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Betäubungslose Kastration von Ferkeln

Ferkel verfügen schon in den ersten Lebenstagen über ein ausgeprägtes Schmerzempfinden. Dies macht die Kastration zu einer schmerzhaften Prozedur, die zunehmend in die Kritik geraten ist.

Skalpel bei der Ferkelkastration
Ludger Büftering

Eine europaweite Umfrage zeigte, dass die Kastration in Deutschland bei einem Durchschnittsalter der Ferkel von etwa vier Tagen durchgeführt wird und somit gesetzeskonform ist (bis siebten Lebenstag ohne Betäubung nach deutschem Tierschutzgesetz). Wurde vor Jahren noch angenommen das juvenile Ferkel noch kein so ausgeprägtes Schmerzempfinden haben so ist dies nach heutigen Kenntnisstand wiederlegt. Danach verfügen Ferkel schon in den ersten Lebenstagen über voll entwickelte Schmerzrezeptoren. Die Wundheilung verläuft jedoch bei früh kastrierten Ferkeln schneller und komplikationsloser als bei älteren Ferkeln, zumal die Kastrationswunde auch kleiner ist. Ferkel reagieren auf diesen Eingriff durch Veränderung der Vokalisation, des Verhaltens sowie physiologischer Parameter. Als besonders schmerzhaft wird das Durchtrennen der Samenstränge empfunden. Somit steht diese Methode stark in der Kritik.

Mit zunehmenden Verbraucheransprüchen an die Prozessqualitäten in der Fleischproduktion zeichnet sich eine Abkehr vom der traditionellen chirurgischen Ferkelkastration ohne Schmerzausschaltung ab. In der Bewertung ist ein Alternativverfahren dann als geeignet anzusehen, wenn

  • es hinreichend zur Linderung bzw. Vermeidung von Schmerzen beiträgt,
  • es unter Praxisbedingungen durchführbar ist,
  • der ökonomische Aufwand verhältnismäßig ist,
  • die Nachvollziehbarkeit gegeben ist,
  • die Verbraucherakzeptanz gegeben ist,
  • es keine maßgebliche Beeinträchtigung sonstiger Interessen (z.B. Gesundheitsrisiko, generelle Fleischnachfrage, kulinarische Vorlieben) nach sich zieht.

Autor: Dr. Wilhelm Pflanz, Boxberg |

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