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Äpfel: Einkauf und Kennzeichnung

Ein gesunder Apfel ist frisch, knackig und hat eine unbeschädigte Schale. Je nach Qualität, Form und Größe wird er in eine von drei Vermarktungsklassen einsortiert.

Roter und grüner Apfel
iStock.com / Siraphol

In Deutschland wachsen viele hundert verschiedene Apfelsorten, aber nur knapp 70 davon werden überhaupt für den Erwerbsbau genutzt, von denen wiederum nur etwa 30 Sorten eine Marktbedeutung haben. Der Einzelhandel bietet durchschnittlich 4-5 Apfelsorten an. Die beliebtesten Sorten in Deutschland sind 'Elstar', 'Braeburn', die 'Gala'-Gruppe und die 'Jonagold'-Gruppe. Obst-Großhändler führen in der Regel 8-10 Sorten.

Regionale Erzeugerbetriebe bieten auch sogenannte Lokalsorten an wie den 'Brettacher' aus Baden-Württemberg. Außerdem existieren zahlreiche Neuzüchtungen, und auch alte historische Apfelsorten wie der 'Finkenwerder Herbstprinz' werden in geringem Umfang wieder gewerblich angebaut.

Alte Apfelsorten für Allergiker

Menschen mit einer Apfelunverträglichkeit sollten Sorten wie 'Braeburn', 'Elstar', 'Granny Smith', 'Golden Delicious' oder 'Jonagold' meiden. Für sie kommen eher die schwach allergen wirkenden Sorten 'Alkmene', 'Berlepsch', 'Boskoop', 'Idared', 'Jamba' oder 'Rubinette' in Frage. Gekochte und verarbeitete Äpfel, zum Beispiel als Mus, Kompott oder im Kuchen, sind übrigens unabhängig von der Sorte für die meisten Allergiker kein Problem!

Einteilung der Äpfel nach den EU-Vermarktungsnormen

Die EU-Vermarktungsnorm ordnet Früchte nach Qualität, Form und Größe in folgende drei Klassen ein:

  • Klasse Extra: Die Äpfel sind von höchster Qualität und weisen alle sortentypischen Eigenschaften in Form, Größe und Farbigkeit auf. Sie haben keine Mängel mit Ausnahme sehr leichter oberflächlicher Schalenfehler, die aber das allgemeine Aussehen, die Qualität und Haltbarkeit nicht beeinträchtigen. Das Fruchtfleisch zeigt keine Mängel, der Stiel ist unverletzt.
  • Klasse I: Die Äpfel sind von guter Qualität und weisen alle sortentypischen Eigenschaften in Form, Größe und Färbung auf. Leichte Fehler in Form und Färbung sind erlaubt, so lange sie nicht das allgemeine Aussehen, die Qualität und Haltbarkeit beeinträchtigen. Der Stiel kann fehlen, sofern die Bruchstelle glatt und die Schale am Stielansatz unbeschädigt ist. Das Fruchtfleisch zeigt keine Mängel. Leichte Schalenfehler sind erlaubt.
  • Klasse II: Die Äpfel haben eine marktfähige Qualität und erfüllen alle Mindesteigenschaften. Fehler sind zulässig, so lange die wesentlichen Merkmale von Qualität und Haltbarkeit bestehen bleiben. Der Stiel kann fehlen, das Fruchtfleisch ist frei von größeren Mängeln.
Hand hält grünen Apfel über Korb mit Äpfeln
Qualität, Form und Größe entscheiden, zu welcher Klasse der Apfel gehört.

Für alle Klassen und Sorten gilt eine Mindestgröße von 60 mm Durchmesser oder ein Mindestgewicht von 90 g. Kleinere Früchte sind zulässig, wenn sie einen bestimmten Reifegrad – einen sogenannten Brix-Wert – erreicht haben und einen Durchmesser > 50 mm haben oder über 70 g wiegen. In der Vermarktungsnorm sind Inhaltsstoffe und Geschmack nicht ausdrücklich erwähnt. Über die Einhaltung der Mindesteigenschaften (Entwicklung und Reife) und Klassenkriterien, insbesondere der Klassen Extra und I, sind jedoch die für die jeweilige Sorte typischen Werte gewährleistet.

Alle im Handel befindlichen Äpfel müssen folgende Mindesteigenschaften aufweisen:

  • ganz und gesund
  • sauber, praktisch frei von sichtbaren Fremdstoffen
  • praktisch frei von Schädlingen sowie Schäden durch Schädlinge
  • frei von fremdem Geruch und Geschmack
  • frei von starker Glasigkeit (ausgenommen Sorte Fuji)
  • frei von anomaler äußerer Feuchtigkeit

Die Entwicklung und der Zustand der Äpfel muss so sein, dass sie

  • einen ausreichenden Reifegrad aufweisen
  • durch weiteres Reifen den angemessenen Reifegrad der jeweiligen Sorte erreichen können
  • Transport und Hantieren gut aushalten
  • in zufrieden stellendem Zustand am Bestimmungsort ankommen

Kennzeichnung von Äpfeln

Die EU-Vermarktungsnormen schreiben eine bestimmte Kennzeichnung von Äpfeln vor. Bei lose verkaufter Ware müssen folgende Informationen auf einem Schild neben den Früchten angegeben sein:

  • Ursprung (= Ernteland)
  • Sorte oder Handelstyp
  • Klasse
  • Größe, Gewicht beziehungsweise Stückzahl
  • Preis und Grundpreis
  • eventuell Zusatzstoffe, beispielsweise der Hinweis "gewachst"

Verpackte Äpfel sind auf dem Etikett zusätzlich mit Stückzahl oder Gewicht sowie Name und Adresse des abpackenden Betriebes/Absenders bei Fertigpackungen des Verkäufers gekennzeichnet.

Wozu dient die Wachsschicht auf Äpfeln?

Viele Apfelsorten bilden übrigens natürlicherweise eine Wachsschicht, die je nach Sorte unterschiedlich stark ausfällt. Beispielsweise bilden Granny Smith und Jonagold eine dicke Wachsschicht, die sich fettig anfühlt. Sie schützt vor dem Austrocknen und erhöht die Haltbarkeit. In Deutschland ist das künstliche Wachsen von Äpfeln nicht erlaubt, in anderen europäischen Staaten allerdings schon. Dies muss dann mit dem Hinweis "gewachst" gekennzeichnet werden. Da zum Wachsen vor allem natürliche Wachse wie Bienenwachs zum Einsatz kommen, können gewachste Äpfel auch mit Schale gegessen werden. Die Schale sollte unter fließendem Wasser gewaschen und mit einem Küchenpapier abgerieben werden.

Tipps für den Einkauf

Junge hält an Stand mit Äpfeln Apfel in der Hand.
Für Jedermann beim Einkauf erkennbar: eine unbeschädigte Schale als Qualitätskriterium

Die Kelchgrube um die ehemalige Blüte gibt Auskunft über die Entwicklung des Apfels. Eine sortentypische Ausformung der Kelchgrube ist ein Zeichen der vollständigen Entwicklung: Eine weite Kelchgrube haben beispielsweise die Sorten Boskoop und Berlepsch, eine enge Kelchgrube findet man zum Beispiel bei Pinova und James Grieve. Hat sich die Kelchgrube nicht der Sorte entsprechend ausgebildet und ist zu eng oder zu höckerig, gilt der Apfel als unterentwickelt. Daran kann auch eine Nachreifung nichts ändern, da die Entwicklung des Apfels nur am Baum erfolgen kann.

Die Schale gesunder Äpfel ist unbeschädigt und hat keine Faul- oder Druckstellen, das Fruchtfleisch ist fest und knackig.

Ungeeignete Lagerung lässt Äpfel schnell altern und gibt ihnen eine festere, leicht runzelige Schale. Ein vertrockneter Stiel ist ein Hinweis auf alte Äpfel.

Liegen Äpfel beim Verkauf in der prallen Sonne, nimmt ihr Gehalt an lichtempfindlichen Vitaminen ab und sie altern schneller.

Äpfel aus ökologischem Anbau: Der feine Unterschied

Bioäpfel
Bio-Äpfel schmecken meist intensiver.

Äpfel aus ökologischem Anbau sind nicht unbedingt gesünder als konventionell produzierte Früchte. Sie liefern die gleichen Nährstoffe, ihr Gehalt an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen ist ähnlich. In einigen Punkten unterscheiden sich Bio-Äpfel aber doch von anderen Äpfeln.

Bio-Äpfel sind deutlich seltener mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Denn der Ökologische Landbau verzichtet auf chemische Mittel. Anstelle von chemischen werden organische Dünger verwendet, der Boden wird anhand von Kompost und Grünschnitt mit organischen Substanzen versorgt. Windverwehungen können jedoch in geringem Umfang Rückstände konventionell bewirtschafteter Nachbarfelder auf Bio-Äpfel übertragen.

Der Bio-Anbau fördert die regionale Vielfalt und pflanzt ausschließlich standortgeeignete Sorten. In der Öko-Landwirtschaft sind folgende Apfelsorten zu finden:

  • Elstar
  • Jonagold
  • Idared (Süddeutschland)
  • Boskoop (Süddeutschland)
  • Piros (Süddeutschland)
  • Ingrid Marie (Norddeutschland)
  • Holsteiner Cox (Norddeutschland)
  • Topaz
  • Nela
  • Goldrush

Es entwickeln sich robuste, widerstandsfähige Bäume, deren Obst oft ein festeres Fruchtfleisch besitzt. Viele Verbraucher schwören auf den Geschmack von Bio-Äpfeln. Die Früchte enthalten weniger Wasser und schmecken dadurch intensiver. Zudem sind sie häufig länger lagerfähig.

Der Ökologische Landbau ist arbeits- und zeitintensiv. Das macht sich im Ertrag bemerkbar: Ein Bio-Bauer erntet durchschnittlich 25 t Äpfel pro Hektar, das ist nur die Hälfte der Ausbeute des konventionellen Anbaus. Dementsprechend liegt der Preis für die Früchte höher.

Äpfel sind das wichtigste inländische Obst im deutschen Markt und besonders im Bio-Segment ist auch der Anteil an deutscher oder sogar regionaler Ware hoch. Dennoch werden auch immer mehr Bio-Äpfel aus dem Ausland in Deutschland angeboten, da die steigende Nachfrage durch das inländische Angebot allein nicht gedeckt werden kann. Bio-Großhändler fliegen teilweise ausschließlich in den Sommermonaten auch Bio-Äpfel aus Übersee ein, da die deutschen Bio-Äpfel nur bis Juni lagerfähig sind.

Autoren: Ruth Rösch, Düsseldorf; Leo Frühschütz, Seehausen |

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