Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Bio: Was ist anders?

Die ökologische Landwirtschaft setzt auf den Gleichklang von Boden, Tieren und Pflanzen. Bio-Lebensmittel sind in der Regel rückstandsärmer und das wissen auch die Verbraucher zu schätzen.

Grafik Landwirtschaft
raksitar / Fotolia.com

Gut drei Viertel aller Verbraucher kaufen zumindest gelegentlich Bio-Lebensmittel. Die Gründe dafür sind vielfältig: Bio-Kunden wünschen für sich und ihre Kinder gesunde, rückstandsarme Lebensmittel. Sie möchten eine artgerechte Tierhaltung und regionale Bio-Bauern unterstützen. Auch der Öko-Landbau als Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz spielt eine wichtige Rolle als Kaufmotiv. Doch sind Bio-Produkte wirklich qualitativ besser als herkömmliche?

Bio fördert das Gleichgewicht zwischen Boden, Tieren und Pflanzen 

Im ökologischen Landbau wird aus Überzeugung auf vieles verzichtet, was gesetzlich zulässig ist und im konventionellen Bereich zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit eingesetzt werden darf. Ziel vieler engagierter Bio-Bauern ist eine möglichst geschlossene Kreislaufwirtschaft. Im Idealfall bedeutet dies, dass nur so viele Tiere gehalten werden, wie der Ertrag der eigenen Felder ernähren kann. Zudem werden die Böden nachhaltig bewirtschaftet, so dass sie auch für unsere Nachkommen noch fruchtbar genug sind.

Vorbeugen statt nachhelfen

Chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel sind im Öko-Landbau verboten. Stattdessen wird mit Mist und pflanzlichem Kompost gedüngt. Der regelmäßige Anbau von  Leguminosen als Zwischenfrucht  reichert den Boden auf natürliche Weise mit Stickstoff an. Um fruchtbare Äcker und gesunde Pflanzen zu haben, setzen Bio-Bauern auf Vorbeugung: Sie bevorzugen Sorten, die an einen bestimmten Standort und das Klima angepasst und so weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge sind.

Ohne Gentechnik

Bio bedeutet Verzicht auf Gentechnik. Weder im Futtertrog der Tiere noch auf den Feldern landen gentechnisch veränderte Pflanzen oder Futterzusatzstoffe aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen. Auch bei der Verarbeitung kommt keine Gentechnik zum Einsatz.

Tierhaltung mit besonderem Anspruch

Auf Bio-Höfen müssen Tiere ins Freie und haben ausreichend Platz, um ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben. Der Zukauf von Futtermitteln ist nur eingeschränkt erlaubt. Medikamente wie Antibiotika dürfen nur im Notfall eingesetzt werden. Auch wenn die Tierhaltung im Bio-Landbau meist schon eine Verbesserung ist, geht es noch besser!

Weitere Informationen zu Bio-Lebensmitteln

Warum sind ökologisch erzeugte Lebensmittel teuer als konventionell erzeugte?

Weil Bio-Bauern auf chemisch-synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel verzichten, ernten sie weniger. Zudem bebauen sie etwa ein Drittel der Fläche mit Leguminosen, die deshalb für den Anbau pflanzlicher Lebensmittel ausfällt. Bio-Bauern halten, bezogen auf die Fläche, weniger Tiere. Die Fütterungsvorschriften führen zu längeren Mastzeiten und geringeren Milchmengen. Die Anbaumethoden sind arbeits- und zeitaufwändiger, etwa durch den mechanischen Pflanzenschutz. Die meisten Landwirte sind kleine Firmen und die Vermarktungsstrukturen daher nicht so effektiv. Werden Lebensmittel jedoch möglichst direkt, gering verarbeitet und jahreszeitlich angepasst eingekauft, fällt der Preisunterschied geringer aus.

Sind Bio-Lebensmittel besser für die Umwelt?

Die ökologische Landwirtschaft beeinträchtigt die Natur weniger als konventionelle: Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel wird das Grundwasser entlastet. Es werden weniger Treibhausgase verursacht und bis zu 40 Prozent weniger Energie verbraucht.
Biologisch bewirtschafteter Boden ist in der Regel gesünder, humusreicher und kann mehr Wasser speichern. Öko-Flächen sind erheblich artenreicher: Integrierte Hecken, Tümpel und Streuobstwiesen bieten Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere.

Ist es ökologisch einwandfrei Bio-Äpfel aus Übersee zu kaufen?

Inzwischen weiß man, dass ein weiter Transportweg nicht immer ein k.o.-Kriterium für Bio-Lebensmittel ist. So haben Bio-Äpfel aus Übersee im Frühling eine bessere Klima-Bilanz als hiesige Äpfel, die schon ein halbes Jahr gelagert wurden, denn auch das kostet viel Energie.
Das ändert aber nichts daran, dass Bio-Produkte am besten möglichst der jeweiligen Jahreszeit entsprechend eingekauft und Produkten aus der Region der Vorzug gegeben werden sollten.

Autor: Leo Frühschütz, Seehausen |

als hilfreich bewerten 0 Versenden
Alternativer Gemüsegarten
Achim Prill / Fotolia.com
Garten organisieren

Der Biogarten

Biologisch, ökologisch – diese Begriffe sind heute zu Schlagwörtern geworden, die aus der Diskussion um die Alternativen für eine gesündere Umwelt kaum mehr wegzudenken sind.

mehr...
Lupine Offene Hülse
www.oekolandbau.de / BLE / T. Stephan

Ökolandwirte legen besonderen Wert darauf, in Kreisläufen zu denken. Sie wollen Zusammenhänge und Entwicklungen vollständig und frühzeitig erkennen und wenig in natürliche Prozesse eingreifen. 

mehr...
Landwirtschaft in der Schule

Ökolandbau im Unterricht

Gurken mit Biosiegel
Europäische Kommission

Immer mehr junge Menschen achten beim Einkauf von Lebensmitteln gezielt auf Bio-Produkte. Aber was genau bedeutet Bio? Und ist alles "Bio", wo "Bio" drauf steht?

mehr...

Hörfunkbeitrag Januar 2015

Wüste
aid

Internationales Jahr des Bodens 2015

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2015 zum "Internationalen Jahr des Bodens" ausgerufen. Die UN will damit die Bedeutung des Themas Bodenschutz unterstreichen.
Download - [PDF 66,09kB] Download - [MP3 3252,86kB] Anhören - [0:00 min]