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Augen auf beim Pflanzenkauf

Beim Pflanzenkauf sollte man genau hinschauen. Schließlich will man ja viele Jahre lang Freude an dem haben, was man auf die Beete pflanzt und nicht ständig für Ersatz sorgen müssen.

Frau sucht Pflanzen aus
iStock.com / sergeyryzhov

Beim Einkaufen im Supermarkt kann sich mitunter schon mal ein leichtes Gefühl der Überforderung einstellen: Wo 20 Joghurtsorten locken, von denen der Reklame nach selbstverständlich jede die absolut beste ist, fällt die Entscheidung nicht leicht. Und weil niemand enttäuscht werden möchte, werden eifrig Preise verglichen, wird auf den Fettgehalt geachtet und auch mal ein Blick auf die Zutatenliste riskiert, schließlich ist eine schöne Verpackung längst nicht alles. Beim Pflanzenkauf lohnt es sich erst recht, genau hinzuschauen, schließlich sollen gerade Stauden viele Jahre lang Freude bereiten, und wenn ein Exemplar aufgrund schlechter Qualität ausfällt, ist das oft doppelt ärgerlich: Neben der Lücke im Beet klafft bald ein zusätzliches Loch im Geldbeutel, weil Ersatz beschafft werden muss. Die gute Nachricht: Während beim Studieren von Lebensmittelzutaten mitunter ein Chemiestudium hilfreich wäre, muss man beim Pflanzenkauf mitnichten Botaniker sein, um gute Qualität zu erkennen.

Vorsicht bei verfaulten Blättern

Selbst Gartenneulinge können beispielsweise mit wenigen Blicken kontrollieren, ob eine Pflanze einen vitalen Eindruck macht: Pflanzen mit abgeknickten, abgebrochenen oder verfaulten Teilen, Blattflecken oder vielen vertrockneten Blättern sollte man besser links liegen lassen und nach intakten Pflanzen mit prallen, frischgrünen Blättern und Stielen Ausschau halten. Was man dabei im Hinterkopf haben sollte: Je nach Jahreszeit kann es durchaus sein, das sich oberirdisch nicht allzu viel abspielt, da viele Stauden Ruhephasen einlegen, in denen sie wenig eindrucksvoll aussehen – schließlich werfen auch wir morgens oft lieber nur einen flüchtigen Blick in den Spiegel. Wer sich unsicher ist, ob eine Pflanze so aussieht, wie sie aussehen sollte, kauft am besten im gärtnerischen Fachhandel, wo er sich vor Ort beraten lassen kann. Tipp: Im Frühling werden vielerorts blühende, im Gewächshaus vorgetriebene Pflanzen angeboten, obwohl die Natur draußen noch gar nicht so weit ist – aus gutem Grund, denn Spätfröste können dem Blütenzauber ein jähes Ende setzen, dessen sollte man sich bewusst sein.

Anfänger wählen pflegeleichte Sorten

Abwägen lohnt sich auch in Sachen Sortenwahl, denn wie schon beim Joghurt zählen auch beim Pflanzenkauf nicht nur die Äußerlichkeiten. Von vielen beliebten Stauden gibt es zahlreiche verschiedene Varianten, die sich in Blütezeit, Blütenreichtum oder Blühdauer, ihren Standortansprüchen, ihrer Winterhärte, Lebensdauer oder Krankheitsanfälligkeit teils erheblich unterscheiden. Wortwörtlich um die inneren Werte geht es wiederum beim Blick in den Pflanztopf, gute Pflanzenqualität erkennen Sie nämlich nicht zuletzt am Wurzelwerk: Pflanzen mit festem, von feinem weißen Wurzelgeflecht durchzogenen Ballen wachsen in der Regel gut an. Wer beim Kauf auf Nummer sicher gehen möchte, kann den Ballen vorsichtig ein Stück aus dem Topf herausziehen, oder – der Gärtner wird es Ihnen danken – einfach einen Blick durch die Wasserabzugslöcher am Topfboden werfen. Finger weg (oder Preis runter) heißt es hingegen, wenn sich sogar außerhalb des Topfbodens bereits ein dichter Wurzelfilz gebildet hat – und beim genauen Gegenteil, wenn nämlich der Erdballen beim vorsichtigen Herausziehen auseinanderfällt. Ausnahme: Pfingstrosen und andere Stauden, die einen besonders kräftigen Wurzelstock bilden, werden oft erst unmittelbar vor dem Verkauf getopft und wachsen trotz losen Ballens gut an.

Mascha Schacht, Frankfurt am Main |

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