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Artischocke

Die Artischocke ist eine mehrjährige, distelartige Pflanze, die schon von den alten Römern und Ägyptern als Gemüsespezialität geschätzt wurde. Genutzt wird vor allem der Blütenboden.

Artischocke
Matago / Fotolia.com

Geschichte und Besonderheiten

Die Kulturpflanze aus der Familie der Korbblütler stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum. Nach der Verwendung durch die Römer und Ägypter ist sie lange in Vergessenheit geraten. Erst ab dem 15. Jahrhundert wurde wieder über die Nutzung dieser Pflanze in Italien berichtet, von wo aus sie sich nach Frankreich und Deutschland und später auch bis nach England ausbreitete.

Die Artischocke bleibt hierzulande meist nur 3-4 Jahre ausreichend ertragsfähig. Die Pflanze treibt jedes Jahr aus dem kräftigen Wurzelstock aus und wird je nach Sorte 1-2 m hoch. Die Artischocke zählt wie der Blumenkohl oder Brokkoli zum sogenannten Blütenstandsgemüse. Das heißt, genutzt wird vor allem der Blütenboden und zu Teilen auch die fleischigen Verdickungen der dachziegelartig übereinander liegenden inneren Hüllblätter. Wegen des Bitterstoffs "Cynarin" schmeckt die Artischocke leicht bitter.

Standortbedingungen

In Bezug auf den Boden ist die Artischocke sehr anspruchsvoll. Dieser sollte nährstoffreich und tiefgründig sein sowie eine gute Wasserversorgung besitzen. Als Standort ist eine warme, sonnige Lage zu empfehlen.

Fruchtfolge und Mischkultur

Aufgrund des hohen Platzbedarfs der Artischocke ergeben sich große Zwischenräume, die mit niedrigwachsenden Kulturen wie Radieschen oder Salat bepflanzt werden können. Um Fruchtfolgekrankheiten zu vermeiden, sollte nach dem vierten Nutzungsjahr erst einmal für mindestens 4 Jahre kein Korbblütler (z. B. Sonnenblumen) mehr auf diesen Beeten angebaut werden.
 

Aussaat/Pflanzung

Anzucht

ab Februar auf der warmen Fensterbank (22 °C) in Aussaaterde, nach der Keimung kühler stellen (12 °C), anschließend in Töpfe pikieren  

Pflanzung

ab Mitte Mai, bei niedrigen Temperaturen sollten die Pflanzen in der Anfangszeit mit einem Vlies bedeckt werden 

Platzbedarf 

etwa 1 m2 pro Pflanze

Düngung

Artischocken haben hat einen mittleren Nährstoffbedarf und zählen damit zu den Mittelstarkzehrern. Zu empfehlen ist der Anbau nach gut gedüngten Vorfrüchten (z. B. Kohl, Tomate, Gurke) oder alternativ 3 l Kompost/m2 ergänzt durch etwa 100 g Hornmehl/m2 vor der Pflanzung.

Pflege

Aufgrund des hohen Wasserbedarfs muss bei anhaltender Trockenheit ausreichend gewässert werden. Zur Überwinterung schneidet man im Herbst die Blütenstiele ab und deckt die gesamte Pflanze mit ausreichend Stroh oder Reisig ab (Frostschutz). In Regionen mit sehr kaltem und feuchtem Winter ist es eventuell erforderlich, die Staude auszugraben und in Hausnähe in Kübeln mit Sand zu überwintern. 

Schädlinge und Krankheiten

Schwarze Bohnenblattlaus, Wühlmäuse

Ernte und Lagerung

Bei gelungener Anzucht und kräftigen Jungpflanzen bildet die Artischocke bereits im ersten Jahr zwischen Anfang August und Ende September Blüten aus. Andernfalls kann spätestens ab dem 2. Jahr geerntet werden, dann bereits in den Monaten Juni oder Juli. Der richtige Erntezeitpunkt ist gekommen, wenn die Knospen voll ausgewachsen sind. Sie haben dann je nach Sorte einen Durchmesser von 10-15 cm. Die Knospen sollten noch fest geschlossen sein und die Schuppenblätter eng anliegen. Nach dem 3. oder 4. Standjahr lässt der Ertrag nach, sodass neu gepflanzt werden muss.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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