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Der Weg der Nahrung

Damit die Nährstoffe aus der Nahrung in den Körper gelangen, hat die Natur ein raffiniertes Verdauungssystem entwickelt. Der Prozess beginnt, wenn der erste Bissen im Mund ankommt.

junge Frau isst Salat
Rido / Fotolia.com

Wer lehnt sich nach einem guten Essen nicht gerne zurück und genießt bestenfalls noch ein Verdauungsschläfchen? Während der Geist entspannt, legt der Körper richtig los: Damit die lebenswichtigen Nährstoffe aus der Nahrung in den Körper gelangen, hat die Natur ein raffiniertes Verdauungssystem entwickelt.

Der Prozess beginnt noch während der Mahlzeit, wenn der erste Bissen Essen im Mund ankommt. Die Zähne zerkleinern ihn – je gründlicher das geschieht, umso einfacher haben es später die Verdauungsenzyme. Speichel hilft, das Essen einfacher schlucken zu können. 20 Muskeln sind dabei im Einsatz. Sie befördern die Nahrung in die Speiseröhre, den Muskelschlauch, der das Essen in den Magen transportiert.

Salzsäure reinigt das Essen

Im Magen erwartet die zerkleinerte Nahrung bereits der Magensaft, eine Mischung aus Schleim, Salzsäure und dem Protein spaltenden Enzym Pepsin. Die Salzsäure tötet die meisten Bakterien in der Nahrung, um Infektionen zu verhindern. Magensaft und Pepsin starten die Proteinverdauung. Die Bewegungen des Magens vermischen alles miteinander, bevor der Speisebrei portionsweise in den ersten Teil des Dünndarms, den Zwölffingerdarm, gelangt.

Um eine möglichst große Fläche bei der Verdauung zur Verfügung zu haben, hat die Natur sich etwas besonders einfallen lassen: Die Innenseite des Dünndarms ist voller winziger Ausstülpungen, den Zotten. Durch sie entsteht eine Oberfläche von rund 200 Quadratmetern – was der Größe eines Tennisplatzes entspricht.

Der Darmsaft des Dünndarms beinhaltet Enzyme, die sich um die Verdauung von Fetten, Proteinen und Kohlenhydraten kümmern. An diesem Prozess sind außerdem Enzyme des Bauchspeichels beteiligt. Das Sekret der Bauchspeicheldrüse neutralisiert auch den sauren Speisebrei aus dem Magen.

400 Bakterienarten für eine gute Gesundheit

Bei der Verdauung der Fette kommt zusätzlich Gallenflüssigkeit zum Einsatz, die in der Leber produziert wird. Im Dünndarm gelangen die Nährstoffe auch ins Körperinnere (Resorption) und ein Großteil des Wassers aus der Nahrung und den Verdauungssäften wird zurückgewonnen und dem Körper zur Verfügung gestellt. Der Speisebrei wird ist dadurch eingedickt.

Die letzte Station der Verdauung ist der Dickdarm. Er entzieht den Resten des Speisebreis die letzten Nährstoffe und dickt sie weiter ein. Im Dickdarm eines gesunden Menschen leben rund 400 verschiedene Bakterienarten. Sie bilden die Darmflora.

Die Bakterien zerlegen den Speisebrei weiter in seine Bestandteile und bilden Säuren, die verhindern, dass sich unerwünschte Keime vermehren. Die Darmflora übernimmt auch den Abbau wasserlöslicher Ballaststoffe. Dabei dient ein Teil der Ballaststoffe den Bakterien als Nahrungsquelle. Am Ende gelangt der Stuhl, eine Mischung aus Wasser, unverdaulichen Nahrungsresten, abgestorbenen Zellen und Bakterien, in den Mastdarm und wird anschließend ausgeschieden.

Zum Staunen: Die Verdauung in Zahlen

  • Ein Tank voller Speichel: Die Speicheldrüsen produzieren etwa 1,5 Liter Speichel am Tag. Im Laufe des Lebens sind es im Durchschnitt 50.000 Liter.
  • Der Tennisplatz im Darm: Der Dünndarm ist kein glattes Rohr, sondern erreicht durch Falten und Ausstülpungen, den sog. Zotten, eine enorm große Oberfläche. Insgesamt entspricht die Fläche rund 200 Quadratmetern, also ungefähr der Größe eines Tennisplatzes!
  • Der „Multi-Kulti-Darm“: Der Dickdarm ist dicht mit Bakterien besiedelt. Man geht davon aus, dass bei einem gesunden Menschen circa 400 verschiedene Bakterienarten dort leben. Sie werden auch als Darmflora bezeichnet.
  • Eine Frage des Entzugs: Täglich gelangen 0,5-1,5 Liter Darminhalt aus dem Dünndarm in den Dickdarm. Diese Menge wird durch Flüssigkeitsentzug auf nur 0,1-0,2 Liter eingedickt.

Alexandra Walkenhorst, Bonn |

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Fragen und Antworten

Was sind Probiotika?

Diese Milchprodukte beinhalten spezielle Milchsäurebakterien. Sie besitzen eine gewisse Widerstandskraft gegen Verdauungsenzyme, Magen- und Gallensäuren und gelangen teilweise lebend in den Darm. Eine Dauerbesiedlung ist nicht möglich. Um einen positiven Effekt zu erzielen, ist deshalb die regelmäßige Aufnahme einer Dosis von 100 Millionen bis einer Milliarde probiotischer Bakterien nötig.

Solche Milchprodukte schützen vor schädlichen Darmbakterien, wirken positiv auf das Immunsystem und verbessern oft die Verträglichkeit von Milchzucker. Außerdem können sie verschiedene Darmerkrankungen günstig beeinflussen.

Wie werden Hunger und Sättigung reguliert?

Der menschliche Körper verfügt über viele Mechanismen, um Hunger und Sättigung wahrzunehmen – idealerweise funktionieren sie so, dass Energieverbrauch und Energiezufuhr im Gleichgewicht sind. Hunger entsteht, wenn der Magen leer ist oder dem Körper bestimmte Nährstoffe fehlen. Ein niedriger Blutzuckerspiegel ist beispielsweise ein Auslöser.

Die Sättigung wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, etwa durch die Geschwindigkeit, in der gegessen wird: Das Sättigungsgefühl setzt 15 bis 20 Minuten nach Beginn einer Mahlzeit ein. Wer langsam und genussvoll isst, ist also eher satt.

Auch die Inhaltstoffe der Nahrung spielen eine wichtige Rolle. Stärkehaltige Nahrung wie Kartoffeln oder Vollkornbrot machen länger satt als Süßigkeiten. Die Mehrfachzucker der Stärke baut der Körper langsamer ab und sie gelangen nur nach und nach ins Blut. Im Vergleich dazu geht ein Monosaccharid wie Traubenzucker schnell ins Blut über. Das sorgt für einen sprunghaften Anstieg des Blutzuckerspiegels – genauso schnell fällt er aber auch wieder und der Hunger kehrt zurück.

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