Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Bio-Wein

Wer zu Bio-Wein greift, tut dies in der Regel in der Hoffnung, sowohl sich selbst und seinen Gästen als auch der Umwelt etwas Gutes zu tun. Aber wie viel „bio“ steckt in Bio-Weinen?

Reife Trauben an Weinstock mit herbstlich verfärbtem Laub
Stefan Schweihofer / Pixabay.com

Käufer haben die Wahl zwischen unterschiedlichen Gütezeichen, die allesamt Weine aus ökologischem Anbau versprechen, dabei jedoch auf unterschiedliche Schwerpunkte und Standards setzen. Begriffe wie „aus integriertem Landbau“ oder „aus kontrolliertem Anbau“ sind hingegen nicht geschützt. Wer sichergehen möchte, Wein in Bio-Qualität zu kaufen, sollte nach dem EU-Bio-Logo und dem deutschen Bio-Siegel Ausschau halten.

Bio-Siegel und EU-Bio-Logo

Das deutsche Bio-Siegel und das jüngere, noch weniger bekannte EU-Bio-Logo sind inhaltlich identisch, beide richten sich nach der EU-Öko-Verordnung – der Verordnung (EG) Nr. 834/2007. Diese ist sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich die EU-Mitgliedsstaaten geeinigt haben. Der Einsatz gentechnisch veränderter Organismen beispielsweise ist verboten. Auch die Anwendung von Herbiziden ist nicht erlaubt, bei den Fungiziden und Insektiziden dürfen nur einige wenige Mittel unter strengen Auflagen angewendet werden.

Bis zu fünf Prozent der verwendeten Zutaten dürfen in streng geregelten Ausnahmefällen aus nicht-biologischer Produktion stammen. Bei Wein kann das Weinbehandlungsstoffe wie die verwendeten Hefen betreffen: Sind sie nicht in ausreichender Menge aus biologischer Erzeugung erhältlich, dürften auf Antrag auch konventionell erzeugte Hefen verwendet werden (sofern es sich ausdrücklich um nicht gentechnisch veränderte Organismen handelt). Auch organische Stickstoffdünger wie Pferde- oder Kuhmist dürfen aus konventioneller Produktion zugekauft werden – schon weil der ökologische Landbau darauf ausgerichtet ist, diesbezüglich keine größeren Überschüsse zu produzieren.

Bio-Weine dürfen maximal zwei Drittel der Sulfitmenge enthalten, die für Weine aus konventioneller Erzeugung erlaubt ist. Außerdem darf zu Konservierungszwecken keine Sorbinsäure eingesetzt werden.

Kennzeichnungspflicht für Bio-Produkte

Das deutsche Bio-Siegel ist eine freiwillige Kennzeichnung. Das grüne EU-Bio-Logo hingegen ist für vorverpackte Bio-Lebensmittel (und damit auch für Bio-Wein) Pflicht, und zwar sowohl für Produkte, die komplett aus der EU stammen, als auch für solche, die hier mindestens einen Verarbeitungsschritt erfahren haben. Genaugenommen besteht das Kennzeichen aus drei Teilen:

  • dem Logo selbst
  • der Information, ob die Zutaten aus EU-Landwirtschaft oder Nicht-EU-Landwirtschaft stammen
  • der Nummer der zuständigen Öko-Kontrollstelle

Angemeldeten und stichprobenartigen Kontrollen durch unabhängige private Öko-Kontrollstellen, die ihrerseits von Bund und Ländern überwacht werden, müssen sich alle Winzer unterwerfen, die ihre Weine mit den Stichworten „bio/biologisch“ oder “öko/ökologisch“ bewerben. Der Code besteht aus einem Länderkürzel, einem vom Mitgliedstaat vergebenen Begriff wie ÖKO oder BIO und der Nummer der jeweiligen Kontrollstelle. In Deutschland könnte sie also zum Beispiel DE-ÖKO-123, lauten. Auch Produkte aus Nicht-EU-Staaten können mit dem EU-Bio-Logo und dem deutschen Bio-Siegel gekennzeichnet werden, wenn sie die vorgegebenen Standards erfüllen.

Anbauverbände unterwerfen sich schärferen Auflagen

Naturland, Bioland, Demeter und Ecovin sind die Anbauverbände, deren Siegel in Deutschland am häufigsten auf Weinflaschen prangen. „Das ist auf den ersten Blick verwirrend, allerdings unterscheiden sich die Anbauverbände untereinander gerade beim Thema Weinbau kaum. Allen gemein ist, dass sie deutlich schärfere Auflagen haben als sie die EU-Öko-Verordnung vorschreibt“, fasst Christian Deppisch zusammen, Oenologischer Berater an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau und selbst Demeter-Winzer.

Bio-Weine seien noch eine verhältnismäßig junge Errungenschaft; welcher Winzer sich welchem Verband anschließe, hänge häufig schlicht von den örtlichen Gegebenheiten ab. „Bestimmte Verbände sind in bestimmten Regionen traditionell stärker vertreten. Wenn sich dann ein Winzer überlegt, den Betrieb von der konventionellen auf eine ökologische Betriebsweise umzustellen, möchte er sich natürlich gerne mit den Kollegen und Fachberatern in der Region austauschen. Also wird er vermutlich einem Verband beitreten, der vor Ort schon gut organisiert ist.“ Aus einem ähnlich pragmatischen Grund habe sich der Anbauverband Ecovin gegründet, erklärt Deppisch: Es gab schlicht noch keinen Winzerverband mit ökologischer Ausrichtung und in den großen Bio-Verbänden gründeten sich erst nach und nach die ersten Fachgruppen. „Also wurde 1985 ein eigener Verband gegründet um sich gezielt der ökologischen Betriebsweise im Weinbau widmen zu können.“

Mascha Schacht, Frankfurt am Main |

als hilfreich bewerten 0 Versenden VG Wort
Möhren im Boden
Subbotina Anna / Fotolia.com
Lebensmittelkunde

Bio-Lebensmittel

Hergestellt nach EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau

Die Nachfrage nach biologisch erzeugten Lebensmittel wächst enorm, denn die Verbraucher wissen die vielen Vorteile von Bio-Produkten für Mensch, Tier und Natur zu schätzen.

mehr...
Weintrauben
andrewhagen / Fotolia.com
Pflanzensteckbriefe

Weintrauben

Vitis vinifera L.

Weinreben wachsen sehr schnell und sind sehr robust. Für den heimischen Anbau sollte man jedoch Sorten wählen, die widerstandsfähig gegenüber Pilzkrankheiten sind.

mehr...
Winzer bei der Weinlese im Steilhang
Yvonne Stadtfeld / Fotolia.com

Einige Weinberge sind so steil, dass man kaum glauben kann, dass dort noch Menschen arbeiten. Bis zu welcher Hangneigung lässt sich denn eigentlich Wein anbauen?

mehr...
Garten pflegen

Kirschessigfliege

Kleine Fliege, großer Schaden

Reife roten Kirschen am Baum
emirkoo / Fotolia.com

Die Kirschessigfliege ist ein invasiver Pflanzenschädling, der vor allem Kirschen, Beerenobst und Wein befällt. Die besten vorbeugenden Maßnahmen sind Schutznetze und konsequente Hygiene.

mehr...