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Der Biogarten

Biologisch, ökologisch – diese Begriffe sind heute zu Schlagwörtern geworden, die aus der Diskussion um die Alternativen für eine gesündere Umwelt kaum mehr wegzudenken sind.

Alternativer Gemüsegarten
Achim Prill / Fotolia.com

Die Begriffe finden Anwendung in den verschiedensten Bereichen, zum Beispiel Landwirtschaft, Gartenbau, Obstbau, Pflanzenschutz oder Nahrung generell.

Die Idee des biologischen Land- oder Gartenbaus wurde bereits in den 1920iger Jahren geboren. In den darauf folgenden Jahrzehnten haben sich überzeugte Landwirte zu verschiedenen ökologischen Anbauverbänden (z. B. Demeter, Bioland oder Naturland) zusammengeschlossen und ihre Grundsätze in eigenen Richtlinien festgehalten. International sind diese Standards heute in den weltweit beachteten Basisrichtlinien der IFOAM (Internationale Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen) niedergelegt. Seit 1992 ist der biologische Land- und Gartenbau auch in einer EG-Öko-Verordnung gesetzlich geregelt.

Doch was bedeutet „biologisch“ eigentlich für den eigenen Garten? Was versteht man unter „biologischem Gärtnern“? Einen Ansatz bietet die Definition von Albert von Haller (aus: „Die Wurzeln der gesunden Welt“):

„Im biologischen Gartenbau gilt es, die vielfältigen Beziehungen der Kulturpflanzen zu den Lebewesen des Bodens, zu Luft und Wasser, zu Klima und Kleinklima zu berücksichtigen und jede Kulturmaßnahme auf ihre Wirkung auf das Ganze zu prüfen“. Dieses Prinzip haben sich alle Bio-Anbauverbände zu Eigen gemacht. Will man also als Hobbygärtner nach diesem Prinzip gärtnern, kann man sich an den Richtlinien der verschiedenen Anbauverbände oder der, in einigen Punkten etwas weniger strengen, EG-Öko-Verordnung orientieren. Einige der wichtigsten Grundregeln des biologischen Gärtnerns sowie geeignete Maßnahmen zur Erreichung werden im Folgenden erläutert:

Bodenfruchtbarkeit erhalten

Im ökologischen Garten steht der Boden im Mittelpunkt. Alle Maßnahmen müssen daher auf die Erhaltung und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit abzielen:

  • sorgfältige und schonende Bodenbearbeitung
  • vielseitige Fruchtfolge und/oder Mischkultur
  • regelmäßige und angepasste organische Düngung (´z. B. mit Mist, Kompost oder Hornmehl)
  • ganzjährige Bodenbedeckung
  • Mulchen (z. B. mit Stroh, Gras oder Laub)

Organische Düngung

Im biologischen Gartenbau werden die Pflanzen nicht mit leicht löslichen Mineraldüngern direkt ernährt. Ziel ist es vielmehr, die Versorgung der Pflanzen über den natürlichen Nährstoffkreislauf des Bodens sicherzustellen. Förderliche Maßnahmen sind vor allem:

  • eine sinnvolle Fruchtfolgegestaltung (Einhaltung einer Trachtfolge)
  • der Anbau von Stickstoff sammelnden Leguminosen (z. B. Bohnen, Lupinen) und bodenverbessernden, Nährstoffe aufschließenden Gründüngungspflanzen (z. B. Phacelia, Senf)
  • die Zufuhr von Komposten, Wirtschaftsdüngern (z. B. Stallmist) oder Pflanzenjauchen (z. B. Brennnesseljauche)
  • die Verwendung von zugelassenen Handelsdüngern (Hornmehl, Rizinusschrot) oder Bodenverbesserungsmitteln (z. B. Steinmehl, Algenkalk)

Vorbeugender Pflanzenschutz

Der vorbeugende Pflanzenschutz steht im ökologischen Garten im Vordergrund. Dazu zählen unter anderem die Förderung der Pflanzengesundheit, die Stärkung natürlicher Abwehrkräfte und die Unterstützung der Regulationsmechanismen im Ökosystem – zum Beipsiel die Förderung von Nützlingen. Entsprechende Maßnahmen hierzu sind:

  • eine ausgewogene Fruchtfolge/Mischkultur
  • geeignete (robuste und dem Standort angepasste) Sorten
  • schonende Bodenbearbeitung
  • Wahl des geeigneten Saat- und Pflanztermins
  • angepasste Düngung (Mangel, aber auch Überschuss an Nährstoffen kann zur Schwächung der Pflanzen und ihren natürlichen Abwehrkräften führen)
  • Maßnahmen zur Förderung von Nützlingen (z. B. Anlage von Blühstreifen, Feldrainen und Hecken, Tolerierung von geringem Schädlingsbefall und geringem Besatz mit Unkräutern)
  • Einsatz mechanisch-technischer Maßnahmen (z. B. Vliese, Kulturschutznetze, Folien)
  • Mulchen zur Vermeidung von zu starkem Unkrautbewuchs
  • Unkrautbeseitigung mit Hacke oder von Hand

Bei besonders starkem Befall durch Schadinsekten oder Pflanzenkrankheiten können im Ausnahmefall im Handel erhältliche biologische Pflanzenschutzmittel oder Pflanzenstärkungsmittel eingesetzt werden. Achtung: Sowohl bei Pflanzenschutzmitteln als auch bei Pflanzenstärkungsmitteln sind die aktuelle Zulassungssituation und die Anwendungsbereiche zu beachten. Im Zweifelsfall können Sie beim zuständigen Pflanzenschutzdienst nachfragen. Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sind im ökologischen Gartenbau nicht zulässig.

Neben den genannten Regeln und Maßnahmen gibt es noch eine Vielzahl anderer Dinge zu beachten, wenn man aus seinem Garten einen Biogarten machen möchte.

 

Jörg Planer, Meckenheim |

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