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Der Stall muss mit

Die Haltungsbedingungen sind entscheidend für die Tiergesundheit. Das gilt auch für Hühner. Die 20. Internationale Bioland-Geflügeltagung  hatte zum Thema: „Tierschutz ist Allgemein-gut“.

Freilandhuhn
aid

(aid) – Die Haltungsbedingungen sind entscheidend für die Tiergesundheit. Das gilt auch für Hühner. Die 20. Internationale Bioland-Geflügeltagung Anfang März 2016 in Rehburg-Loccum hatte zum Thema „Tierschutz ist Allgemein-gut“. Dabei ging es vor allem um die Umwelt von Hühnern unter den Gesichtspunkten Auslaufmanagement, Stallbau und Einstreu. „Wir müssen selbstkritisch herangehen: Wo haben wir eigentlich Tierschutzprobleme?“, fragte Dr. Ulrich Schuhmacher, Ressortleiter Tierhaltung bei Bioland in einer Podiumsdiskussion: „Bei jeder Tierart gibt es etwas, dass man bisher vergessen hat.“

15.000 Pickbewegungen pro Tag: Nahrungssuche ist ein wichtiger Bestandteil des natürlichen Verhaltens. Ein Huhn, das täglich Futter bekommt, muss sein Pickbedürfnis dennoch ausleben. Die Einstreu und Stallgestaltung beeinflussen, ob und wie ein Huhn sein natürliches Verhalten einsetzt. Freilandhühner haben dafür noch den Auslauf zur Verfügung. Doch die Freilaufflächen leiden vor allem im Winter. Hühner bleiben in Stallnähe und laufen nur selten in die Bereiche weiter entfernt vom Stall. Während der Vegetationsruhe wächst nichts nach. Die Folge: In der Nähe des Stalls wird die Grasnarbe zerstört und außerdem durch den Kot der Tiere übermäßig viel Stickstoff eingetragen. In anderen Bereichen wird die Vegetation dagegen im Sommer nicht genügend genutzt. Vier Quadratmeter soll der Auslauf pro Huhn groß sein, mindestens die Hälfte davon mit geschlossener Vegetation.

Aber reicht das bei so ungleichmäßiger Nutzung aus und wie bekommt man die Hühner in die Fläche? In Arbeitsgruppen suchten die 180 Geflügel-Praktiker nach Lösungsmöglichkeiten. Einige bewähren sich bereits in der Praxis. Entweder müssen die Tiere zum Laufen gebracht oder der Stall mitgenommen werden – oder beides. Praxisbeispiele von der Gut Wulksfelde GmbH und von der Hessischen Staatsdomäne Frankenhausen zeigten, wie Mobilställe funktionieren und zum Teil selbst gebaut werden können. Wird der Stall in regelmäßigen Abständen versetzt, können stark genutzte Weidebereiche regenerieren. Überdachungen direkt am Stall ermöglichen den Tieren, sich etwas weiter in die Fläche hinaus zu wagen. Die Weidegestaltung trägt ebenfalls dazu bei, die Hühner weiter vom Stall fort zu locken. Große offene Flächen sind unvorteilhaft, denn Hühner sind keine Weidetiere. Sie brauchen Schutz vor Greifvögeln und bevorzugen, rasch Deckung aufsuchen zu können. Je strukturierter durch Büsche oder andere Pflanzen eine Weide ist, umso mehr nutzen die Tiere das gesamte Gelände.

Regina Bartel, www.aid.de

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