Knapp drei Viertel aller Verbraucher kaufen zumindest gelegentlich Bio-Lebensmittel. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Viele kaufen Öko-Lebensmittel, weil sie sich gesünder ernähren wollen. Doch sind Bio-Produkte wirklich qualitativ besser als herkömmliche und wenn ja, warum ist das so? Die Antwort darauf ist nicht ganz einfach. Denn neben Wert gebenden Inhaltsstoffen und Rückständen spielen auch andere Aspekte eine Rolle, die zur Qualität des Lebensmittels gehören.
Was ist anders bei Bio?
Das Gleichgewicht zwischen Boden, Tieren und Pflanzen ist im ökologischen Landbau besonders wichtig. Es wird aus Überzeugung auf vieles verzichtet, was gesetzlich zulässig ist und im konventionellen Bereich zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit eingesetzt werden darf. Ziel vieler engagierter Bio-Bauern ist eine möglichst geschlossene Kreislaufwirtschaft. Im Idealfall bedeutet dies, dass nur so viele Tiere gehalten werden, wie der Ertrag der eigenen Felder ernähren kann. Tiere auf Bio-Höfen müssen ausreichend Platz haben, um ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben.
Vorbeugen statt nachhelfen
Chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel sind im Öko-Landbau verboten. Um dennoch fruchtbare Äcker und gesunde Pflanzen zu haben, setzen Bio-Bauern auf Vorbeugung: Sie bevorzugen Sorten, die an einen bestimmten Standort und das Klima angepasst und so weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge sind.
Keine Gentechnik
Bio bedeutet auch der Verzicht auf Gentechnik. Weder im Futtertrog der Tiere noch auf den Feldern landen gentechnisch veränderte Pflanzen oder Futterzusatzstoffe aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen. Auch bei der Verarbeitung kommt keine Gentechnik zum Einsatz.
Tierhaltung mit besonderem Anspruch
Auf Bio-Höfen müssen Tiere ins Freie und haben ausreichend Platz, um ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben. Futtermittel zuzukaufen ist nur sehr eingeschränkt erlaubt. Medikamente wie Antibiotika dürfen nur im Notfall und nicht prophylaktisch eingesetzt werden.
Bio-Schweine leben länger
Höchstleistungen zu Lasten der Tiere sind auf Bio-Höfen tabu. Darum wird dort ein Schwein, bevor es geschlachtet wird, deutlich älter als sein konventionell gehaltener Artgenosse: Es kann sich mehr bewegen und legt daher nicht so schnell an Gewicht zu. Für die Bio-Mast kommen außerdem Rassen zum Einsatz, die auch auf Robustheit und nicht in erster Linie auf "Fleischleistung" hin gezüchtet wurden.
Autor: Leo Frühschütz, Seehausen
Stand: 18.11.2009
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Der aid bietet alles über Lebensmittel und das auf einen Blick! Das Verbraucherschutz-Portal was-wir-essen.de liefert wichtige Informationen über den Weg unserer Lebensmittel "Vom Acker bis zum Teller".
Umfangreiches Hintergrundwissen über Bio-Lebensmittel finden Sie auf den folgenden Seiten:
www.bio-mit-gesicht.de
Hier kann man für bestimmte Bio-Produkte die Herkunft bis zum landwirtschaftlichen Erzeuger zurückverfolgen.
www.natureandmore.com
Hier kann man für bestimmte Bio-Produkte die Herkunft bis zum landwirtschaftlichen Erzeuger zurückverfolgen.
www.boelw.de
Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) ist der Spitzenverband von Erzeugern, Verarbeitern und Händlern ökologischer Lebensmittel in Deutschland.