Durch Schwarzbeinigkeit zerstörter Halmgrund einer Weizenpflanze, rechts gesundes Wurzelwerk.
Klee contra Kohlhernie
Zwischenfrüchte im umweltgerechten Pflanzenbau
Die Ansprüche an die Landwirtschaft steigen ständig. Höchste Qualität ist gefragt, ökonomische Effizienz und nicht zuletzt ein möglichst umweltverträglicher Anbau. Zugleich wird der Spielraum für den Landwirt immer kleiner. Strikte Marktvorgaben diktieren die Fruchtfolge. Doch wenn zu oft Getreide auf Getreide folgt, bleiben Krankheiten und Schädlingsprobleme ebenso wenig aus wie Störungen im Bodengefüge. Insbesondere Krankheiten wie die Schwarzbeinigkeit des Getreides, die Weiß- oder Taubährigkeit, aber auch die virusbedingte Eisenfleckigkeit der Kartoffel profitieren von der Monotonie im Anbau und sind entsprechend auf dem Vormarsch. Ein Ausweg aus dem Dilemma kann der Anbau von Zwischenfrüchten darstellen. Gegen fast jedes Problem ist hier ein Kraut gewachsen: Lupine und Ölrettich eignen sich besonders im Kartoffelanbau zur Vorbeugung gegen den Tabak-Rattle-Virus oder die Eisenfleckigkeit. "Rübenmüdigkeit" lässt sich durch nematodenresistente Senf- und Ölrettichsorten als Zwischenfrüchte bekämpfen. Auch die Kohlhernie ist eine typische Fruchtfolgekrankheit und wird durch intensiven Anbau von Raps, Rüben und Kohlgewächsen stark gefördert. Zudem lässt sich die durch einen bodenbürtigen Schleimpilz verursachte Krankheit nur biologisch und über eine starke pH-Erhöhung überhaupt bekämpfen. Für gefährdete Betriebe ist es darum oft die günstigste und effektivste Methode, dem Befall durch Artenwechsel mit Hilfe von Zwischenfrüchten vorzubeugen. Geeignet sind dafür unter anderem Gräser und Kleearten.