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Den Boden untersuchen

„Bedarfsgerecht“ ist das Zauberwort bei der Düngung. Um bedarfsgerecht düngen zu können, muss aber erst einmal der Ist-Zustand bekannt sein. Den kann man mit einer Bodenuntersuchung ermitteln.

Spaten mit Erde
aid

Pflanzen gedeihen am besten, wenn sie weder an Nährstoffmangel leiden, noch überdüngt werden, denn ein Zuviel an Nährstoffen macht sie anfälliger für Frost, Schädlinge und Krankheitserreger. „Bedarfsgerecht“ ist das Zauberwort, und um bedarfsgerecht düngen zu können, muss erst einmal der Ist-Zustand bekannt sein. Zur Standarduntersuchung im Hobbygarten gehören in der Regel die Gehalte an pflanzenverfügbarem Phosphor (P), Kalium (K) und Magnesium (Mg). Zusätzlich kann der Humusgehalt bestimmt werden, aus dem sich wiederum der Anteil an Stickstoff (N) berechnen lässt. Die meisten Bodenlabors klären auch gleich noch über die Bodenart und den pH-Wert auf. Untersuchungen auf Schwermetalle sind meist Zusatzleistungen und nur dann sinnvoll, wenn es einen konkreten Anlass für vermutete Belastungen gibt – etwa in der Nähe ehemaliger Mülldeponien oder Militärstandorte.

Bodenproben richtig entnehmen

Wer Anleitungen für die korrekte Entnahme von Bodenproben liest, bekommt oft erst mal einen Schrecken, denn der Boden von Gemüsebeet, Staudenrabatte, Rasen und Obstgarten soll jeweils getrennt untersucht werden. Das ist jedoch keine Geldmacherei, sondern sinnvoll, da etwa Zucchini und Kohlgewächse mehr Nährstoffe benötigen als genügsame Staudenarten und die Nährstoffgehalte im Gemüsebeet stärkeren Schwankungen unterworfen sind als beispielsweise Rasenflächen. Für eine aussagekräftige Bodenprobe sollten Sie von der jeweiligen Fläche – also zum Beispiel vom Gemüsebeet – nicht nur eine, sondern zehn- bis fünfzehn Proben ziehen, in einem Eimer gründlich vermengen und von dieser Mischung 500 Gramm als endgültige Probe in einen Plastikbeutel füllen, beschriften und an ein Bodenlabor schicken.

Sinnvolle Anschaffung: Ein Bohrstock zur Probennahme

Spitze eines Bohrstocks für Bodenproben enthält Erde
Ein Bohrstofk erleichtert die Entnahme der Bodenproben und malträtiert dabei nicht die Beete. Wer sich nicht extra eine Bohrstock kaufen möchte, kann diesen auch ausleihen. Viele örtliche Gartenbauvereine bietet einen solchen Service.

Ein Bohrstock ist ausgesprochen hilfreich, um Bodenproben bequem und über die richtige Einstichtiefe entnehmen zu können – denn wer malträtiert schon gerne seinen Rasen oder eingewachsene Staudenbeete mit dem Spaten. Die richtige Einstichtiefe sind 0-10 Zentimeter für Rasenflächen und 0-30 Zentimeter für Gemüse, Beerenobst und Stauden. Bei Obst- und Ziergehölzen orientiert sich die Tiefe mit 0-30 Zentimetern beziehungsweise 30-60 Zentimeter daran, in welcher Zone die jeweilige Art die meisten Feinwurzeln bildet. Alle reden vom Bohrstock – aber niemand hat einen? Fragen Sie beim örtlichen Kleingartenverein nach, dort kann man gegen einen kleinen Betrag mitunter einen Bohrstock ausleihen, auch manche Bodenlabors verleihen sie bei Abholung kostenlos oder verschicken Sie leihweise gegen Erstattung der Versandkosten. Günstige Modelle gibt es auch schon für etwa 40 Euro zu kaufen – eine lohnenswerte Anschaffung, wenn man bedenkt, dass eine Bodenprobe alle 3 bis 5 Jahre durchgeführt werden sollte, am besten im Herbst, sobald die Beete abgeräumt, aber noch nicht wieder bearbeitet worden sind. Apropos lohnenswert: Sparen Sie nicht am falschen Ende, sondern lassen Sie sich zu den Untersuchungsergebnissen in jedem Fall die passenden Düngeempfehlungen gleich mitliefern! Als Laie kann man mit den unkommentierten Untersuchungsergebnissen einer Bodenprobe nämlich meist wenig anfangen.

Mascha Schacht, Frankfurt am Main |

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