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Schadschwellen schützen Umwelt und Geldbeutel

Beim Pflanzenschutz ist das Ermitteln und Einhalten von Schadschwellen aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht unabdingbar. Zur Bestandsüberwachung eignen sich zum Beispiel Pheromonfallen.

Pheromonkapsel und Weinrebe
landpixel.de

Ja, es gibt eindeutige Situationen: Wenn Wanderheuschrecken über einen Landstrich herfallen, erübrigt sich die Frage nach der wirtschaftlichen Schadschwelle – die Insekten richten in kürzester Zeit solch verheerende Schäden an, dass unverzüglich Gegenmaßnahmen eingeleitet werden müssen. Vergleichbar drastische Fälle sind hierzulande aber zum Glück selten und wo sich tatsächlich einmal eine explosionsartige Vermehrung eines Schaderregers abzeichnet, erfolgt in der Regel rechtzeitig ein Warndienstaufruf der Pflanzenschutzdienste der Bundesländer. Dennoch gibt es natürlich eine Reihe von Schädlingen und Schaderregern, die das Nahrungsangebot auf den Anbauflächen von Landwirten, Gemüse- und Obstanbauern gar vortrefflich finden und beträchtlichen Schaden anrichten können, wenn sie in Massen auftreten.

Pflanzenschutz nach guter fachlicher Praxis

Um zu verhindern, dass mit Kanonen auf Spatzen, oder in diesem Fall mit viel Spritzmittel auf wenige Blattläuse oder Frostspanner geschossen wird, wurden für alle relevanten Schaderreger nach den Grundsätzen des integrierten Pflanzenschutzes wirtschaftliche Schadschwellen festgelegt. Erst, wenn sie überschritten sind, dürfen direkte Bekämpfungsmaßnahmen ergriffen werden und beispielsweise Insektizide, Akarizide oder Fungizide zum Einsatz kommen. Alles nur Schikane und Umweltschutz zulasten der Produzenten? Keineswegs, denn die Vorgehensweise nach der gesetzlich vorgeschriebenen „guten fachlichen Praxis“ schont auch das Portemonnaie der Anbauer: Bis zum Erreichen der von Fachleuten ermittelten wirtschaftlichen Schadschwellen würde ein Spritzmitteleinsatz nämlich höhere Kosten verursachen, als durch den verminderten Ertrag entstünden.

Spionage mit Köpfchen

Ist die Schadschwelle allerdings erreicht, muss rasch gehandelt werden, umso wichtiger ist es für jeden Produzenten, seine Anlagen genau im Blick zu behalten. Bei seinem Job als Schädlingsscout kann er dabei auf verschiedene Überwachungsmethoden zurückgreifen. Und da beispielsweise Apfelwickler eher für ihren ungeheuren Appetit auf Äpfel und junge Apfelwicklerinnen bekannt sind, als für konspirative Unterhaltungen, sind die Bespitzelungsmaßnahmen auf die Beobachtungsobjekte abgestimmt. In der Folge findet sich so mancher Apfelwickler, der voller Vorfreude der vermeintlichen Duftspur eines Weibchens folgte, in einer Pheromonfalle wieder. Kontrolliert der Obstanbauer diese regelmäßig, kann er anhand der Zahl der Männchen, die den künstlichen Lockstoffen buchstäblich auf den Leim gegangen sind, auf den Befallsdruck im Bestand schließen – eine positive „Entwicklung“ der Obstanlage ist gesichert.

Mascha Schacht, Frankfurt am Main |

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