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Belastete Weideflächen wie nutzen?

Die Lebensmittelkette beginnt beim Landwirt mit Futtermitteln, Pflanzen und Tieren.

Kühe auf einer Weide
Fotolia.com / texturewall

(BZfE) – Die Lebensmittelkette beginnt beim Landwirt mit Futtermitteln, Pflanzen und Tieren. Auf der Tagung „Stoffliche Risiken in der Lebensmittelkette“ an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover stellten Wissenschaftler Anfang Februar 2017 unterschiedliche Belastungen, Probleme der Nachweismethoden und Forschungsergebnisse vor.

Dioxine werden von Tieren aufgenommen, wenn die Tiere selbst oder ihre Futtermittel Kontakt zu belasteten Materialien haben. Das kann sein, wenn Tiere auf kontaminierten Flächen grasen. Zu diesen zählen zum Beispiel Weiden mit ehemaligen Brennplätzen. Eine Belastung mit Schwermetallen und Dioxinen kommt auch in Überschwemmungsgebieten an Flüssen vor, vor allem, wenn es früher entsprechende Abwassereinleitungen in die Flüsse gab. Bei jeder Überflutung kann davon etwas an Land spülen.

„Da haben wir Altlasten, für die wir heute gar nichts können“, erläutert Josef Kamphues, Professor für Tierernährung an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo), „die Frage ist: Wie können wir die Produktionsstandorte erhalten?“

Zusammen mit dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), der Landwirtschaftskammer und dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, haben Forscher der TiHo Schadstoffgehalte auf Weiden und Rinder untersucht, die zunächst auf elbangrenzenden Flächen grasten. Die Tiere wurden in einer anschließenden „Wartezeit“ drei bis zehn Monate ausschließlich mit unbelastetem Futter weiter gemästet. Untersuchungen an den Schlachtkörpern ergaben, dass durchweg die Lebern belastet blieben. Das Muskelfleisch hingegen war verzehrtauglich.

Als praktikables Nutzungskonzept sieht Kamphues die Weidehaltung mit Wartezeit aber nicht: „Das müssten die Veterinärbehörden mit Auflagen verbinden und kontrollieren.“ Dagegen sprechen rechtliche Gründe und auch die Analysekosten pro Tier.

Regina Bartel, www.bzfe.de

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