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Perspektivwechsel als Beratungsmethode

„Nicht die Dinge an sich beunruhigen den Menschen, sondern seine Sicht der Dinge!”(Epiktet) Mit dem ABC-Schema lassen sich Denkschemata umstrukturieren und Gefühle und Handlungen verändern.

2 Wassergläser eines halb voll, eines halb leer
Barbara Pheby / Fotolia.de

Das ABC-Schema ist Bestandteil der Rational-Emotive-Therapie (RET) und wurde von Albert Ellis in den frühen 50-er Jahren entwickelt. Die Grundannahme ist, dass das Erleben der Realität davon abhängt, wie Menschen Ereignisse wahrnehmen und über sie denken. „Nicht die Dinge an sich beunruhigen den Menschen, sondern seine Sicht der Dinge!”(Epiktet)

Ein auslösendes Ereignis (A für activating events) wird durch eigene Denkmuster (B für beliefs) bewertet und führt so zu Gefühlen und Verhaltensweisen (C für consequences) in dieser Situation. Es beschreibt also, wie Gedanken die Gefühle und Verhalten beeinflussen:

  • A (auslösendes Ereignis, activating event):
    Große Mengen Schokolade werden in Folge eines Heißhungergefühls gegessen.
  • B (irrationales Denkmuster, Gedanken zum Ereignis; irrational belief):
    Ich bin nicht gut genug, ich kann einfach nicht konsequent sein. 
  • C (Konsequenz als Reaktion auf die Gedanken; consequence):
    Ich fühle mich schlecht, verzweifelt. Breche die Therapie ab. 
  • D (Disputation): Auseinandersetzen mit den irrationalen Gedanken und Aufbau einer neuen Sichtweise.
    In anderen Situationen war ich schon oft konsequent. Ich bewerte das als Ausrutscher. Nur weil ich jetzt einmal rückfällig wurde, heißt das nicht, dass es gar nicht geht. Beim nächsten Mal versuche ich wieder, es anders zu machen. Wenn ich ab und zu Schokolade esse, ist das in Ordnung. Ich überlege mir, was ich dann genau tue. 
  • E (Effect): Neue angemessene Gefühls- und Verhaltenskonsequenzen als gewünschtes Ziel.
    Das ist nicht so schlimm, ich werde es einfach wieder versuchen. Wenn dieses Heißhungergefühl wieder kommt, werde ich erst mal ein großes Glas Wasser trinken.

Glaubenssätze ändern

Anhand der Ellis’schen ABC-Technik kann man bewusst Denkschemata kognitiv umstrukturieren und damit die Gefühle und letztlich auch Handlungen verändern. Im Rahmen einer Veränderung des Ernährungsverhaltens können Glaubenssätze, die das Ernährungsverhalten prägen, geändert werden.

Denkmuster in Frage stellen

Das Ziel besteht darin, die identifizierten irrationalen Gedankenmuster durch angemessenere, vernünftigere Gedankenmuster zu ersetzen.

Zunächst sind die auslösende Situation A und das belastende Gefühl bzw. die Verhaltensweise C genau zu beschreiben. Dann wird gezielt nach dem Denkmuster gesucht, das zu den Gefühlen und dem Verhalten C geführt hat. Anschließend kann ein konkretes Veränderungsziel festgelegt und beschrieben werden. In Form eines sogenannten Sokratischen Dialogs wird nun das zu Grunde liegende Denkmuster B in Frage gestellt. Hierbei wird versucht, den Klienten durch gezielte Fragen zur Selbsterkenntnis und zum selbstständigen Infragestellen seiner Denkmuster zu führen. Schließlich werden nun sinnvolle, zielführende, funktionierende Gedankenmuster formuliert und eingeübt.

Heike Rapp, aid |

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