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Beratungsmethode „Das innere Team“

Mit der Methode „Inneres Team“ lassen sich Konflikte lösen und Entscheidungssituationen klären. Jede Stimme und jedes Gefühl wird als Mitglied in das innere Team aufgenommen.

2 Männer reichen sich die Hand, ihre Schatten kämpfen gegeneinander
Mopic / Fotolia.de

Das Innere Team ist ein Persönlichkeitsmodell des Hamburger Psychologen Friedemann Schulz von Thun. Mit Hilfe der Metapher eines Teams und seines Teamleiters wird die Vielfalt des menschlichen Innenlebens dargestellt. Ausdrücklich stellt das innere Teammitglied keine von Neurologen bestätigte Realität dar – es handelt sich um eine Metapher, die sich in der Selbstklärung als nützlich erwiesen hat.

Alle in einem Boot

Mit Hilfe der Methode lassen sich innere und äußere Konflikte lösen und schwierige Entscheidungssituationen klären. Widerstrebende Gedanken und Gefühle können erkannt und akzeptiert werden. Damit verbunden Bedürfnisse werden wahrgenommen und müssen nicht vernachlässigt werden. Die Arbeit mit dem inneren Team hilft auftretende Blockaden und Hindernisse zu verstehen und damit umzugehen. Die eigene Gedanken- und Gefühlswelt kann aus einem objektiveren Blickwinkel betrachtet werden. Dieser Wechsel der Sichtweise ermöglicht Handlungskompetenz.

Im Rahmen einer Ernährungsverhaltensänderung geht es hier vor allem um die innere Stimme die landläufig als der „innere Schweinehund“ bezeichnet wird.

Die Konferenz der Anteile

Der Klient versucht in Ruhe und Entspannung in sich hinein zu hören. Jede Stimme oder Stimmung und jedes Gefühl werden wahrgenommen und als Mitglied in das innere Team aufgenommen. Die Teammitglieder sind dabei sehr unterschiedlich: Sie sind laut oder leise, melden sich schnell oder langsam, sind dominant im Außenkontakt oder zeigen sich nur nach innen, wo sie als Gedanke, Gefühl, Impuls, Stimmung oder Körpersignal auftreten. Zwischen Teammitgliedern herrscht eine ähnliche Gruppendynamik wie im wirklichen Leben auch. Sie spiegeln die Lebenserfahrungen eines Menschen wider, darunter auch die Meinung von Eltern, Freunden und Lebenspartnern oder die Werte von Gemeinschaften, denen man sich zugehörig fühlt. Laut Schulz von Thun ist es entscheidend, die Botschaft eines jeden Teammitgliedes anzuhören und ihm Wertschätzung entgegen zu bringen. Denn Stimmen, die nicht gehört oder gar übergangen werden, können eine befriedigende Entscheidung boykottieren. Um die einzelnen Teammitglieder und ihre Anliegen besser zu verstehen, erhalten sie „Namen“. Die einzelnen Teammitglieder werden in Bezug auf ihre Einstellung zu der geplanten Verhaltensänderung befragt. Jedes Teammitglied hat seine eigene Weisheit, die der Klient nutzen kann. Das gilt für die willkommenen ebenso wie für die nicht willkommenen Anteile. In einer Art “Innerer Ratsversammlung”werden alle Teammitglieder zur Zusammenarbeit bewegt. Zum Abschluss fasst der Teamleiter das Ergebnis zusammen und holt noch einmal die Zustimmung aller Teilnehmer für das Vorhaben ein.

Heike Rapp, aid |

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