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Das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2014

Das EEG hat der Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen zum Durchbruch verholfen. Im August 2014 ist jedoch eine Reform in Kraft getreten, die den weiteren Ausbau begrenzen dürfte.

Fünf grüne Biogasfermenter, Rapsfeld im Vordergrund
Stephan Leyk / Fotolia.com

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) war ein großer Erfolg. Seit Inkrafttreten des Gesetzes ist der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung in Deutschland kontinuierlich gestiegen. Derzeit liegt der Anteil von Strom aus Sonne, Wind, Wasserkraft und Biomasse bei 25,4 Prozent. Damit wurde erstmals mehr als ein Viertel des gesamten Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Energien wie Photovoltaik, Windenergie, Wasserkraft und Biomasse bereitgestellt.

Doch am 1. August 2014 ist eine Reform in Kraft getreten, die den weiteren Ausbau begrenzen dürfte. Denn erstmals sind sogenannte „Ausbaukorridore“ vorgesehen. Davon betroffen ist vor allem die Biomasse, Sonne und Wind haben Vorrang. Für Solarenergie ist ein Zubau von 2,4 bis 2,6 Gigawatt (brutto) vorgesehen, für Windenergie an Land 2,4 bis 2,6 Gigawatt (netto). Biomasse wird auf einen jährlichen Zubau von 100 MW (brutto) begrenzt.

Die Stromproduktion aus bestehenden Anlagen wird aber weiter zu dem Fördersatz vergütet, der bei Inbetriebnahme der Anlagen gültig war. Mit der Steuerung des Zubaus bei den „Erneuerbaren“ soll eine bessere Verknüpfung mit den anderen Baustellen der Energiewende wie dem Netzausbau und der Umgestaltung des Strommarktes erreicht werden. Denn auch das wird neu: Die Förderhöhe neuer Anlagen soll ab 2017 nicht mehr festgeschrieben, sondern über Ausschreibungen vom Markt bestimmt werden. Zum Zuge werden dann nur die kostengünstigsten Projekte der jeweiligen Technologie kommen. Produzenten von Ökostrom müssen sich schrittweise selbst um Abnehmer kümmern.
Im Folgenden die wichtigsten Fragen und Antworten für energieerzeugende Landwirte:

Fragen und Antworten

1. Ändert sich die Vergütung für meine bestehende Biogasanlage oder die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach?

Die Stromproduktion aus Anlagen, die vor dem 1. August 2014 in Betrieb gegangen sind, wird weiter zu den Fördersätzen vergütet, die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme für 20 Jahre gelten. Unter Bestandsschutz fallen auch Anlagen, die vor dem 23. Januar 2014 genehmigt wurden und die vor dem 1. Januar 2015 in Betrieb gehen.

2. Ich möchte meine Biogasanlage erweitern. Wie viel Geld erhalte ich künftig?

Vergütet wird nur noch die Strommenge bis zur sogenannten Höchstbemessungsleistung. Das ist der bis Ende 2013 erreichte höchste Wert in einem Jahr oder 95 Prozent der am 31. Juli 2014 installierten elektrischen Leistung – je nachdem, welcher Wert höher ist. Für mehr produzierten Strom erhält der Betreiber nur noch den durchschnittlichen Marktpreis des Stromes ausbezahlt.

3. Wie hoch ist die Förderung für neue Biogasanlagen?

Bei neuen Biogasanlagen mit einer Leistung von mehr als 100 kW wird nur noch die Hälfte des produzierten Stroms fest vergütet. Die andere Hälfte dient als Kapazität für Zeiten, in denen der Strombedarf besonders hoch ist. Für die Bereitstellung dieser Kapazität erhalten die Betreiber einen Flexibilitätszuschlag in Höhe von 40 Euro je installiertes Kilowatt. Bei bestehenden Anlagen beträgt die Flexibilitätsprämie weiterhin 130 Euro pro Jahr und zusätzlich installiertes kW und wird für die Dauer von 10 Jahren gezahlt.

4. Kann ich weiterhin zwischen der festen Einspeisevergütung und der Direktvermarktung wählen?

Seit 1. August ist die Direktvermarktung für zahlreiche Anlagen Pflicht: Für Neuanlagen mit mehr als 500 kW und ab 1. Januar 2016 für alle Anlagen mit mehr als 100 kW installierter Leistung.

5. Wird die Biogasproduktion aus nachwachsenden Rohstoffen (NawaRos) weiter vergütet?

Die bisherigen Einsatzstoff-Vergütungsklassen (EVK I + II) fallen ersatzlos weg. So soll der Einsatz von Rest- und Abfallstoffen (beispielsweise Mist und Gülle sowie Bioabfall) gefördert werden. Bei einer Bemessungsleistung bis einschließlich 150 kW gibt es 13,66 Cent/kWh. Bis 500 kW sinkt die Vergütung auf 11,78 Cent/kWh. Für die Vergärung von Bioabfall gibt es eine Vergütung von 15,25 Cent/kWh bei Anlagen mit einer Leistung von bis zu 500 kW. Für Strom, der in den sogenannten Gülle-Kleinanlagen (bis 75 kW) produziert wird, erhält der Betreiber 23,73 Cent/kWh.

6. Auf meinen Wirtschaftsgebäuden möchte ich eine neue Photovoltaik-Anlage (PV) installieren. Erhalte ich dafür noch eine Vergütung?

Neue Anlagen mit einer Leistung von bis zu 500 kW können weiter eine feste Einspeisevergütung erhalten. Ihr Strom wird wie bei bestehenden Anlagen vom Netzbetreiber abgenommen und zu den Fördersätzen vergütet, die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme gültig war. Die Obergrenze für die feste Einspeisevergütung sinkt ab 2016 auf 100 kW. Betreiber von Anlagen oberhalb der Bemessungsgrenze müssen ihren Strom direkt verkaufen – entweder selbst oder über einen Direktvermarkter am Markt. Für Dachanlagen unter 10 kW gibt es 13,15 Cent/kWh, von 10 bis 40 kW gibt es 12,80 Cent/kWh, von 40 bis 1 000 kW gibt es 11,49 Cent/kWh, für größere Anlagen gibt es wie für Freiflächen-PV 9,23 Cent/kWh.

7. Auf meiner landwirtschaftlichen Fläche plane ich eine größere PV-Anlage. Was ändert sich hier?

Ab 2015 soll nur noch eine Förderung nach dem EEG erhalten, wer im Rahmen einer Ausschreibung einen Zuschlag erhalten hat. Das gilt aber erst für Betreiber einer Freiflächenanlage, die sechs Monate nach Bekanntgabe der Ausschreibung in Betrieb gehen. 

8. Muss ich für den Strom, den ich mit meiner PV-Anlage produziere und selbst verbrauche, auch die EEG-Umlage zahlen?

Ja, auf Eigenverbrauch von PV-Anlagen, deren installierte Leistung 10 kW übersteigt, werden bis Ende 2015 30 Prozent der EEG-Umlage fällig. Ab 2016 erhöht sich der Anteil auf 35 Prozent und steigt ab 2017 auf 40 Prozent. Ausgenommen von den Neuerungen ist, wer beispielsweise nur auf seinem Wohnhaus eine PV-Anlage betreibt. Denn dann werden in der Regel nicht mehr als 10 Megawattstunden Strom im Jahr verbraucht und der PV-Eigenverbrauch ist komplett von der Pflicht zur Zahlung der EEG-Umlage befreit. Stromeigenverbraucher von vorhandenen Anlagen müssen auch weiterhin keine EEG-Umlage bezahlen. Das gilt auch bei Modernisierung und Austausch, wenn die installierte Leistung um höchstens 30 Prozent erhöht wird.

9. Was ändert sich für Windenergieanlagen?

Die bislang freiwillige Direktvermarktung wird mit dem EEG 2014 zur Pflicht. Für Anlagen, die noch vor dem 23. Januar 2014 genehmigt wurden und die bis zum 31. Dezember 2014 installiert werden, gelten noch die Förderbedingungen des alten EEG 2012. Auch für die alten Anlagen bleibt alles beim Alten.

10. Gibt es für neue Windenergieanlagen noch eine Förderung?

Außer den Erlösen durch den Verkauf des Stroms am Markt erhält der Betreiber eine Marktprämie, die sich aus der Differenz des im EEG festgelegten Stromwertes und dem durchschnittlichen monatlichen Marktpreis an der Börse errechnet. Neu ist das sogenannte Referenzertragsmodell, mit dem die Höhe der Marktprämie ermittelt wird. Dabei wird der Anlagenstandort berücksichtigt: Anhand der konkreten Anlagendaten und der Strommenge, die in den ersten fünf Jahren eingespeist wird, berechnet sich der Referenzertrag. An windreichen Standorten mit einem Regerenzertrag von mehr als 130 Prozent wird die Anfangsförderung von 8,9 Cent/kWh nur in den ersten fünf Jahren nach Inbetriebnahme gezahlt, danach sinkt die Förderung auf den Grundwert von 4,95 Cent/kWh. An Standorten mit wenig Wind wird die Anfangsvergütung länger gezahlt.

Autor: Thomas Gaul, Gehrden |

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