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aid-Forum: Ein Tag der Achtsamkeit in der Ernährung

Permanentes Multitasking, Stress und Zeitmangel führen häufig zum Essen „nebenbei“ oder „to go“. In der heutigen Zeit ist es gar nicht so einfach, sich auf eine achtsame Ernährung einzulassen.

Dr. Margareta Bünuning-Fesel und Sven Preger vor einer Power-Point-Folie
R. Schubert, aid
Titelbild vom Flyer zum 19. aid-Forum
Programm zum Download

Ist Achtsamkeit eine Antwort auf die Frage, wie die Prävention von ernährungs-mitbedingten Erkrankungen besser gelingen kann? Vielleicht ist es auch ein besserer Weg zu einem gesundheitsförderlichen Ernährungsverhalten und zu mehr Wertschätzung von Lebensmitteln. „Wir wollen uns mit Achtsamkeit und Ernährung auseinandersetzen und hinterfragen, ob sich eine achtsame Haltung tatsächlich auf unser Essverhalten oder unsere Esskultur auswirken kann“, fasste Dr. Margareta Büning-Fesel, Geschäftsführender Vorstand des aid infodienst, die Inhalte des 19. aid-Forums zusammen. Rund 300 Multiplikatoren aus dem Ernährungsbereich waren am 21. September 2016 zu der Fachveranstaltung im Wissenschaftszentrum in Bonn zusammengekommen, um gemeinsam mit den Referentinnen und Referenten das Thema „Achtsamkeit in der Ernährung“ näher zu beleuchten.

Die Bonner Psychotherapeutin Gaby Vychodil erläuterte verschiedene Achtsamkeitsfaktoren, die zur Gesundheit beitragen können. Was ist wichtig, damit wir möglichst gar nicht erst krank werden? Sie stellte fest: „Eine achtsame Einstellung und Haltung mit uns selbst hilft uns dabei, gesund zu werden und zu bleiben. So wird zum Beispiel auch dem Essen aus Stress, Frust und Langeweile der Boden im Vorfeld entzogen".

Helgo Bretschneider, Trainer im Bereich „effiziente Arbeitsmethoden“, ging in seinem Vortrag „Und täglich grüßt die Datenflut – haben wir noch Zeit zu essen?“ auf die Herausforderungen der Reizüberflutung und der ständigen Erreichbarkeit im Alltag ein. Er zeigte Möglichkeiten auf, wie man wieder achtsamer mit sich selbst umgehen kann. „Wichtig ist es, im ersten Schritt die eigene Situation etwas genauer zu betrachten. Dabei gilt es herausfinden, ob Reizüberflutung beispielsweise durch ständige Erreichbarkeit „hausgemacht“ ist oder eher andere Personen einen Einfluss darauf haben“, betonte er.

Dr. Katrin Imbierowicz, Leitende Oberärztin der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Bonn, fragte in ihrem Vortrag: „Heute schon achtsam gegessen?“ Sie betonte: „Achtsames Essen im Sinne einer neugierigen Wachheit dafür, warum ich gerade jetzt esse, was ich esse, was ich dabei wahrnehme und wie ich mich damit fühle. Auch mit wem ich esse oder was mich mit dieser Mahlzeit verbindet, kann ein Weg zu einem anderen Zeiterleben und mehr Ruhe sein.“

Um die achtsame Kommunikation zwischen Körper, Kopf und Teller ging es in dem Vortrag von Dr. Julia Bollwein, Leiterin des Instituts für Achtsames Essen in München. „Achtsam mit dem eigenen Essverhalten umzugehen, ist schwierig in einer Welt, in der an jeder Ecke Essen angeboten wird und es gleichzeitig Mode ist, Diät zu halten. Hier kann man die Kommunikation mit sich selbst auf mehrere Arten verbessern. Die eine Möglichkeit sind meditative Übungen und klassische Achtsamkeitsübungen. Auf der anderen Seite stärken körperliche Übungen wie Sport oder Yoga die Körperwahrnehmung und das Selbstbewusstsein. Gleichzeitig hilft es, eine empathische, freundliche Haltung sich selbst gegenüber zu kultivieren.“

Jutta Kamensky, Trainerin und Coach mit dem Schwerpunkt Ernährungs- und Gesundheitspsychologie aus Ulm betonte in ihrem Vortrag „Achtsam genießen lernen und lehren in der Praxis“: „Wer besser oder überhaupt genießen können will, braucht erst die entsprechenden Voraussetzungen dazu: feine Sinne, die eigene Erlaubnis zum Genuss und eine professionelle Anleitung. In einem Genusstraining kann man Genießen lernen oder neue Quellen für gute Gefühle entdecken.“

Im Anschluss hatten die Teilnehmenden des aid-Forums die Möglichkeit zwischen fünf verschiedenen Workshops zu wählen und sich selbst aktiv mit Thema Achtsamkeit in der Ernährung auseinanderzusetzen.

Lernen Sie unsere Referenten kennen!

Hier können Sie sich Lebensläufe und Kurzfassungen der Vorträge unserer Expertinnen und Experten herunterladen.

Dr. Margareta Büning-Fesel
Wer achtsam ist, isst gut?!
Dr. Margareta Büning-Fesel
Geschäftsführender Vorstand des aid infodienst e. V.
Kurzfassung des Vortrags (PDF)
Vita (PDF)
 
 Gaby Vychodil
Achtsamkeit und Gesundheit
Gaby Vychodil
Psychotherapeutin, Bonn
Kurzfassung des Vortrags (PDF)
Vita (PDF)
Helgo Bretschneider
Und täglich grüßt die Datenflut - Haben wir noch Zeit zu essen?
Helgo Bretschneider
Impuls-Seminare, Bad Honnef
Kurzfassung des Vortrags (PDF)
Vita (PDF)
 Dr. med. Katrin Imbierowicz
Achtsamkeit und Ernährung - Heute schon achtsam gegessen?
Dr. med. Katrin Imbierowicz
Akad. Dir., Ltd. Oberärztin der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Universitätsklinikum Bonn
Kurzfassung des Vortrags (PDF)
Vita (PDF)
Jocelyne Reich-Soufflet
Ernährungstherapie als Körperarbeit verstehen
Jocelyne Reich-Soufflet
Praxis für Ernährungstherapie & Ernährungspychologie, Frankfurt
Kurzfassung des Vortrags (PDF)
Vita (PDF)
Dr. Jutta Bollwein
Achtsame Kommunikation zwischen Körper und Teller
Dr. Julia Bollwein
Diplom-Ökotrophologin, Leiterin des Instituts für achtsames Essen, München
Kurzfassung des Vortrags (PDF)
Vita (PDF)
Jutta Kamensky
Achtsam genießen lernen und lehren in der Praxis
Jutta Kamensky
Gesundheitsmanagement - Training & Coaching, Ulm
Kurzfassung des Vortrags (PDF)
Vita (PDF)

 

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Titelbild Ernährung im Fokus 9-10/2016
aid

Lesetipp

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