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BVD-Verordnung verschärft

Die BVD-Verordnung wurde verschärft, um die Bovine Virusdiarrhoe (BVD) möglichst schnell aus den Rinderherden zu verbannen. Neugeborene Kälber müssen schon nach einem Monat untersucht werden.

Kalb steht im Stall auf Stroh
aid

Das BVD-Virus, das zu den Pestviren gehört, wird seit 2011 staatlich bekämpft. Damals wurden in knapp 8.000 Betrieben rund 24.000 infizierte Rinder gefunden. Im Jahr 2015 waren es nur noch 566 Betriebe und 1.718 Rinder. Jährlich ging der Anteil der dauerhaft mit dem BVD-Virus infizierten Kälber (Dauerausscheider oder PI-Tiere) die große Virusmengen ausscheiden, um die Hälfte zurück und liegt inzwischen bei nur noch 0,05 Prozent (2011: 0,5 Prozent).

Untersuchungsfrist der Kälber auf einen Monat verkürzt

Die Kehrseite dieses Erfolges: Immer weniger Rinder haben Antikörper gegen das Virus und sind empfänglicher für Neuinfektionen. Der Gesetzgeber will deshalb mit der neuen Verordnung, die seit dem 20. April 2016 gilt, möglichst schnell die noch vorhandenen infizierten Tiere finden. Deshalb wurde die Untersuchungsfrist für neugeborene Kälber von sechs Monaten auf einen Monat verkürzt. Damit bleibt weniger Zeit, in der sie andere Tiere infizieren können.

PI-Kalb muss unverzüglich getötet werden

Ein PI-Kalb muss unverzüglich getötet oder innerhalb einer Woche geschlachtet werden. Auf dem Weg zum Schlachthof darf es nur noch Kontakt zu anderen Schlachttieren haben. Die sinnvolle Verkürzung der Untersuchungsfrist war übrigens deshalb möglich, weil es zwischenzeitlich bessere Diagnoseverfahren gibt, die die „diagnostische Lücke“ auf 30 Tage reduziert.

Beschränkungen des Tierverkehrs ebenfalls verschärft

Wird in einem Bestand ein PI-Kalb gefunden, dürfen bis 40 Tage nach der Feststellung von dort keine Rinder zu einem anderen Ort gebracht werden (kein Verkauf und keine Tierschauen), um die Seuche nicht zu verschleppen. Tragende Rinder dürfen grundsätzlich erst nach dem Abkalben den Bestand verlassen, es sei denn, das Muttertier wurde geimpft oder nach dem 150. Trächtigkeitstag negativ getestet.

BVD-Impfung weiterhin möglich

Die – allerdings nicht sehr verbreitete – Impfung gegen BVD zum Schutz der Herde vor Neueinschleppung bleibt weiterhin möglich. Der Tierhalter muss aber jedes Tier unter Angabe des Impfstoffs und des Impfzeitpunkts in der HI-Tierdatenbank registrieren lassen. Dadurch soll verhindert werden, dass im Falle einer Untersuchung die geimpften Rinder ein falsch-positives Ergebnis zeigen.

Rechtsgrundlage

Verordnung zum Schutz der Rinder vor einer Infektion mit dem Bovinen Virusdiarrhoe-Virus (BVDV-Verordnung)

( BVDV-Verordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 27. Juni 2016 )

Michael Bornemann, Hildesheim |

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