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Aus dem Häuschen

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Jauchzet, frohlocket, wir sind Besitzer eines Kleingewächshauses – und seitdem ist Weihnachten quasi täglich von Ende Januar bis Ende Oktober. Das alte, wenig attraktive Ding ...

Jauchzet, frohlocket, wir sind Besitzer eines Kleingewächshauses – und seitdem ist Weihnachten quasi täglich von Ende Januar bis Ende Oktober. Das alte und offen gestanden wenig attraktive Ding stand bereits im Garten, als wir ihn vor einigen Jahren übernahmen, und mein erster Reflex war: Weg damit! Zum Glück blieb es schließlich doch stehen, denn während ich früher wochenlang nervös vor der Fensterbank auf- und abtigerte, wohl wissend, dass ich besser nicht vor Ende Februar mit der Aussaat beginne (das ergäbe aufgrund des Lichtmangels sehr lange, schwächliche Keimlinge), steige ich nun schon einen Monat früher wieder aktiv ins Gartenjahr ein – und überhaupt nur noch aus, weil ich bislang keine Lust auf Kalthauskulturen im Winter hatte.

Aussaatgefäße im Kleingewächshaus
M. Schacht

Der Vorbesitzer war nicht nur leidenschaftlicher Gärtner, sondern auch Orchideenfan, weshalb das Gewächshaus sogar über eine Elektroheizung verfügt. Die habe ich allerdings noch nie ausprobiert – zum einen, weil sie doch eine gewisse Patina aufweist, zum anderen, weil das Häuschen nicht etwa viele Kältebrücken hat (also Stellen, über die die Wärme rasch nach außen entweicht), sondern vielmehr insgesamt eine einzige große Kältebrücke darstellt. Geheizte Gewächshäuser überlasse ich daher gerne den professionellen Gartenbauern, für meine Zwecke reicht auch das alte ungeheizte Häuschen völlig aus.

Mit Beginn der Ausaatzeit gehört der Gang durchs Gewächshaus zum täglichen Ritual: Ist der eigene Nachwuchs in der Kita abgeliefert, wird als nächstes der Pflanzenkindergarten begrüßt – auch wenn die Samen erst seit vier Tagen in der Erde sind, aber es könnte ja schon was gekeimt haben. Auch danach ist das Gewächshaus fester Bestandteil des Gartens: Die Tomaten und Gurken gedeihen hier vor Niederschlägen geschützt einfach fantastisch.

So fantastisch, dass sie das Häuschen zwischenzeitlich schon mal in einen echten Dschungel verwandelten, nämlich als ich gegen Ende meiner Schwangerschaft das Ausgeizen einstellte; geerntet wurde in jenem Jahr nur kniend und mit anschließender Dusche.

Selbst im Winter möchte ich das dann eigentlich ungenutzte Gewächshaus nicht missen: Wenn sich nämlich die Sonne aus der Wolkendecke wagt und die Luft auf frühlingshafte Temperaturen aufheizt, wird der sonst wenig romantische Glaskasten zum perfekten Ort zum Zeitungslesen und Tagträumen.

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Löwenzahn in Pflasterfuge
sianc / Fotolia

Fachgebiete: Gärtnern mit Spaß; Genuss; flexible Lebensplanung

Löwenzähnchen, Dipl.-Ing.

Dipl.-Ing. (FH) Gartenbau