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Auf dem Vormarsch: Der Westliche Maiswurzelbohrer

Käfer und Larven des Westlichen Maiswurzelbohrers verursachen weltweit einen Schaden von jährlich rund 1 Mrd. Dollar, weswegen sie auch die Eine-Millarden-Dollar-Käfer genannt werden.

Käfer Maiswurzelbohrer
K. Schrameyer

Der Westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera)  hat sich zum wirtschaftlich bedeutendsten Schädling im Maisanbau entwickelt. Die größten Schäden entstehen in Regionen mit Monomaisanbau und hoher Maisanbaudichte.

In Europa wurde der Käfer erstmals 1992 in Serbien entdeckt, seither breitet er sich immer weiter aus. In Deutschland traten 2007 die ersten Käfer in Bayern und Baden-Württemberg auf, 2010 entdeckt man den Schädling auch in Nordrhein-Westfalen. Seit 1996 gilt der Maiswurzelbohrer in allen EU-Mitgliedsstaaten als Quarantäneschädling.

Die Larven verursachen den Hauptschaden

Ab Juni fressen die Larven des Maiswurzelbohrers an den Wurzeln der Maispflanzen und führen damit zu Ertragsverlusten von 20-30 %, bei starkem Befall sogar bis zu 80 %. Die ersten erwachsenen Käfer erscheinen ab Mitte Juli. Sie ernähren sich von den Narbenfäden und den Pollen, mit der Folge, dass der Mais weniger Körner ausbildet. Da die ausgewachsenen Käfer in der Lage sind, große Flugdistanzen zurücklegen, sind in Gebieten mit intensivem Maisanbau Ausbreitungsraten von 80 km im Jahr zu erwarten.
Mehr zur Biologie des Käfers erfahren Sie in dem aid-Film "Der Westliche Maiswurzelbohrer (siehe unten), der  in einer Kombination aus Makro-Videoaufnahmen und 3D-Animationen eindrucksvoll den Lebenszyklus des Schädlings veranschaulicht.

Möglichkeiten zur Schadensregulierung

Die wirksamste Methode zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers ist die konsequente Einhaltung der Fruchtfolge. Das heißt kein Anbau von Mais nach Mais. Finden die frisch geschlüpften Larven nach dem Schlüpfen keinen Mais als Nahrungsquelle, sterben sie ab. Die sehr wirksame Bekämpfung der Larven mit Saatgutbeizmitteln ist nicht mehr zulässig, da die in der insektiziden Beize enthaltenen Wirkstoffe (Neonikotinoide) seit 2008 als bienengefährlich eingestuft werden. Seit einigen Jahren werden in den USA gentechnisch veränderte Maissorten angebaut, die in ihren Wurzeln eine bestimmte Variante des Bacillus thuringiensis- (Bt)-Proteins bilden und gezielt gegen den Maiswurzelbohrer gerichtet ist. In Europa ist diese Bt-Maissorte jedoch nicht zugelassen.

Jörg Planer, Bonn |

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Web-Tipp

Wo ist der Maiswurzelbohrer in Deutschland zu finden?

Seit dem ersten Auftreten des Quarantäneschädling in Deutschland 2007 dokumentiert das Deutsche Maiskomitee (DMK) die Fundorte, unter Angabe der Anzahl der gefundenen Käfer, auf einer interaktiven Karte. Die regelmäßig aktualisierte Karte kann auf der Internetseite des DMK eingesehen werden.

Zur interaktiven Karte des DMK