EU nimmt Deutschland den vierten Platz bei der Weinerzeugung ein – nach Frankreich, Italien und Spanien. Im Jahr 2008 produzierten die deutschen Weinbauern zehn Millionen Hektoliter und damit einen Anteil von sechs Prozent an der Gesamterzeugung der EU.
Die deutschen Weinproduzenten können zudem auf eine steigende Entwicklung der Erträge blicken: Laut Statistik lag die Weinmosternte im Jahr 2008 bei zehn Millionen Hektolitern und damit um 3 Prozent unter der Erntemenge des Vorjahres und 1 Prozent über dem Durchschnittsertrag der letzten zehn Jahre. Der Produktionswert der 2007er Ernte wird auf rund 1,5 Milliarden Euro geschätzt.
Mehr Weiß- als Rotmost
Insgesamt gibt es in Deutschland knapp 100.000 Hektar in Ertrag stehende Rebflächen, davon beträgt der Anteil der Fläche für Weißmost knapp zwei Drittel und die Fläche für Rotmost ein gutes Drittel. Von den zehn Millionen Hektolitern Wein und Most war der größte Teil Qualitäts- oder sogar Prädikatswein und nur wenig Tafelwein. Deutlich geklettert ist auch der Weinmostpreis: Im Jahr 2002 lag er noch bei 59 Euro pro Hektoliter, vier Jahre später waren es dagegen schon etwa 76 Euro.
Trend zu größeren Betrieben
Die letzte Erhebung der Strukturdaten für den Weinbau liegt viele Jahre zurück. Auch danach hat es teilweise nur bedingt vergleichbare Erhebungen gegeben. Im Jahr 1999 gab es 34.000 landwirtschaftliche Betriebe mit Weinbau, von denen fast die Hälfte weniger als einen Hektar Rebfläche bewirtschaftete. Mittlerweile ist aber auch im Weinbau ein Trend zu größeren Betrieben zu verzeichnen. Eine neuere Statistik mit anderen Abgrenzungen zählte im Jahr 2005 nur noch rund 26.600 Weinbau-Betriebe auf insgesamt 97.400 Hektar Rebfläche und eine deutliche Abnahme der Kleinst-Betriebsgrößen. Insgesamt hat die Zahl der Betriebe um rund ein Viertel abgenommen, währen die Anbauflächen deutlich weniger abnahmen.
Anbau überwiegend in Süddeutschland
In Deutschland wird Wein hauptsächlich in Rheinhessen, in der Pfalz und in Baden angebaut. Rheinland-Pfalz war 2008 das Bundesland mit der höchsten Weinerzeugung von 62.285 Hektar in Ertrag stehender Reben und einer Erntemenge von rund 6,6 Millionen Hektolitern. An zweiter Stelle stand Baden-Württemberg. Weitere Bundesländer mit nennenswerten Anbauflächen sind nur noch Bayern und Hessen.
Deutschland ist das größte Weinimportland weltweit, gleichzeitig aber auch ein bedeutender Weinexporteur, denn jede fünfte Flasche Deutscher Wein wird im Ausland getrunken. Rund 14 Millionen Hektoliter werden eingeführt, meist aus anderen EU-Mitgliedsstaaten. Diesen stehen gut drei Millionen Hektoliter Wein gegenüber, die exportiert werden, davon geht der überwiegende Teil in andere EU-Länder.
Große Einkommensstreuung in der Branche
Das Einkommen der Weinbaubetriebe ist in den letzten sechs Jahren bis 2007 deutlich gestiegen. Dies ergab eine Auswertung der Daten von 655 spezialisierten Weinbaubetrieben durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Dabei zeigten sich Unterschiede bei der Vermarktungsform: Während Winzergenossenschaftsbetriebe – die Trauben und Maische an die Genossenschaften liefern – eher Rückgänge in Kauf nehmen mussten, stiegen die Unternehmensgewinne im Flaschenwein- und Fassweinverkauf um bis zu 23 Prozent deutlich an. Das Einkommen der Weinbauunternehmen hängt außerdem deutlich vom Anbaugebiet ab. Unternehmen in Württemberg wiesen beispielsweise im Jahr 2006/2007 deutlich höhere Gewinne auf als Unternehmen in anderen Anbaugebieten.
Allerdings wird geschätzt, dass die Gewinne der Weinbaubetriebe aufgrund der guten Ernten und Qualitäten und angesichts relativ geringer Weinbestände weiter zunehmen werden. Man rechnet damit, dass die Preise stabil bleiben und die Ertragszuwächse die höheren Ausgaben für Betriebsmittel übersteigen werden.