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Bodenarten und ihre Bedeutung

In obst- und gemüsebaulichen Kulturanleitungen finden sich immer wieder Angaben wie "bevorzugt leichten Boden" oder "verträgt schweren Boden nur schlecht". Doch was bedeutet das?

Hand und Schaufel mit Erde
coco / Fotolia.com

Nicht jedem Hobbygärtner ist klar, was ein "leichter" oder "schwerer" Boden ist und wie man feststellen kann, zu welcher Kategorie der eigene Gartenboden gehört. Doch es lohnt sich, sich einmal in Ruhe mit dem Boden zu beschäftigen.

Welche Bodenarten gibt es?

Ob ein Boden "schwer" oder "leicht" ist, ist abhängig von der Bodenart, der er zugehört. Boden besteht zum größten Teil aus mineralischer Substanz – das heißt verwittertem Gestein. Je nach Korngröße dieser mineralischen Substanz werden verschiedene Hauptbodenarten unterschieden.

Besonders grobkörnigen Boden bezeichnet man als Sand, sehr feinkörnigen Boden dagegen als Ton, dazwischen liegt Schluff (siehe Tabelle unten). Bei Lehm handelt es sich um ein Gemisch aus Sand, Schluff und Ton. Meistens ist es so, dass sich ein Boden aus verschiedenen Hauptbodenarten zusammensetzt, was dann auch in der Bezeichnung – zum Beispiel lehmiger Sand – zum Ausdruck kommt. 

Hauptbodenarten

 Bezeichnung   Korngröße (Durchmesser)
 Sand  0,063-2 mm
 Schluff  2-63 μm
 Ton  < 2 μm
 Lehm  Gemisch aus Sand, Schluff und Ton mit etwa gleichen Anteilen

Hauptbodenart selbst bestimmen mit der Fingerprobe

Um den Gemüse- und Obstpflanzen ideale Bedingungen bieten zu können, ist es von Vorteil zu wissen, welche Hauptbodenart im Garten vorherrschend ist. Die Hauptbodenart können Sie mit einer einfachen Fingerprobe selbst bestimmen: Mischen Sie dazu etwas Boden mit Wasser, sodass eine feuchte, aber nicht breiige Substanz entsteht. Nehmen Sie eine kleine Menge davon zwischen Daumen und Zeigefinger und reiben diese. Über das Gefühl und sichtbare Merkmale lassen sich auf diese Weise recht einfach drei wichtige Hauptbodenarten unterscheiden.

Sandiger Boden fühlt sich rau und sandig an, ist kaum formbar und beschmutzt die Finger nur wenig. Sandige Böden werden auch als "leichte Böden" bezeichnet. Lässt sich der feuchte Boden mit der Hand einigermaßen gut kneten und formen, so handelt es sich um sandigen Lehm oder Lehm. Die Hände werden dabei nur leicht verschmutzt. Je rauer ein solcher Boden ist, umso größer ist der Sandanteil. Böden dieser Korngrößenfraktion werden auch als "mittelschwere Böden" bezeichnet. Lehm- oder Tonboden ist besonders gut formbar und die Finger werden beim Kneten stark verschmutzt. Je glatter und glänzender die Oberfläche beim Kneten ist, desto höher ist der Tongehalt. Lehmige und tonige Böden bezeichnet man auch als "schwere Böden".

Egal ob "leicht" oder "schwer", jeder Boden hat positive und negative Eigenschaften für den Anbau von Gemüse und Obst. Welche dies sind und mit welchen Mitteln man die negativen Bodeneigenschaften jeweils verbessern kann, erläutert die folgende Tabelle.

Vor- und Nachteile "leichter" und "schwerer" Böden

"Leichte" Böden   
Vorteile:  gute Wasserführung, intensive Durchlüftung, schnelle Erwärmung im Frühjahr, gute Durchwurzelbarkeit und leichte Bearbeitung
Nachteile: geringes Wasserhaltevermögen, geringer Nährstoffgehalt, da die Tonteilchen fehlen, um die Nährstoffe festzuhalten
Verbesserung über:  Zufuhr von organischer Masse (z. B. Gründüngung, Kompost)
"Schwere" Böden   
Vorteile:  gutes Wasser- und Nährstoffhaltevermögen
Nachteile:  schlechte Wasserführung und Durchlüftung, langsame Erwärmung im Frühjahr, im verdichteten Zustand schlecht durchwurzelbar und schwer zu bearbeiten, vorhandene Nährstoffe sind häufig nur begrenzt pflanzenverfügbar
Verbesserung über:  Zufuhr von Sand und organischer Masse (Gründüngung, Kompost)

 

Aufgrund ihrer überwiegend positiven Eigenschaften sind ausgewogene Mischformen zwischen Sand und Lehm – die sogenannten "mittelschweren Böden" – ideal für den Gemüse- und Obstanbau im Garten.

Weitere bodenbestimmende Faktoren

Neben der Bodenart gibt es noch weitere Faktoren, die die Güte eines Bodens bestimmen. So ist zum Beispiel der Humusgehalt – die organische Substanz – des Bodens von entscheidender Bedeutung für die Bodenfruchtbarkeit, denn Humus bindet Nährstoffe und gibt sie bedarfsweise an die Pflanzen ab. Sogenannte Ton-Humus-Komplexe – Verbindungen von Humus mit mineralischen Bodenbestandteilen – verbessern die Krümelstruktur des Bodens und haben somit Bedeutung für die Feuchtigkeitsregulierung, die Durchwurzelbarkeit und die biologische Aktivität. Den Humusgehalt des Gartenbodens können Sie über ein Bodenlabor bestimmen lassen (siehe Linkliste unten).

Auskunft über die chemischen Eigenschaften des Bodens gibt der pH-Wert. Er beeinflusst die Festlegung oder Freisetzung bestimmter Nährstoffe, die Tätigkeit der Mikroorganismen und somit den Humusabbau. Den pH-Wert des Bodens, der mit Zahlen zwischen 0 (stark sauer) und 14 (stark alkalisch) angegeben wird, kann man ebenfalls über eine Bodenanalyse ermitteln lassen. Ein durchschnittlicher Gartenboden sollte einen pH-Wert von 6,5 haben. Auf Sandböden liegt der optimale pH-Wert etwas tiefer bei 5,5, auf Lehmböden etwas höher bei 7.

Jörg Planer, Meckenheim |

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