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Allergenkennzeichnung

Die vierzehn am häufigsten Lebensmittelallergien auslösenden Lebensmittel müssen immer gekennzeichnet werden. Das gilt nicht nur für verpackte, sondern auch für lose Ware.

Getreideähre, Weizenkörner, Brötchen und ein Schild mit der Aufschrift "Gluten"
Printemps / Fotolia.com

Eine Allergenkennzeichnung von verpackten und unverpackten Lebensmitteln ist seit Dezember 2014 in allen europäischen Mitgliedsländern verpflichtend, das schreibt die europäische Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) vor. Im März 2016 wurde ein Entwurf der Lebensmittelinformations-Durchführungs-Verordnung (LMIDV) veröffentlicht. Ziel der Verordnung ist die Anpassung des nationalen Rechts an die EU-Verordnung. Sobald die endgültige Fassung der LMIDV in Kraft tritt, werden drei bisher gültige deutsche Verordnungen außer Kraft gesetzt: die Lebensmittelkennzeichnungsverordnung, die Nährwertkennzeichnungsverordnung und die Vorläufige Lebensmittel-Ergänzungs-Verordnung. Erst dann wird es entsprechende Sanktionen von Seiten der Lebensmittelkontrolleure für eine unzureichende oder falsche Kennzeichnung geben.

Kennzeichnung verpackter Ware

Die Kennzeichnung bei verpackter Ware können Sie auf dem Etikett an verschiedenen Stellen finden: Im Zutatenverzeichnis müssen die "Allergenen Vierzehn" unter Bezugname zu den oben aufgeführten Begriffen und durch einen speziellen Schriftsatz hervorgehoben werden, beispielsweise durch Fettdruck oder Unterstreichung. Bei Lebensmitteln ohne Zutatenliste, wie zum Beispiel Wein muss ein zusätzlicher Hinweis gegeben werden, etwa "enthält Schwefel".

Die "Allergenen Vierzehn"

Zutatenkennzeichnung auf einer Packung Flakes
Die Allergene Weizen und Gerstenmalzextrakt müssen in der Zutatenliste hervorgehoben werden
  • Glutenhaltige Getreide, namentlich Weizen (wie Dinkel und Khorasan-Weizen), Roggen, Gerste, Hafer oder deren Hybridstämme
  • Krebstiere wie Krebse, Garnelen, Krabben, Hummer etc.
  • Eier
  • Fisch
  • Erdnüsse
  • Soja
  • Milch (einschließlich Laktose)
  • Schalenfrüchte, namentlich Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Kaschunüsse, Pecannüsse, Paranüsse, Pistazien, Macadamianüsse, Queenslandnüsse
  • Sellerie
  • Senf
  • Sesamsamen
  • Schwefeldioxid und Sulfite (ab 10 mg pro kg oder l)
  • Süßlupinen
  • Weichtiere (zum Beispiel Schnecken, Muscheln, Tintenfisch etc.)

Die Kennzeichnungsvorschrift gilt in allen Ländern der EU und auch für alle allergen wirkenden Verarbeitungsprodukte. Sie  können zum Beispiel erkennen:

  • ob das Lecithin in der Schokolade aus Ei oder Soja hergestellt wurde,
  • ob das Pflanzenöl in den Chips aus Erdnüssen stammt,
  • ob Sellerie in der Gewürzmischung enthalten ist,
  • ob Milchzucker als Trägerstoff für die Vitaminmischung verwendet wurde.

Einige Zutaten werden durch industrielle Verarbeitungsprozesse jedoch so stark verändert oder aufgereinigt, dass sie ihr allergenes Potential verlieren. Dazu gehört zum Beispiel Glukosesirup aus Weizenstärke oder Schalenfrüchte (z.B. Nüsse) für Destillate von Spirituosen. Sie sind von der Kennzeichnungspflicht befreit.

Kennzeichnung loser Ware

Bei unverpackten Lebensmitteln in Restaurants, Bäckereien, Metzgereien, in der Gemeinschaftsverpflegung oder auf dem Wochenmarkt müssen schriftliche Informationen über Allergene vor Kaufabschluss in deutscher Sprache zugänglich sein. Die Allergeninformation kann an verschiedenen Stellen gegeben werden:

  • auf einem Schild an oder in der Nähe des Lebensmittels,
  • in einer Information auf Speisen- oder Getränkekarten oder im Preisverzeichnis (auch als Fußnote möglich),
  • auf einem Aushang in der Verkaufsstätte,
  • in einer sonstigen leicht zugänglichen schriftlichen oder elektronische Information (z. B. Kladde, Prospekt, PC, Terminal, Ausdruck aus  Waagen etc.).
Konsumentin und Verkäuferin in einer Bäckerei
Bei unverpackter Ware ist auch eine mündliche Auskunft zu Allergenen möglich

Eine mündliche Information ist ebenfalls möglich, allerdings nur unter folgenden Voraussetzungen:

  1. Die Mitarbeiter müssen bei Nachfrage sichere Angaben machen. Das setzt voraus, dass sie gut über alle verwendeten allergenen Zutaten informiert sind.
  2. Eine schriftliche Dokumentation der allergenen Zutaten liegt vor (siehe oben).
  3. Die schriftliche Aufzeichnung ist der Behörde und dem Verbraucher auf Nachfrage leicht zugänglich.
  4. Es gibt einen deutlichen Hinweis auf die entsprechende Informationsmöglichkeit durch z. B. ein Schild im Verkaufsraum, Hinweis in der Speisenkarte / im Plan.

Autorinnen: Sonja Lämmel, Mönchengladbach; Gesa Maschkowski, aid |

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stockphoto-graf / Fotolia.com
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