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Blumenkohlernte mit intelligenten Maschinen

Die Blumenkohlernte ist mühsame Handarbeit, da sich die Köpfe auf dem Feld zeitlich versetzt entwickeln

aufgeschnittener Blumenkohl
aid

(aid) – Die Blumenkohlernte ist mühsame Handarbeit, da sich die Köpfe auf dem Feld zeitlich versetzt entwickeln. Die Erntehelfer müssen bei jeder einzelnen Pflanze die Blätter zur Seite biegen, um Größe und Reifegrad einzuschätzen. Im Abstand von zwei bis drei Tagen wird das Feld bis zu fünf Mal durchkämmt, bis auch der letzte Kohl eingebracht ist. Eine maschinelle Ernte war bislang nicht möglich.

Nun haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) eine intelligente Maschine entwickelt, die eine selektive Ernte ermöglicht. Partner aus der Industrie waren beteiligt. Ein Prototyp des „ViaPanthers“ soll im Jahr 2017 fertig sein und erprobt werden. Die Maschine bietet viele Vorteile: Sie erntet die Köpfe schneller als der Mensch und kann auch in der Nacht arbeiten. Zudem bleiben dem Landwirt die für den Rücken belastende Erntearbeit beziehungsweise die Suche nach Saisonkräften erspart.

Aber wie kann eine Maschine den Reifegrad eines Blumenkohls einschätzen, ohne ihn zu wiegen, seine Größe zu erkennen und das Weiße zu sehen? Das Geheimnis liegt in der biochemischen Zusammensetzung der Blätter. Sie ändert sich mit der Reife, haben Voruntersuchungen gezeigt. Hyperspektralkameras nehmen die Blätter der Kohlköpfe auf und messen in einem Wellenlängenbereich, der über den Bereich des menschlichen Sehens hinausgeht. Anhand der Intensität des reflektierten Lichts lässt sich auf die biochemische Zusammensetzung der Blätter und damit den Reifegrad schließen. Das Ergebnis wird mathematisch in eine Anweisung an die Maschine übersetzt – entweder Kopf ernten oder stehen lassen.

Die eigentliche Ernte soll durch den „Spargelpanther“ des an den Forschungen beteiligten Unternehmens ai-solution erfolgen. Er wurde in einem früheren Projekt für die Spargelernte entwickelt und soll nun mit einem geeigneten Modul auf den Blumenkohl angepasst werden. Später sollen auch Module für andere Gemüsearten wie Feld- und Kopfsalat entwickelt werden, sodass der Landwirt nur noch eine Erntemaschine benötigt.

Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:

www.fraunhofer.de

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