Springe direkt zum Inhalt , zum Menü .

Chili

Die feurigen Früchtchen wachsen meist in Gegenden, in denen das Thermometer selten unter 10 °C abfällt. Viele dieser "Kältemuffel" lassen sich aber auch bei uns kultivieren.

Chili Schoten auf einem blauen Holztisch
id-art / Fotolia.com

Geschichte und Besonderheiten

Die Begrifflichkeiten rund um die scharfen Früchtchen sind teilweise recht verwirrend. Das Wort Chili stammt aus der Sprache der Azteken in Mexiko und wird hierzulande umgangssprachlich meist für Früchte aus Lateinamerika und Asien benutzt. Peperoni hingegen wird bei uns häufig für Früchte verwendet, die aus dem Mittelmeerraum stammen. Den Begriff Paprika verwenden wir in Deutschland meist für süße Gemüsepaprika.

Botanisch gesehen gehören alle zur Gattung Capsicum. Kultiviert werden heute vor allem fünf Arten dieser Gattung (siehe Infokasten), aus denen über die Jahrhunderte unzählige Sorten hervorgegangen sind. Die verschiedenen Sorten unterscheiden sich in Farbe und Form der Früchte und – was für den Gebrauch in der Küche von grundlegender Bedeutung ist – in Schärfe und Aroma. Der Grad der Schärfe ist abhängig vom Capsaicin-Gehalt. Dieser Inhaltstoff ist in den Gewürzpaprika (z. B. Habanero, Cayenne, Jalapeno) in größeren Mengen enthalten.

Da es sich bei Chilis und Peperoni um Gewürzpflanzen handelt, von denen nur kleine Mengen benötigt werden, reichen in der Regel 3-4 Pflanzen für eine vierköpfige Familie völlig aus.

Die wichtigsten Capsicum-Arten und ihre Sorten

Art Besonderheiten Sorten 
C. annuum Am weitesten verbreitete Art, mit vielen Sorten von sehr mild/süß bis sehr scharf; obwohl das "annuum" im Artnamen einjährig bedeutet, sind alle Pflanzen dieser Art mehrjährig 'Cayenne', 'Jalapeño', 'Anaheim', 'Serrano', 'Pasilla', 'Bolivian Rainbow' verschiedene Gemüsepaprika
C. chinense Die schärfsten Chilisorten (z. B. 'Habanero') gehören zu dieser Art; Pflanzen sind sehr wärmebedürftig 'Habanero', 'Scotch', 'Bonnet', 'Madame Jeannete', 'Fatalii', 'Dorset Naga'
C. frutescens Blüten und Früchte stehen stets aufrecht an der Pflanze; langsames Wachstum und damit späte Fruchtreife (daher früh aussäen); hoher Schärfegrad 'Tabasco' (Basis für gleichnamige Soße), 'Piri Piri', 'Malagueta'
C. baccatum Diese Pflanzen gehören zu den größten der Gattung Capsicum; späte Blüte (daher früher aussäen) 'Criolla Sella', 'Lemon Drop', 'Brazilian Starfish', 'Ají Colorado' 
C. pubescens Geringe Anzahl Sorten; Pflanzen mit besonders auffälligen Merkmalen (z. B. violette Blüten, schwarze Samen, behaarte Pflanzen) 'Chile de Seda', 'Rocoto Canario', 'Rocoto Manzano'

 

Standortbedingungen

Voraussetzung für eine erfolgreiche Kultur ist ein warmes Plätzchen. Chilis reagieren jedoch sehr empfindlich auf Trockenheit. Daher muss die Erde gleichmäßig feucht gehalten werden. Als wärmeliebende Pflanzen sind Chilis & Co. auch die idealen Topfkulturen für Balkon oder Fensterbank. Denn im Topf kann man sie spontan dorthin verfrachten, wo es wirklich warm ist. Ein weiterer Vorteil der Topfkultur ist, dass die meist mehrjährigen Chilis darin ganz einfach im Haus überwintert werden können.

Bei der eigenen Anzucht sollte man "kalten Füßen" der Chilipflänzchen auf der Fensterbank vorbeugen. Hier hilft zum Beispiel eine Unterlage aus Styropor. Der Handel bietet für solche Zwecke auch Heizmatten an, die man unter die Saatschalen legt.

Fruchtfolge und Mischkultur

Chilis vertragen sich gut mit Basilikum. Andere Nachtschattengewächse wie Tomaten, Kartoffeln oder Auberginen sind als Nachbarn eher ungeeignet. Der Standort sollte jährlich gewechselt werden.

Aussaat/Pflanzung

Anzucht

Aussaat Ende Februar / Anfang März in Saatschalen auf der Fensterbank bei mind. 25 °C während der Keimung (ca. 14 Tage),  danach auch etwas geringere Temperatur möglich;

Pikieren in größere Topfe, sobald die Pflänzchen fünf Blätter haben;

eigene Anzucht meist erforderlich bei seltenen Sorten, gängige Sorten als vorgezogene Jungpflanzen gibt es i. d. R. zu kaufen.

Pflanzung

Selbst vorgezogene Jungpflanzen frühestens ab Ende Mai auspflanzen, wenn es warm genug ist; Pflanzung kann tief bis zu den unteren Blättern erfolgen;

Zugekaufte vorgezogene Jungpflanzen ab April an Ort und Stelle auspflanzen

Platzbedarf

ca. 40 x 40 cm pro Pflanze

 

Düngung

Wer Chilijungpflanzen selbst anzieht, sollte nährstoffarme Anzuchterde verwenden, da die jungen Pflanzen sehr empfindlich auf zu viele Nährsalze reagieren. Bei der Pflanzung kann etwas organischer Langzeitdünger (z. B. Hornspäne) mit in die Erde gemischt werden, dies erhöht die Standfestigkeit. Aufgrund des relativ hohen Nährstoffbedarfs während der Blüte und Fruchtbildung empfiehlt es sich, in diesem Zeitraum mit einem Flüssigdünger - auch möglich in Form von Brennnesseljauche - nachzudüngen.

Pflege

Zu starke Sonneneinstrahlung kann bei Chilis und Peperonis zu Verbrennungen an den Blättern führen. Für einen buschigen Wuchs empfiehlt es sich, die Spitzen einzukürzen.

Schädlinge und Krankheiten

Blattläuse, Spinnmilben, Weiße Fliege

Ernte und Lagerung

Je nach Sorte und Witterung kann es bei Chilis zu sehr unterschiedlichen Reifezeiten kommen. Die Pflanzen blühen und fruchten meist den ganzen Sommer über. Durch das regelmäßige Ernten der Früchte kann die Fruchtbildung gefördert werden. Ob eine Frucht reif ist, erkennt man meist an der sortentypischen Ausfärbung.

Chilis können aber auch grün geerntet werden. Sie sind dann nur nicht so scharf und aromatisch wie reife Früchte. Wer beabsichtigt die Chilis zu trocknen, sollte sie in jedem Fall vollreif ernten.

Autor: Jörg Planer, Meckenheim |

als hilfreich bewerten 0 Versenden
Garten organisieren

Anzucht auf der Fensterbank

Selbst Gemüse anziehen

Töpfe mit Pflanzen
kingan / Fotolia.com

Wer im Sommer Tomaten, Paprika & Co. aus eigener Zucht genießen möchte, kann ab Mitte Februar mit der Anzucht beginnen. Ein Plätzchen am heimischen Fenster reicht dazu oft schon aus.

mehr...
Garten organisieren

Sinnvolle Anzuchthilfen für Hobbygärtner

Optimaler Start für Gemüse und Co.

Kleine Pflanzen als Anzuchthilfe
iStock.com / AzmanJaka

Im Handel gibt es eine üppige Palette an Anzuchthilfen, wie einfache Saatschalen, selbstbefeuchtende Aussaatboxen, vollautomatische und beheizte Aufzuchtstationen. Doch was ist wirklich nötig?

mehr...
Tomatenpflanze im Topf
iStock.com / Cottonfioc
Garten organisieren

Gemüse und Kräuter vom eigenen Balkon

Nutzgarten auf drei Quadratmetern

Auch wer in der Stadt lebt, kann sein eigenes Gemüse ernten. Mit ein paar Quadratmetern Balkon und ein wenig Kreativität lässt sich selbst in der dritten Etage ein kleiner Nutzgarten anlegen.

mehr...
Garten pflegen

Blattläuse & Co.

Wie Sie Ihr Gemüse und Obst wirksam schützen

Blattläuse und Marienkäfer
manfredxy / Fotolia.com

Wenn Blattläuse saugen und Raupen knabbern, ist das ein deutliches Anzeichen dafür, dass die Gartensaison hierzulande wieder begonnen hat.

mehr...
Garten pflegen

Das A und O der Bewässerung

Sommer, Sonne, Trockenheit

Hand mit Wasserschlauch
seregraff / Fotolia.com

Wenn die sommerliche Sonne das letzte Tröpfchen Wasser aus dem Boden saugt, muss mit der Bewässerung der Pflanzenpracht begonnen werden. Doch wie bewässert man eigentlich richtig?

mehr...
Garten pflegen

Organische Düngung im eigenen Garten

Düngen mit Kompost & Co.

Organische Dünger liefern nicht nur Nährstoffe. Sie haben zusätzlich einen positiven Effekt auf die Struktur des Bodens, da sie diesen mit Humus anreichern.

mehr...
Garten pflegen

Pflanzenjauche: Natürlicher Dünger aus dem Garten

Kostenlos und schnell wirksam

Pflanzenjauchen sind eine ideale Ergänzung zum Kompost, denn sie enthalten schnell verfügbare Nährstoffe – damit können akute Nährstoffmängel rasch behoben werden.

mehr...