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30 Jahre Ernährungsökologie

Vor 30 Jahren sind sie angetreten, um den Horizont der Ernährungswissenschaften zu weiten. Der Traum einer Professur für Ernährungsökologie wurde allerdings in Gießen nur für wenige Jahre wahr

(aid) – Vor 30 Jahren sind sie angetreten, um den Horizont der Ernährungswissenschaften zu weiten. Der Traum von einer Professur für Ernährungsökologie wurde allerdings in Gießen nur für wenige Jahre wahr. Dennoch gibt es sie in Forschung und Lehre dort bis heute, dank vieler engagierter Student/innen und Wissenschaftler/innen. Gut 30 ehemalige Mitglieder waren auf Einladung des studentischen Arbeitskreises Ernährungsökologie zum Jubiläum angereist.

Bis heute organisiert der studentische Arbeitskreis genau die Veranstaltungen, die in der Lehre zu kurz kommen: Mit Vorträgen, Filmvorführungen, Exkursionen, nachhaltigen Kochkursen, Workshops, Exkursionen laden sie Ihre Mitstudent/innen ein, über den ernährungswissenschaftlichen Tellerrand zu schauen. „Besonders gut besucht war der Vortrag über die Umweltauswirkungen verschiedener Ernährungsformen oder auch einer über die Psychologie des Fleischessens“, so Lisa Sonnenburg, die schon fünf Jahre dabei ist. „Leider bekommen wir häufig die Rückmeldung, dass Studierende sich gerne engagieren würden, aber aufgrund des straffen Stundenplans keine Zeit dafür haben“, bedauert sie.

Im Jahr 1989 gelang es erstmals, die Ernährungsökologie als wissenschaftliche Disziplin an der Universität zu verankern, mit einer halben wissenschaftlichen Stelle am Lehrstuhl von Professor Claus Leitzmann. Die Seminare umfassten verschiedene Themen von Fast Food über Biokost-Vermarktung bis hin zu Lebensmittelbestrahlung. Auch die Klimarelevanz von Ernährung wurde schon damals thematisiert. Ab 2003 konnte eine Stiftungsprofessur für sechs Jahre errichtet werden, die allerdings mangels finanzieller Mittel von der Universität nicht übernommen wurde. „Die Lehre wird derzeit über befristete Stellen gesichert, deren Mittel immer wieder neu beantragt werden müssen“, sagt Katja Schneider, die seit dem Wegfall der Professur von Ingrid Hoffmann die Lehre organisiert.

„Den Festakt haben wir organisiert, weil wir die Idee schön fanden, dass sich derzeitige und ehemalige Mitglieder treffen und austauschen. Aber auch, damit Studierende erfahren können, was für berufliche Laufbahnen die Ehemaligen eingeschlagen haben“, sagt Lisa Sonnenburg. Die Berufe reichen vom Qualitätsmanagement im Lebensmitteleinzelhandel über den Biogroßhandel, die Arbeit für die EU-Kommission bis hin zu redaktionellen und wissenschaftlichen Tätigkeiten.

In seiner Festansprache beleuchtete Professor Claus Leitzmann die nach wie vor heiß diskutierte Frage: Ist der Mensch ein Vegetarier, ein Omnivore oder vielleicht ein Fleischfresser? „Der Mensch hat sich immer opportunistisch verhalten“, sagte er. „Er ist ein Omnivore, geprägt von einer pflanzlichen Kost. Wir haben aber keine Verpflichtung veganer zu werden aus Evolutionsgründen. Irgendwann werden wir vielleicht aus Umweltgründen gezwungen, nur noch Pflanzen zu essen. Die Weideflächen dieser Welt sind allerdings größer als alle Ackerflächen zusammen, auch diese Ressourcen müssen wir nutzen und zwar ökologisch. Wer etwas tun will findet immer einen Weg, wer nichts tun will findet immer einen Ausweg“, sagte er zum Abschluss seines Vortrags.

Danijela Milosevic, Laura Gottschalk, www.aid.de

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