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Biologische Vielfalt im eigenen Garten

Biologische Vielfalt kann man auch im eigenen Garten schaffen. Dafür muss man der Natur nur etwas mehr Spielraum geben. Vielen Gartenbesitzern fällt das aber nicht immer leicht.    

Garten wilde Blumen Geräte
goldbany / Fotolia.com

So mancher Gartenbesitzer ist einfach nicht zufrieden, wenn nicht alles getrimmt, zurückgeschnitten und von „Unkraut“ befreit ist. Der Natur einen Teil der Regie im Garten zu überlassen, unregelmäßigen Wuchs zu tolerieren und ungebetene Gäste willkommen zu heißen, passt so gar nicht ins Ordnungsempfinden dieser Menschen. Artenschutz – okay! Aber das wilde Durcheinander von vielen verschiedenen Pflanzenarten soll dann doch lieber am Amazonas oder in dafür vorgesehen Naturschutzgebieten stattfinden.

Verkehrte Welt: Denn wer für den Erhalt von Artenvielfalt ist, sollte damit beginnen, seinen Ordnungssinn den Steuermechanismen der Natur unterzuordnen. Denn ist der Garten erst einmal zu einem Refugium von Wildkräutern, Gräsern, Büschen oder wilden Ranken geworden, hat er erstaunlicherweise wieder seine eigene „Ordnung“. Den Übergang vom Rasenkantenschnitt zum Wuchergarten muss man erst in Kauf nehmen, dann beschert er obendrein weniger Arbeit und mehr Entspannung. Kinder dürfen getrost in die Beete kriechen und Ball spielen, es ist keine Katastrophe, wenn einmal etwas vertrocknet, und man kann ruhig schlafen, obwohl der Rasen noch nicht vertikutiert ist. Solche Gärten, vielleicht noch mit altem Obstbaumbestand oder einem kleinen Teich, können nicht nur im ländlichen Bereich, sondern sogar innerhalb von Großstädten ein Netzwerk von Lebensräumen für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten bilden.

Dass es der Natur am besten gefällt, wenn man sie einfach in Ruhe lässt, zeigte sich eindrucksvoll nach der Öffnung der Mauer an der innerdeutschen Grenze. Entlang des jahrzehntelang brachliegenden „Todesstreifens“ hatte sich eine reiche Artenvielfalt etabliert, die sich dem Aufräumbedürfnis der Menschen gründlich entzogen hat. Wenn wir also erwarten, dass die Natur weiterhin uns Menschen aushält, müssen auch wir die Natur aushalten!

Was wir aktiv zum Artenschutz beitragen können

Im eigenen Garten kann man einiges zur Artenvielfalt beitragen:

  • Heimische Hecken statt exotische Koniferen wie Thuja pflanzen
  • Stauden pflanzen und bis in den Winter stehen lassen
  • Neben dem Rasen etwas Blumenwiese kultivieren
  • Dach- und Fassadenbegrünung
  • Trockenmauern und/oder Steinriegel anlegen
  • Gartenteich anlegen und bepflanzen
  • In einer Ecke Laub und Äste für Igel liegen lassen
  • Mulch und Gründüngung statt Torf verwenden
  • Gartenabfälle kompostieren
  • Auf Umgraben möglichst verzichten
  • Pflanzenschutz mit Nützlingen
  • Nistkästen für Vögel und Nisthilfen für Insekten aufhängen

Wer keinen eigenen Garten hat, kann sich dafür einsetzen, dass im Kindergarten oder in der Schule ein Naturgarten eingerichtet wird, oder selbst aktiv werden im Rahmen von ehrenamtlichen Naturschutz- und Biotoppflegemaßnahmen. Kontaktaufnahme über Kommune oder örtlich vertretene Umweltverbände.  Wer beim Einkaufen auf heimische Bio-Produkte setzt, leistet ebenfalls einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität.

 

Friederike Heidenhof, Krefeld und Jörg Planer, Bonn |

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Urbaner Gemüsegarten vor Hafenkulisse mit großen Kränen
iStock.com / linephoto

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