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Blattlausinvasion im Frühjahr

Frühe Blattlausarten sind im Garten durchaus willkommen – als wichtiges Kraftfutter für die ersten Nützlinge. Die haben die krabbelnden Invasoren bald im Griff.

Grüne Blattlaus auf grünen Trieb
iStock.com / ConstantinCornel

„Endlich erwacht die Natur wieder zu neuem Leben“, freuen sich viele Gartenbesitzer im Frühjahr. Doch kurz darauf ist es mit der Freude auch schon wieder vorbei. Schließlich war nicht geplant, dass sich vom Frühlingserwachen auch Blattläuse angesprochen fühlen könnten. Eben diese zählen aber vielerorts zu den ersten Gartenbesuchern und sind in der Lage, frühlingshaft-gutgelaunten Pflanzenfans im Nu die Stimmung zu vermiesen. Anstatt sich nun aber umgehend mit der Giftspritze zu bewaffnen und die frische Luft mit wenig gesundheitsförderlichem Sprühnebel zu trüben, lohnt es sich, sich mit anderen, erbaulicheren Gartenarbeiten abzulenken und einfach mal ein paar Wochen abzuwarten. Das gibt der Natur die Chance zu zeigen, wie raffiniert und vielseitig sie eingerichtet ist.

Starterpaket für Blattlausfeinde

Die ersten Blattlausarten, zu denen beispielsweise die Apfelgraslaus (Rhopalosiphum insertum) gehört, richten nämlich in der Regel nur geringe Schäden an, die man gut tolerieren kann. Gleichzeitig sind sie für Marienkäfer, Schwebfliegen und andere Blattlausfeinde unverzichtbar, denn sie stellen die erste verfügbare Nahrung im neuen Gartenjahr dar – sozusagen das Starterpaket, ohne das die nützlichen Larven schlicht verhungern würden. Wer voreilig spritzt, löst das Blattlausproblem also nicht, sondern verschärft es langfristig sogar noch.

Die Grüne Apfelblattlaus (Aphis pomi).
Die Grüne Apfelblattlaus (Aphis pomi) richtet nur bei sehr starkem Befall nennenswerten Schaden an. Befallene Blätter können Sie einfach abpflücken, stark befallene Triebspitzen abschneiden und kompostieren.

Umweltverträgliche Pflanzenschutzmaßnahmen

Selbst in starken Blattlausjahren reguliert sich ein Blattlausbefall über die Saison hinweg oft von selbst – zumal die kleinen Krabbler in vielen Fällen lediglich ein optisches Problem sind, etwa an den meisten Ziergehölzen. Wo tatsächlich größere Schäden zu erwarten sind, helfen nahezu immer alternative Bekämpfungsmethoden: Im Kleingewächshaus können Sie gezielt Nützlinge ansiedeln, die den Pflanzensaftsaugern den Garaus machen, und für die meisten Zierpflanzen-, Obst- und Gemüsekulturen sind Pflanzenschutzmittel mit Rapsöl oder Kali-Seife zugelassen, die effektiv, aber verhältnismäßig umweltverträglich sind. Tipp: Fragen Sie im Fachhandel nach Produkten, die Rapsöl oder Kali-Seife als Monoformulierung enthalten (also als einzigen Wirkstoff), damit die Mittel nicht noch andere, weniger umweltfreundliche Wirkstoffe enthalten.

Mascha Schacht, Frankfurt am Main |

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