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Blattläuse & Co.

Wenn Blattläuse saugen und Raupen knabbern, ist das ein deutliches Anzeichen dafür, dass die Gartensaison hierzulande wieder begonnen hat.

Blattläuse und Marienkäfer
manfredxy / Fotolia.com

Jedes Jahr aufs Neue schädigen zahlreiche Insekten oder Schnecken das Obst und Gemüse im heimischen Garten. Auch diverse Schadpilze, Bakterien und Viren können zum Verlust des geliebten Grüns führen. Selbst dem besonnenen Hobbygärtner kann schon mal der Kragen platzen, wenn er anstelle eines üppigen Salatkopfes nur noch einen abgefressenen Strunk vorfindet. Wer sich allerdings mit dem Thema etwas intensiver beschäftigt, findet Mittel und Wege, sein Gemüse wirksam zu schützen - ohne den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel. 

Ertrag ist nicht alles

Im Gegensatz zum Erwerbsgärtner, der von den Erträgen der Kulturen sein Einkommen bestreiten muss, lässt es sich im Privatgarten oft viel leichter mit Schädlingen leben. Höchsterträge sind nicht unbedingt notwendig und Abstriche an der äußeren Qualität von Gemüse und Obst können meist auch hingenommen werden. In erster Linie geht es um die Freude am Gärtnern. Bevor Sie also zur „chemischen Keule“ greifen, sollten sie erst einmal prüfen, ob es nicht andere Wege gibt, die Sie bestreiten können.

Vorbeugen ist besser als Heilen

Dieses Prinzip gilt nicht nur für den Menschen, sondern auch für Pflanzen. Denn wer nutzbringende Tiere wie Igel, Vögel oder Nutzinsekten im Garten fördert oder schonende Kulturtechniken wie Mischkultur anwendet, hat letztlich viel weniger Schädlinge im Garten, die er bekämpfen muss.

Um den Schädlingsdruck im Garten von vorneherein niedrig zu halten, hilft auch so manche einfache, aber wirksame technische Maßnahme. So lassen sich beispielsweise Wühlmäuse mit Drahtgeflechten oder Frostspanner mit Leimringen von ihrer Fraßtätigkeit abhalten.

In naturnahen Gärten kommen häufig alte Hausmittel wie Kräuterzubereitungen aus Schachtelhalm oder Rainfarn, aber auch moderne Pflanzenstärkungsmittel zum Einsatz. Sie erhöhen die Widerstandskraft der Kulturpflanzen und schützen sie damit vor einer Schädigung durch Insekten oder Pilze. Neben den indirekt wirkenden Substanzen hält die Natur aber auch Stoffe mit direkter Wirkung auf Insekten – wie zum Beispiel Azadirachtin (Neembaumextrakt) oder Pyrethrum (Chrysanthemenextrakt) – bereit. Auch der Einsatz räuberischer oder parasitärer Nutzinsekten gegen Schädlinge ist heute im Erwerbsgartenbau wie im Freizeitgarten eine etablierte Methode der Schädlingsbekämpfung.

Chemischer Pflanzenschutz als letzte Lösung

Chemie sollte im Kleingarten immer erst dann zum Einsatz kommen, wenn alle anderen Methoden versagen. Für den Hobbygarten kommen nur solche Pflanzenschutzmittel in Frage, die mit der Kennzeichnung „Anwendung durch nichtberufliche Anwender zulässig" (oder veraltet: "Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich zulässig“) versehen sind. Diese Reglementierung durch den Gesetzgeber dient dem Schutz von Natur und Anwender. Pflanzenschutzmittel für den Haus und Kleingartenbereich erhalten Sie im Gartenfachhandel, wo Sie fachkundiges Personal berät.

Der Schuldige ist nicht immer der Schädling

Nicht selten werden Pflanzenschäden auch durch Nährstoffmangel oder ungünstige Boden- oder Witterungsverhältnisse verursacht.

So gab es zum Beispiel ein Jahr, in dem in vielen Gebieten Deutschlands das schlechte Wetter in den Monaten April und Mai verantwortlich für so manchen Pflanzenschaden war. Die extremen Temperaturunterschiede von 25 °C bis unter 5 °C sorgten bei vielen Bäumen und Sträuchern für Kälteschäden. Hinter den dadurch verbräunten Blattspitzen und Blattränder vermutete jedoch so mancher Gärtner einen unbekannten Schädling oder eine Pilzerkrankung. Ebenso verursachten die stürmischen Winde Pflanzenschäden durch Abknicken und Verdorren zahlreicher junger Triebe und Blätter. 

Im Zweifel fachmännischen Rat einholen

Wer nicht sicher ist, um welche Krankheit oder um welchen Schädling es sich auf seinen Pflanzen handelt, kann sich an die Beratungsstellen der Pflanzenschutzdienste sowie Gartenakademien der Länder wenden (Links siehe unten). Diese Institutionen halten zahlreiche Informationen zum Pflanzenschutz auf ihren Internetseiten bereit. Bei Bedarf können Sie sich dort auch telefonisch beraten lassen oder Pflanzenproben einschicken, die dann von Fachleuten untersucht werden. 

Jörg Planer, Bonn |

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