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Cardy

Der Cardy ist eng verwandt mit der Artischocke, vom Erscheinungsbild aber etwas zierlicher als diese. Er eignet sich sowohl für den Gemüse- als auch für den Ziergarten.

Cardy
Matteo Gabrieli / Fotolia.com

Geschichte und Besonderheiten

Der auch als Gemüse-Artischocke bezeichnete Cardy stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und war bereits 500 v. Chr. bei den Griechen und Römern als Nahrungsmittel bekannt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Cardy ein bekanntes und gern gegessenes Gemüse, verlor dann aber stark an Bedeutung.

Im Gegensatz zur Artischocke, bei der man die jungen Blütenknospen verzehrt, handelt es sich bei Cardy um ein sogenanntes Stielgemüse. Gegessen werden die gebleichten und geschälten Blattstiele. 

Heute wird der zu den Korbblütlern zählende Cardy nur noch sehr selten angebaut. Ein Grund dafür könnte der hohe Arbeitsaufwand für das Bleichen sein.

Als Gemüse wird Cardy nur einjährig angebaut, mit seinen schönen blauen Blüten findet er aber manchmal auch Verwendung als zweijährige Pflanze im Ziergarten. Das distelartige Gewächs bildet eine Rosette mit großen, tief eingeschnittenen Blättern. Die Stiele sind breit, fleischig und von einer faserigen Haut umgeben. Bei den meisten Sorten sind die Blattstiele mit feinen Stacheln überzogen, es gibt heute aber auch stachellose Sorten.

Kulturtipps

Cardy benötigt einen nährstoffreichen, humosen Boden. Da es die Pflanze gerne warm hat, sollte sie an einem geschützten Standort stehen. Mit der Anzucht kann ab April begonnen werden. Dazu sät man die Samen in Anzuchtschalen aus und stellt diese auf die warme Fensterbank (ca. 20-25 °C). Mitte bis Ende Mai können die kräftigen Pflänzchen in einem Abstand von 80 x 80 cm ins Freiland gepflanzt werden. Es sollte auf eine ausreichende Nährstoffversorgung geachtet werden. 

Ernte und Lagerung

Bis zum Herbst entwickelt die Gemüse-Artischocke kräftige Blätter mit fleischigen Stängeln. Zum Bleichen müssen die Stängel ab September mit einer Schnur fest zusammengebunden werden. Zusätzlich sollten Stroh- oder Bastmatten, Folien, Sackleinen oder Ähnliches um die zusammengebundenen Pflanzen gewickelt werden, sodass nur noch die Blattspitzen zu sehen sind. Wichtig ist, dass die Blätter vor dem Zusammenbinden trocken sind, da es sonst schnell zu Fäulnis unter der Abdeckung kommt.

Um die Standfestigkeit zu erhöhen, können die Pflanzen etwas angehäufelt werden. Nach 2-3 Wochen sind die Stängel hell und zart und können geerntet werden. Dafür schneidet man die gebleichten Blattstängel kurz über dem Boden ab.

Tipp: Bleichen Sie immer nur so viele Pflanzen, wie sie benötigen, denn eine zu lange Umhüllung der Pflanzen führt zur Fäulnis.

Verwendung in der Küche

Für die Zubereitung befreit man die Stängel zuerst einmal von Blattresten und entfernt dann  – ähnlich wie beim Spargel – mit einem Schäler die Stängelhaut. Anschließend schneidet man die Stängel in die gewünschte Größe und kocht sie für etwa 30 Minuten in Salzwasser.

Man kann das delikate Stielgemüse als Gemüsebeilage zu Fleischgerichten servieren oder einfach mit Käse überbacken zu Kartoffeln genießen. Cardy lässt sich aber auch sehr gut als Salat, mit einem einfachen Essig-Öl-Dressing servieren. Auch im Backteig serviert schmeckt Cardy hervorragend.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

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