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Arten entstehen

Täglich verschwindet eine Vielzahl von Arten von unserem Planten in einer 1000-fach schnelleren Geschwindigkeit, als es ohne menschlichen Einfluss der Fall wäre.

Lemuren Mutter und Kind
iStock.com / toos

Der Verlust an Biodiversität ist vor allem deshalb so unwiederbringlich, weil es Jahrmillionen der Evolutionsgeschichte gebraucht haben kann, eine Art in der heute bekannten Form hervorzubringen.

Was ist eine "Art"?

Als „Art“ bezeichnet man eine Gruppe von Individuen (Population), die sich untereinander vermehren können, mit Vertretern anderer Populationen aber nicht fortpflanzungsfähig sind. Außerdem ist eine Art dadurch gekennzeichnet, dass sie eine bestimmte ökologische Nische besetzt. Mit der ökologischen Nische ist nicht ein bestimmter Lebensraum gemeint, sondern vielmehr die Funktion, die eine Art in dem jeweiligen Lebensraum ausübt.  Eine „Art“ - auch „Spezies“ genannt - zeichnet sich also durch eine ganz bestimmte Spezialisierung aus.

Arten verändern sich

Arten verändern sich allerdings im Laufe der Evolution und passen sich so an veränderte Lebensbedingungen an: Mutationen bringen Abweichungen hervor, durch die natürliche Selektion setzen sich dann die optimalen Lebensformen für die jeweilige ökologische Nische durch. Krokodile beispielsweise haben sich im Laufe der Jahrtausende kaum verändert. Individuen mit ungünstigeren Eigenschaften sterben dagegen aus – wie beispielsweise die Lemuren, die auf dem afrikanischen Kontinent gegenüber den Affen keine Überlebenschance hatten und deshalb nur auf Madagaskar weiter überleben konnten. Soweit ist also ein bestimmter Schwund an Arten in der Evolution vorgesehen, genauso, wie gleichzeitig auch zusätzliche, neue Arten entstehen.

Aus alten Arten entwickeln sich neue

Die Entstehung von Arten ist allerdings nichts, was vor Jahrmillionen abgeschlossen wurde, sondern ein stetiger Prozess auch in der Gegenwart. So können sich neue Arten entwickeln, wenn sich neu entwickelte Individuen von der ursprünglichen Population trennen, beide Gruppen ohne Konkurrenz zueinander existieren und überleben. So bilden sich beispielsweise zwei Populationen aus einer Ursprungsart, wenn diese geographisch voneinander getrennt werden. In Hitze- und Trockenperioden „flüchten“ einige Individuen einer Art zum Beispiel in weniger trockene Gebiete und verändern sich dort derart, dass sie später mit der Ursprungsart nicht mehr fortpflanzungsfähig sind. Aber auch die Anpassung an (zum Beispiel vom Menschen) veränderte Umweltbedingungen kann zur Entwicklung neuer Arten beitragen. So entwickelten beispielsweise bestimmte Pflanzen in Bergbaugebieten eine Schwermetalltoleranz. Neue Arten können aber auch durch eine schnelle Ausbreitung in einem plötzlich neu entstandenen Lebensraum entstehen, indem sie das Vakuum der fehlenden Konkurrenz sofort besetzen und das neue Ökosystem kolonialisieren. Solche neuen Ökosysteme entstehen beispielsweise durch tektonische Aktivitäten, wie beispielsweise das Auseinanderdriften des Afrikanischen Kontinents entlang des Großen Ostafrikanischen Grabenbruchs. Eine Gruppe von Individuen wird sich an die jeweils neu entstandenen Bedingungen adaptieren, sodass eine neue Art entsteht.

Artenschutz: Wir tragen die Verantwortung

Indem der Mensch nur winzige Stellschrauben am Gesamtsystem ändert, riskiert er, bisher perfekt angepasste Lebensformen für immer zu vernichten. Mit zunehmender Geschwindigkeit der Veränderungen durch Menschenhand bleibt die träge Anpassung durch die Evolution zunehmend chancenlos. Wir tragen also die Verantwortung dafür, erhaltenswerte Arten zu erkennen und zu schützen!

Natur - Mensch - Pflanze

Je mehr Menschen es gibt und je aktiver wir sind, desto mehr beeinflussen wir unser Umfeld, die „Natur“. Wir verändern unsere Umgebung und beeinflussen damit Tiere und Pflanzen und deren Lebensgemeinschaften bis zur Zerstörung ihrer und unserer Lebensgrundlagen. Wir sind aber auch zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt verpflichtet. Dazu gehören bei den Pflanzen die heimischen Arten ebenso wie alle in Deutschland kultivierten Arten und ihre Kultursorten. Völlig unberührte Naturlandschaften gibt es nicht mehr, wir müssen aber den vorhandenen Artenreichtum  und die Landschaftsvielfalt als Zeugen unserer Kulturgeschichte verstehen und als Lebensgrundlage für die Zukunft schützen und erhalten. Arten- und Naturschutz ist Sache aller Bürger. Fast ebenso vielfältig wie die Natur selbst sind die Möglichkeiten, als Mensch etwas zu deren Erhaltung beizutragen.

 

Friederike Heidenhof, Krefeld |

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Schwebfliege fliegt über Blüte
iStock.com / schnuddel

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